Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Dictator: Dysangelist

Intonierte Langeweile
Wertung: 1/10
Genre: Black Funeral Doom Metal / Ambient
Spielzeit: 74:55
Release: 27.10.2008
Label: Sérpéné Héli Music

Das Ein-Mann-Projekt Dictator aus Zypern nimmt den Mund ziemlich voll. Zumindest strotzt der Gute - milde ausgedrückt - nur so vor Überzeugung von den eigenen musikalischen Ergüssen, die dem Hörer auf dem Full Length-Debut „Dysangelist“ weit über eine Stunde lang beschallen. Oder wie will man se nennen, wenn diese Debutscheibe mit dem Prädikat „monumental“ ausgeschmückt wird? Auf die Länge der Scheibe bezogen, stimmt dies, doch was sagt die Qualität?

Leidende blackmetallisch gelagerte Schreie vor getragenen und traurig-triefenden Endlos-Riffs; dazu gelegentliche Features wie knarzende Geräusche, die dem Ganzen atmosphärische Tiefe verleihen sollen, sind die Charakteristika des ersten Songs „Dysangelist“.

Die Hoffnung stirbt zuletzt und so keimt im Hörer eingangs „Sanctus“, während man Mönchsgesänge vernimmt, die Hoffnung, dass nun alles besser werden würde; dass sich nun das Blatt wenden und die Scheibe sich doch noch zu einem guten Funeral Doom-Album entwickeln würde. Der Mainman der Band krächzt sich im Hintergrund den Wolf, während ein für einen kurzen Moment fein anzuhörendes, aber aufgrund zahlloser Wiederholungen dann doch im Sumpf der Langeweile absaufendes Riffing vom Leder gezogen wird. Der einzige Pluspunkt, der während dieses Songs zu vermerken wäre, ist das Umsetzen der Depri-Stimmung. Doch ab der Hälfte der Spielzeit ist man einfach nur noch genervt. 
 
Der Einstand mit dem mächtig daherkommenden Riffing passt zumindest schon mal zum Songnamen „Monolithos“. Das träge Fortführen des Songs zehrt allerdings schon sehr am Geduldsfaden; man ist fast gewillt, die Skip-Taste zu betätigen. Funeral Doom kann so gut sein, aber das, was einem hier geboten wird, ist einfach nur Langeweile. 
Zumindest in Sachen Vocals gibt es eine Abwechslung: Verzerrte Stimmen sind zu vernehmen. Ansonsten ist es für mich nun erstmal höchste Zeit für einen Energy-Drink. 

Mit dem letzten Stück „Phantom Cenotaphium“ erwartet uns noch einmal eine Viertelstunde intonierte Pein, Düsterstimmung und Gram. Doch stammen die Gefühlslagen hauptsächlich aus dieser zähflüssigen Masse, die da aus den Boxen quillt? Obwohl man langsam eines Besseren belehrt sein müsste, lassen die ersten Töne wieder ein Fünkchen Hoffnung aufleuchten, auch wenn dieser Wunsch nach den drei schon einverleibten Stücken nicht mehr ist als ein seichtes Glimmen. Doch dann passiert im Verlauf von sage und schreibe drei Minuten immer nur dasselbe und das schwelende Hölzchen der Hoffnung stirbt. Danach wird es auch nicht wirklich besser: Schrabbelnde Gitarren, krächzende Vocals nebst tiefen Growls sowie Clean-Klagegesängen. Ernüchterung macht sich breit. Auch im letzten Song ist man ob der Komposition im Downtempo angehalten, sich nicht hinzulegen, da sonst ganz schnell der Übergang in die Traumlandschaft vollzogen wäre. 

Das Einzige, das man dem Musiker zugute halten könnte, wäre, dass er es versteht, Stimmungen zu erzeugen. Er erschafft in seinen Kompositionen beklemmende Atmosphäre, drückende depressive Verstimmungen machen sich breit. Fragt sich nur, worin diese depressiven Verstimmungen wurzeln. Doch nicht etwa darin, dass man sich dieses Zeugs diese ganzen 75 Minuten lang reingepfiffen hat?

Fazit: Das Geld, das man für diese Scheibe ausgeben würde, sollte man lieber einer gemeinnützigen Organisation spenden. Daraus resultiert das Wissen, dass man etwas Gutes getan hat und außerdem bleibt man so vor einer üblen depressiven Verstimmung verschont.

comments powered by Disqus

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen