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Die Hard: Nihilistic Vision

Die 80er werden wieder lebendig
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 40:37
Release: 06.11.2009
Label: Agonia records/ Twilight

Nun ist es an der Zeit für Thrash Metal der ganz alten Schule. Die Hard machten es mir leicht, ihren Stil einzuschätzen, noch bevor ich nur eine Note ihrer Musik gehört hatte. Wenn eine Band Einflüsse wie Celtic Frost, Sodom, Possessed, Venom und die unvermeidlichen Slayer nennt, wird wohl niemand filigran ausgearbeitete Kabinettsstückchen der verträumt-progressiven Art erwarten. Nein, die im Jahr 2005 von Bassist Harry gegründete Band macht keine Gefangenen und kann schon auf eine erfolgreiche Demo „Emissaries Of The Reaper“ und ein Mini-Album namens „Evil Always Return“ (der kleine Grammatik Fehler ist wirklich so im Titel) zurückblicken. Für ihr erstes Album konnten Die Hard mit Mitgliedern von Watain und Erik Tyrant, der das Cover gestaltete, ein paar namhafte Gäste für sich gewinnen.

Na sowas, ich hatte recht. „Into The Desolate Halls Of Death“ ist für Thrash der alten Schule zwar etwas zu klar produziert, punktet aber mit seiner Venom-mäßigen Stimmung, was vor allem am Gesang liegt. Instrumental schimmern sämtliche oben genannten Einflüsse durch. Sänger Hasse scheint zwar nicht viel von Melodien zu halten oder davon, sich dem Takt anzupassen, aber wenn man das bei einem Stil verzeihen kann, dann ist das wohl Thrash Metal.

Als Jahrgang 1982 habe ich den 80er Jahre Metal natürlich nur im Nachhinein entdecken können, aber es ist mir klar, dass „Nihilistic Vision“ perfekt in die Zeit gepasst hätte. Kleine Spielfehler werden einfach übernommen und man spielt auch gerne mal aneinander vorbei. Das trägt aber auch zum besonderen Charme von Old-School-Rumpelattacken wie „Bloody War“ oder „Mercenaries Of Hell“ bei. Ein Freund von mir, der gut zehn Jahre älter ist, hat sein nostalgisches Grinsen jedenfalls nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Demnach lag ich also doch nicht so falsch mit meiner Vermutung.

Aus heutiger Sicht mögen Die Hard vor allem für jüngere Fans hoffnungslos altbacken klingen. Die Pressefotos im alten Venom-Stil tragen bestimmt auch nicht dazu bei, die Combo ernster zu nehmen. Und ob das weibliche Gestöhne bei „Ride The Incubus“ nicht ein wenig albern wirkt, sei mal dahingestellt. Aber ganz ehrlich: Das ist völlig egal, denn „Nihilistic Vision“ macht einfach Spaß. Technisch sind die Cronos-und-Co.-Jünger ihren Vorbildern ohnehin überlegen, so dass sie immer wieder abwechslungsreiche Soli wie bei „I Am Possessed“ einbauen können, ohne direkt aus der nächsten Kurve zu fliegen. Alleine die Vorstellung, dass Abbadon die Drums auf „Attack From The Back“ nachzuspielen versucht, ist äußerst erheiternd.

Irgendwie bleibt die Abwechslung dennoch ein wenig auf der Strecke, obwohl die Band es in ihrem eng gesteckten stilistischen Rahmen durchaus versucht zu variieren. Das gut acht Minuten lange „Death Chasing The Flock Of Mortals“ ist ein gutes Beispiel dafür, auch wenn es eindeutig zu langatmig ausgefallen ist. Die Hard sind am besten, wenn sie kurze knackige Angriffe wie „Hidden Face“ auf den Nostalgie-Nerv des Hörers durchführen.

Es sollte klar sein, für wen dieses Album interessant sein dürfte... und für wen nicht. Anbiederungen an den Zeitgeist wie die allseits beliebte Mischung aus Thrash und Death Metal sucht man vergeblich. Gut so, denn das machen bereits genug andere Bands. Die Hard ist für die alten Hasen unter uns gemacht und für die, die die alten Klassiker zu schätzen wissen. Ich meine, ich war bei Venoms „Black Metal“ gerade mal geboren und werde oben genanntes Grinsen auch nicht mehr los.

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