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Die Apokalyptischen Reiter: Moral & Wahnsinn

Die Reiter setzen zum vollem Galopp an
Wertung: 10/10
Genre: Rock
Spielzeit: 36:58
Release: 25.02.2011
Label: Nuclear Blast

Bald drei Jahre ist her, dass Die Apokalyptischen Reiter das „Licht“ erneut angeknipst haben. Der Erfolg führte zu vielen Auftritten in Clubs und auf Festivals und das nicht nur in Deutschland. Nun sind die Reiter zurückgekehrt und beginnen das Jahr 2011 mit einem neuen Longplayer. Ganze elf Tracks befinden sich in ihren Satteltaschen, so dass gleich losgaloppiert werden kann.

Und Galopp ist genau der richtige Begriff, wenn das beginnende Schlagzeug des Songs „Die Boten“ beschrieben werden soll. Jagdgalopp trifft es wohl noch besser. Ein schneller Einstieg verspricht, dass „Moral & Wahnsinn“ ähnlich rabiat wie „Licht“ werden wird. Der Fuchs beginnt mit rollendem „R“ zu singen und zieht den Hörer direkt mit in seinen Bann. Der Song ist ein Aufruf, den soeben erschienenen neuen Boten in eine neue Zeit zu folgen. Dem ist der Hörer direkt bereit, Folge zu leisten.
Weiter geht es mit „Gib Dich Hin“ und der Song hat noch weit aus mehr Power als „Die Boten“. Laut und krachend beginnt dieser und in der Mitte wird es durch die Wahl der Instrumente orientalisch. Diese Mischung macht den Song bei jedem erneuten Hören interessanter. „Hammer Oder Amboß“ ist eine Frage an die Hörer der Die Apokalyptischen Reiter, ob sie zu denjenigen gehören, die einfach nur schweigen und ertragen oder ob sie die sind, die reagieren. Leise und nachdenklich werden die Strophen gesungen, die Frage im Refrain aber ist laut und durchdringend. Hier wollen Die Apokalyptischen Reiter ganz klar aufwecken. Ihre bekannte Art, immer wieder Fragen zu stellen und darauf hinzuweisen, dass der derzeitige Weg nicht der richtige ist, ist auch auf dem Album in jedem Song spürbar, mal sehr direkt wie in diesem Song und manchmal auch nur erahnbar.

Die vielen Facetten, die die Reiter in sich vereinen, werden auch im nächsten Song „Dir Gehört Nichts“ deutlich. Trompeten, Schlagzeug und Gitarren zeigen einen Ausritt in das Genre Punkrock. Die Reiter lassen sich nicht festlegen. Der Gesang variiert zwischen melodischem Gesang und Sprechgesang und die Kraft, mit der die Instrumente bespielt werden, zeigt auch, dass eine einfache Einsortierung nicht möglich ist. Rock allein ist jedenfalls zu wenig. „Dr. Pest“ ist eine Gothic-Ballade, die mit tiefem Sprechgesang beginnt, in dem wieder das rollende „R“ im Vordergrund steht. Hier kommt Gruselfaktor auf und die Stimmung des Songs hat etwas vom Varieté. Hier gelingt den Apokalyptischen Reitern ein Song der Sonderklasse, er ist einfach wunderbar kunstvoll zusammengestellt.

Ebenfalls hervorgehoben werden muss der Titelsong „Moral & Wahnsinn“. Es ist ein Song, der absolut zum Abrocken einlädt, der fesselnd ist und in beinahe alter Reiter-Manier aufspielt. Es werden harte Worte für das Dilemma genutzt, welches jeder jederzeit durchmachen muss. Oftmals geben sich im Leben die Moral und der Wahnsinn hier die Hände. Neben „Dr. Pest“ ist „Heimkehr“ die zweite Ballade des Albums: Ein wunderschönes instrumentales Stück.

Mit „Hört Auf“ rufen Die Apokalyptischen Reiter auf, sich nicht mehr zu vermehren. Auch hier ist wieder eine Mischung aus aggressivem Schlagzeug, hämmernden Riffs und nahezu meditativen Klängen zu vernehmen. Die Aufforderung ist der aggressive Teil und dann folgt der ruhige Part, bei dem das Nachdenken einsetzt, denn der Grund, wieso es zu diesem Aufruf kommt, wird nicht deutlich. Durch die Zusammenstellung der verschiedenen Parts wird genau das als Absicht erkannt.

Schon nach 36 Minuten ist es vorbei mit dem Ausritt in eine Welt voll Rock, Metal und gotischen Geschichten und Die Apokalyptischen Reiter haben wieder absolut überzeugt. Die elf Stücke strotzen vor Power, so dass bei jedem Song der Wunsch durchkommt, endlich wieder auf einem Festival mit einem Becher Bier in der Hand stehen zu dürfen. Vergessen ist das trübe und kalte Wetter. Die Reiter haben nach 2008 wieder ein Album präsentiert, welches seinesgleichen sucht.

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