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Die Happy: Supersonic Speed

Auch anno 2009 noch ein Killeralbum
Wertung: 9/10
Genre: Alternative Metal
Spielzeit: 51:20
Release: 05.02.2001
Label: BMG

Und der nächste Akt in der Reihe der vergessenen oder unterbewertesten Alben aus der Rock / Metal Geschichte hat sich nun Die Happy mit ihrem 2001er Machwerk „Supersonic Speed“ einen Platz ergattert. Ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, als Viva und MTV schon 2000 den Titelsong in der Highrotation hatten und das Warten auf das Album zu einer schweren Geduldsprobe wurde. Und dann war es im Februar endlich soweit und das schon lange vorbestellte Album lag im Briefkasten und blockierte mehrere Wochen den eigenen CD-Player.

Eröffnet wird die Scheibe vom etwas düsteren „If“. Mit kräftigen Gitarren eingeleitet, verfällt Frontfrau Marta Jandová erstmal in ein Flüstern, welches sich dann erst nach und nach zu ihrer richtigen Gesangsstimme entwickelt. Sehr schön, wie hier der Spannungsbogen aufgebaut wurde und dann in diesem grandiosen Refrain endete. Der Schädel bangt im laagsamen Takt mit und man schreit den Refrain, wie es sich gehört, aus seinem Körper heraus. Ganz großes Kino mit Power Metal-Genen, die aber durch den großen Alternative Touch ein wenig verdeckt werden, zumal das Tempo eher schleppend geraten ist.

„Go For It“ geht da schon etwas zügiger voran. Mit der tollen Gitarre von Thorsten Mewes sorgt das Ganze für viel Stimmung. Gerade bei diesem Song wird auch klar, warum die Band immer wieder Plagiatsvorwürfe von Fans vorgehalten bekam, die in Richtung Guano Apes zielten und damit auch die verbundene Diskussion, wer denn nun zuerst da war. Fakt ist, dass Die Happy schon 1994, 1996 und 1997 Eigenproduktionen auf den Markt geworfen haben, bevor die Guano Apes 1997 ihr erstes Album herausbrachten. Wer jetzt von wem inspiriert wurde oder das Ganze ein Zufall war, kann wahrscheinlich lein Außenstehender sagen, aber für mich gilt eigentlich nur, dass beide Bands klasse Musik gemacht haben und sie eigentlich auch nicht so ähnlich klingen, dass man von Plagiaten reden sollte. Ich mag/mochte beide Bands.

„One Million Times“ wurde lediglich als Promotionsingle herausgebracht, was eine klare Fehlentscheidung war, denn diese Powerballade gehört mit zu den Highlights der Band. Martas Stimme brilliert, wie es seinerzeit nur wenige deutsche Sängerinnen konnten. Eine starke Nummer mit ordentlich Metal-Flair in den balladesken Venen.

„Violent Dreams“ ist dann so ein weiters absolut unterbewertetes Highlight der Band. Gefühlvoll mit bewusst in Szene gesetzter hörbarer Atmung von Frau Jandová. Das ist Gänsehaut pur, der Song ist wie viele dieses Albums im ständigen Wechsel aus ruhigen und powervollen Phasen. Da kann man nur aus vollem Halse mitgrölen. Dazu das Bild von Marta vor den Augen, die auf der Bühne immer Gas gibt und doch deutlich vor Schweiß triefend die Meute anheizt, was natürlich aufgrund ihres Körperbaus auch zusätzlichen Schwung bekommt. Wie viele Sängerinnen gab es damals schon, die eine derart gute Stimme hatten und noch Metal machten und dann auch noch solch optische Reize aufweisen konnten? Eine Hymne, die die Band wohl erst selbst entdeckte, als zum Voting für das aktuelle Best Of-Werk „Most Wanted“ aufgerufen wurde.

Es folgt der Überhammer „Supersonic Speed“, welcher ganz deutlich im schnellen Metal sein zu Hause gefunden hat. Ein Hammersong mit ordentlichem Tritt in den Popo. Der Schädel fliegt unentwegt vor und zurück, des Headbangers Herz klopft noch deutlich zügiger, wow was für ein Song. Da die Produktion für damalige Zeiten nahezu perfekt war und auch heute noch den Ansprüchen weitestgehend entspricht, könnte man das auch heute jederzeit als neu verkaufen.

Irgendwie klar, dass zu damaliger Zeit dann wieder etwas Ruhigeres folgen musste. So beginnt „Happy Now“ recht verträumt und verliebt, um dann natürlich etwas kräftiger im Refrain anzukommen. Sehr stark, wie die Band es schafft, mit den Gefühlen ihrer Hörer zu spielen. Ein weiterer Ohrwurm aus dem Die Happy Hause, welcher auch noch Monate später immer wieder in meinem Kopf umherschwebte. Das wirkt gerade seitens des Gesangs nicht aufgesetzt oder gespielt, man spürt irgendwie jede Note so, als ob man es selbst erlebt hätte, diese zerrissene Gefühlswelt.

„5 pm“ ist dann der erste Song, den ich nicht unbedingt als „muss man kennen“ bezeichnen würde, auch wenn er ganz klar ein tolles Stück darstellt. Aber im direkten Vergleich kann er nicht ganz mithalten. Ruhige und kraftvolle Passagen wechseln sich ständig ab und Marta brilliert mit ihrer aufregenden Stimme.

„Wasted“ ist dann auch keine Coverversion von Def Leppards Debütsingle, sondern ein eigenes Gewächs. Absolut hörenswert, wenn auch nicht so stark wie das bisher Gebotene. Ebenso handelt es sich bei „Higher Ground“ auch nicht um ein Cover der britischen Band Thunder von ihrem viel umjubelten Album „Back Street Symphony“ aus dem Jahre 1990. Musikalisch gerät man dann aber ein wenig im Mittelmaß, denn der Song vermag es nicht, Akzente zu setzen.

Das ändert sich dann wieder mit dem tollen „Like A Flower“. Mit gesteigerter Aggressivität haut die Band hier kräftig in die Instrumente und Marta quält ihre Stimme, wie sie es ruhig öfters tun könnte. Toll auch der kleine Solopart von Frau Jandová, bei dem sie lediglich vom exzellenten Schlagwerker Jürgen Stiehel unterstützt wird. Das Ganze wird dann aber wiederum nochmals gesteigert bei dem tollen „Show Me Heaven“ (Keine Cover-Version von den „Tage des Donners“ Kino Hit der Sängerin Maria McKee).

„Fortune“ ist dann noch mal ein kräftiges Stück Metal mit einigem Druck, aber zu wenig Esprit, um mit den vornehmlich ersten Songs des Albums mithalten zu können. Eine starke Nummer, die eigentlich als Abschlusssong besser gepasst hätte als das sehr schmusig beginnende „Now Or Never“, welches sich auch hinter Größen wie Within Temptation, um mal eine female fronted Band zu nennen, verstecken muss.

Fazit: Ein wirklich grandioses Album, welches die Band leider nie mehr steigern konnte. Vielleicht wurde Marta ja auch von ihrem damaligen Freund Sasha ( auch als Dick Brave and the Backbeats)) unterwegs) in eine schlechtere musikalische Fahrtrichtung beeinflusst. Das Album war damals ein absoluter Killer und hat auch bis heute nichts von seinem Reiz verloren. Schön wäre natürlich ein Album, das mal so richtig Back to the Roots gehen würde. Ein wenig stören mich persönlich Songtitel von großen Hits anderer Interpreten, aber das ist meine ureigene Meinung. Die Songs, die dahinter stecken, sind natürlich viel wichtige und die Qualität passt.

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