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Diary Of Dreams: Elegies In Darkness

Düsternis, die unter die Haut geht
Wertung: 7,5/10
Genre: Synth-Pop, Elektro
Spielzeit: 60:38
Release: 14.03.2014
Label: Accession

25 Jahre ist es mittlerweile her, dass sich Diary Of Dreams gründeten. Sicher könnte man an dieser Stelle erst einmal das letzte Vierteljahrhundert Revue passieren lassen, doch dies sei hiermit erspart. Den Fans der Dark-Elektro-Szene ist das Quartett hinlänglich bekannt, zumal die Dark-Rocker durchaus den Sound des schwarzen Milieus stark mitgeprägt haben. Nach ihrem letzten akustischen Werk „The Anatomie Of Silence“, wird bei ihrem elften Studioalbum „Elegies In Darkness“ wieder der Strom angeschaltet und der Lautstärkepegel kann wieder etwas höher gedreht werden.

„Malum“ ist das Eröffnungsstück und entpuppt sich zugleich auch als erster Stampfer. Ruhig beginnend, fährt er eine unheimliche Eindringlichkeit auf, die sich besonders im Refrain gut entfalten kann. Das Ganze wird von der sonoren Stimme von Adrian Hates manifestiert, wobei man bei dem gesamten Album gerade die Vocals als erheblichen Vorteil benennen muss, da sie zur deutlichen Intensivierung der Lieder beitragen. Weitaus eingängiger und vor allem tanzbarer als sein Vorgänger kommt „The Luxory Of Insanity“ um die Ecke. Mit seinen fast schon beschwingt zu nennenden Synth-Passagen und der eingängigen Hookline, geht der Titel sofort ins Ohr.

Diesen gelungenen und abwechslungsreichen Start können Diary Of Dreams mit „StummKult“ sogar noch ausbauen. Wobei man hier nicht unbedingt von Liebe  auf den ersten Blick sprechen möchte. Der etwas experimentelle Anstrich des Titels geht nicht sofort in die Ohren und so braucht der Hörer schon eine zweite Runde, damit sich das Werk nachhaltig entfalten kann.

„Dogs Of War“, wie auch „The Game“, sind ein gutes Beispiel für eingängige, ja sogar tanzbare Melancholie, mit der die Band oft punkten kann. Gerade diese Songs erwecken den Eindruck, dass sich die englischsprachigen Titel prinzipiell mehr im melodischen, populären Musikbereich bewegen, wohingegen deutschsprachige Songs über eine größere Tiefe und Eindringlichkeit verfügen. „A Day In December“ scheint die berühmte Ausnahme von der Regel zu sein, denn die Halbballade vermag tatsächlich unter die Haut zu gehen.

Nachdem einige Lieder leider etwas vor sich hin plätschern, kann mit „Daemon“ nochmals ein Höhepunkt gesetzt werden. Das gelungene Intro des Tracks ruht noch weitestgehend in sich, doch hiernach baut sich „Daemon“ immer weiter auf und kann mit seiner drückenden Intensität absolut überzeugen. Ebenso einnehmend ist „The Battle“, welches mit treibenden Beats und Gitarrenriffs die rockigsten Minuten auf das Album zaubert.

Die Ballade „Gassen der Stadt“ bildet den Abschluss von „Elegies In Darkness“. Hier kommt mit Abstand der beste Text des Albums zum Vorschein. Lyrisch auf einem wirklich guten Niveau, wünscht man sich bei den restlichen Titeln einen ebenso hohen Anspruch. Sicher sind die Texte mitnichten zum Fremdschämen, aber mancher wirkt durchaus etwas simpel und einem Klagegedicht nicht ganz gewachsen.

Insgesamt handelt sich aber bei dem elften Studiowerk von Diary Of Dreams um ein gelungenes, stimmiges Werk. Die meisten Titel vermögen tatsächlich unter die Haut zu gehen und hüllen in eine Wolke aus Melancholie, die den Hörer einnimmt. Da aber auch etwas Leerlauf auf der CD vorhanden ist und sicher auch auf der lyrischen Seite noch etwas getan werden könnte, bleibt noch etwas Luft zur Vollkommenheit.

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