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Diary Of Dreams: Grau im Licht

Beklemmendes Album für graue Herbsttage
Wertung: 8/10
Genre: Dark Wave
Spielzeit: 66:01
Release: 16.10.2015
Label: Accession

Müßiggang ist ein Begriff, der im Wortschatz von Adrian Hates, seines Zeichens Mastermind und Sänger der Dark-Wave-Formation Diary Of Dreams, nicht vorzukommen scheint. Gerade mal achtzehn Monate nach Erscheinen ihres letzten Werkes „Elegies Of Darkness“, legt der Düster-Vierer mit „Grau im Licht“ sein neues Album vor.

Schon die vorherige Ankündigung, dass die Hauptthemen der zwölf Songs sich um eine dahinwelkende, taube Welt drehen, in der Krieg, Zerstörung, Fanatismus, Egoismus, Leid und Trauer einen Großteil einnehmen, lässt auf ein sehr düsteres Album schließen. Die Realität, die Diary Of Dreams abliefern, übertrifft allerdings jegliche angestellte Vermutung. Auch wenn die genannten Themen eigentlich nie direkt angesprochen werden und lyrisch so verpackt sind, dass man genauso gut auch auf eine tiefe Sinn-, Glaubens-oder Beziehungskrise setzen könnte, sind die Songs dermaßen bedrückend und düster, dass selbst der verregneteste Herbsttag einem noch wie ein goldiger Sommertag vorkommen würde. Stellenweise ist die Stimmung gar dermaßen beklemmend, dass man sich dem Ganzen komplett entziehen möchte.

Dabei lässt der Opener „Sinferno“ noch nicht mal allzu vordergründig die düsteren Vorzeichen erkennen und man erfreut sich eher an der gewaltigen Rückmeldung, die beeindruckend arrangiert wurde. Angereichert mit Elektro-Synth-Klängen wirkt der Einstieg ins Album einerseits etwas statisch und dann doch wieder monoton weiter marschierend, was insgesamt einen recht faszinierenden Eindruck hinterlässt. Mit „Endless Nights“ folgt ein Titel, der deutlich Wave-lastiger gestaltet ist und hierdurch wenigstens noch etwas an Schwung auf die Scheibe bringt. Schon der Nachfolger „Ikarus“ zeigt sich minimalistischer, nachdenklicher und von einer starken Melancholie geprägt. „Krank“, „Die My Phobia“ und das titelgebende „Grau im Licht“ stehen dem in nichts nach und ziehen in einen tiefen Strudel aus Zerrissenheit, Wehmut und Trauer. Das Ganze gipfelt schließlich in „Schuldig!“, bei dem man gerne aus dem Album aussteigen würde, da einen das Gefühl nicht mehr loslässt, dass man sonst bei diesem Song erfrieren könnte.

Den genannten Titeln, die sich fast ausschließlich in ruhigen Gefilden bewegen und zu großen Teilen durch die drückende Stimme Hates getragen werden, stehen gerade mal zwei Songs gegenüber, die über etwas mehr Kraft und Schwung verfügen. Wobei das marschierende „SinnFlut“ noch am meisten überzeugen kann, zumal es so kämpferisch wirkt, dass man kurzzeitig aus der Tiefe herausgezogen wird.

Mit „mitGift“ und „Schwarz“ schließen Diary Of Dreams ihr Album ab und setzen zugleich noch zwei Glanzlichter ans Ende. Beiden Titeln ist gemein, dass sie auf ausführliche Lyrics verzichten, wobei im Falle von „Schwarz“ es gar nur auf die drei Worte weiß, grau und schwarz reduziert wird. Durch die ständigen Wiederholungen und die eindrucksvolle musikalische Untermalung, erhält man aber dennoch einen sehr intensiven bis hin zu verstörenden Eindruck. Und genau dies kann man auch als Fazit für „Grau im Licht“ ansehen. Diary Of Dreams gelingt es, eine nachhaltige, düstere und vor allem beklemmende Stimmung aufzubauen. Allerdings findet man hierzu kaum Gegenpole, was wiederum dazu führt, dass dem Album etwas die Abwechslung fehlt und damit „Grau im Licht“ auch recht stimmungsanfällig wird.

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