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Die Sklaven: Demo

Eine gelungene Demo
Wertung: 8/10
Genre: Punk Pop Rock
Spielzeit: 19:36
Release: 30.11.2007
Label: Eigenproduktion

Die Slaven sind eine Aachener Punk Rock Pop Band, welche schon vor elf Jahren mit dem Musizieren als reines Studioprojekt begonnen hat. Trotzdem, muss ich gestehen, habe ich vorher noch nichts von ihnen gehört, aber inzwischen will man auch die Bühnen der Welt erobern. In reiner Demut wurde uns nun die aktuelle Demo mit 6 Songs ans Herz gelegt. Nun ja, dann hören wir doch mal rein.

Recht einfach, aber doch effektiv rockt man schön punkig drauf los. Eine gewisse Affinität zu den Ärzten wird recht schnell offensichtlich. „Schneeweißchen“ behandelt natürlich das Märchen, allerdings doch eher recht progressiv. Eine gewisse sexuelle Ausrichtung, mit dem hier obligatorischen Augenzwinkern serviert, lässt die Musik schnell zu gelungener Partymucke mutieren. Dass man musikalisch nicht unbedingt Glanztaten zu erwarten hat, kennt man schon von den Ärzten. Nein, hier geht es darum, Spaß zu haben, einen angenehmen Rhythmus zu erzeugen und die Texte für sich sprechen zu lassen.

„Lehrerin“ handelt von einer pubertären, heimlichen Liebe zu seiner Lehrerin. Laut der Band (myspace) besitzt der Song autobiographische Züge. Das Ganze wird mit Pausenlärm und einem bekannten Thema der Muppetshow eingeleitet. Ja, Ideen haben sie, die vier Sklaven. Gut, dass Drummer BJ den Takt hält und vor allzu überschwänglichen Liebesbekennungsausbrüchen taktvoll den Riegel schiebt, bevor die Band zu „explodieren“ droht.

Deutlich sozialkritischer wird dann „Deutschland“. Irgendwie gibt`s hier auch Ähnlichkeiten zu Bands wie Extrabreit zur NDW Zeit. Ironisch wird der Kontrollstaat auf`s Korn genommen. Man will halt die Anarchie in Deutschland, welches auch mit den kurzen lustigen Deutschlandhymnen-Einstreuungen deutlich aufgelockert wird. Ansonsten geht man hier schon deutlich rockiger vor.

„Nordsee“ gliedert sich dann ein wenig aus. Eine wahre Liebeserklärung ohne jegliche Sozialkritik oder fetischistische Züge. Hätte ich hier jetzt so nicht erwartet. Ein schönes Stück, welches dann doch eine gewisse Liebe zum an der Nordsee beheimateten Vaterland erkennen lässt. Sowas könnte auch glatt als radiotauglicher Song für ältere Semester durchgehen. Wobei die jüngere Hörerschaft auch nicht abgestoßen wird. Cool, herzenswarm und stark, dass die Band sowas auch macht.

„Königin“ klingt erstmal recht industrialmäßig, bevor sich der Sound deutlich anfettet und man mit einem gewissen Groove loslegt. Theo Ruland und Alex Krott sorgen mit ihren Gitarren für einen fast schon etwas bedrohlichen Sound. Dazu der Bass von Hermann Gier und die düstere Atmospohäre ist sichergestellt. Stark, wie wandelbar doch der Sound der Sklaven ist.

Leider nähern wir uns dann auch schon dem Ende der Demo. „Volk“ heißt der abschließende Song und probt den Aufstand. Es geht wieder deutlich punkiger zur Sache und auch eine gewisse Nähe zu den Toten Hosen in ihren Anfangstagen wird hörbar. Jawohl, steht auf, wir sind das Volk, äh oder waren wir jetzt nicht die Sklaven? Egal, gute kurze einprägsame Nummer.

Fazit: Ein gelungenes Demo. Die Band vermeidet es sehr geschickt, sich in ein Schema pressen zu lassen. Dies ist sowohl von rein musikalischer Seite als auch von den Texten her zu sehen. Etwas weniger Funcharakter als die Ärzte beinhaltet die Musik, da sie nicht so vordergründig auf gute Laune ausgelegt ist. Einen Heimatsong, der wirklich ehrlich rüber kommt, zu bringen, dürfte aber noch mit zu den größten Überrschungen zählen. Ich bin positiv überrascht und bin schon sehr gespannt, was die Band auf der Bühne zu leisten fähig ist.

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