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Diary Of Dreams: Hell In Eden

In gewohnt guter Qualität
Wertung: 7,5/10
Genre: Electronic/ Darkwave
Spielzeit: 65:31
Release: 06.10.2017
Label: Accession Records

Einer großartigen Einleitung bedarf es sicher nicht, wenn man über ein neues Album von Diary Of Dreams schreibt. Immerhin geht es um eine Band, die straff auf die 30 zugeht und mit „Hell In Eden“ nunmehr ihr dreizehntes Studioalbum vorlegt. Nimmt man dann noch die Best-Of-, Akustik-und Livealben hinzu, muss man den Herren rund um Mastermind Adrian Hates einen ungemein hohen Output zugestehen. Nun gehen Quantität und Qualität sicher nicht immer Hand in Hand und selbst wenn sich das Vorgängeralbum „Grau im Licht“ von einer hohen Güte zeigte, war es dennoch schwer, sich das Ganze in einem Zug anzuhören, ohne in tiefe Depressionen zu fallen. Zu niederschmetternd und drückend kamen die Titel aus den Boxen, zu deprimierend waren die Thematiken.

Doch bevor man sich der Frage widmet, ob „Hell In Eden“ ähnlich verstörende Züge annimmt, darf man sich als erstes am Coverartwork erfreuen. Nicht nur, dass es hier einen Extrakarton gibt, auch die eigentlich CD-Hülle macht ordentlich was her. Im aufklappbaren Panoramaeinband spart man sich das Booklet und schafft daraus lieber ein kleines Kunstwerk, welches schon fast nach einem Extrapunkt schreit und zumindest ein wirklicher Grund ist, die neue Scheibe in physischer Form zu erwerben.

Die Bedenken, ein ähnlich zerstörerisches Album wie „Grau im Licht“ vor sich zu haben, gehen schon beim Auftakt mit „Made In Shame“ zurück und verfliegen bei „Epicon“ fast komplett. Beide Titel sind mit symphonischen Sequenzen und Chören angereichert, wobei sich „Epicon“ mit etwas mehr Bombast hervortut und besonders eindringlich agiert. Selbst wenn sich dieser Überschwang im Laufe des Stücks mäßigt, wird eine beeindruckende Atmosphäre geschaffen, die nahezu benommen macht.

Aber auch in puncto Vielfalt stellt sich das neue Werk, welches durchgängig durch die markant intensive Stimme Hates beherrscht wird, erfreulich dar. Man findet deutlich mehr positive und treibende Momente, wenngleich sicher die ureigene Schwermut und Nachdenklichkeit der Band immer mitschwingt. Stücke wie das stampfende „Listen And Scream“, welches fordernd vor sich her treibt, oder „Sister Sin“ bereichern dieses Album um einiges. Trotzdem sei angemerkt, dass Diary Of Dreams dann am stärksten sind, wenn sie in die ruhigen Momente verfallen und Emotionen auslösen. Das reduzierte und tiefgehende „Beast Of Prey“, welches in Anflügen an klagende Zigeunerweisen erinnert, sowie das abschließende „Hiding Rivers“ stechen hier besonders hervor. Beide werden von Cello und Violine unterstützt, was den Liedern deutlich mehr Wärme einhaucht.

Leider will das titelgebende „Hell In Eden“ am wenigsten funktionieren, wirkt es doch eher wie ein zaghafter Versuch, sich der modernen Schlagerwelt zu öffnen. Ansonsten verfügt das Album glücklicherweise über keinen weiterten Skip-Bedarf und fühlt sich an, als wäre es aus einem Guss. Leider vermisst man, trotz aller guten Arrangements und Details, den absoluten Ausreißer nach oben, welcher „Hell In Eden“ zum Überflieger machen könnte. So bleibt man einmal mehr bei einem guten Album, dem allerdings die absolute Magie fehlt.

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