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Diamond Head: Diamond Head

Ein gutes Konzept hat schon so manches Mal auch ein gutes Album zum Ergebnis gehabt
Wertung: 8/10
Genre: Heavy Metal / Hard Rock
Spielzeit: 48:27
Release: 22.04.2016
Label: Dissonance Productions / Soulfood

Lange war es ruhig um die NWOBHM-Urgesteine Diamond Head. Seit 2007 hat die Truppe keine Platte mehr veröffentlicht. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan in den Reihen der britischen Schwermetallschmiede. Bereits 2014 hat die Truppe Rasmus Bon Andersen als neuen Sänger angeheuert. Im ersten Schritt allerdings nur um ein paar Auftritte mit der Band zu absolvieren. Als man allerdings merkte, dass die Chemie stimmt, hat sich der Plan für ein neues Album manifestiert. Daraus entstand die selbstbetitelte Langrille, die es hier zu besprechen gilt.

Betrachtet man die Eckdaten, dann kann man von einem ganz typischen Rock / Metal Album ausgehen. Circa 45 Minuten Spielzeit, elf Songs, Szenecover und auch die Titel der Stücke lassen nicht auf irgendwelche Überraschungen schließen. Also ab auf den Teller mit der Platte und reingehört.

Als erstes lässt die Produktion der Scheibe aufhorchen. Diamond Head haben es geschafft, eine glasklare Produktion mit Druck und Livecharakter aufzulegen. Alle drei Eigenschaften vereint findet man äußerst selten. Dazu gesellt sich ein richtig cooler Drumsound, der so durchaus auch live erklingen könnte. Auch die Gitarren erschallen, als würden sie praktisch direkt aus dem Amp donnern.

Widmet man sich den Songtiteln, so merkt man schnell, dass Diamond Head für das Album schwere Kost aufbereitet haben. Fast alle Texte drehen sich um soziale und ökologische Probleme, die uns alle als Gesellschaft direkt betreffen. Eine der Grundaussagen ist, dass wir unwiederbringbar auf den Abgrund zusteuern, wenn wir unser Konsumverhalten nicht endlich ändern.

Rein auf der musikalischen Ebene betrachtet zeigen sich Diamond Head nicht so wuchtig und verärgert, wie man aufgrund der lyrischen Thematik annehmen könnte. Eher im Gegenteil. Wo man textlich den Zeigefinger gerne einmal hebt und auf Missstände hinweist versucht man aber auch möglichst viel hochwertige Musik zu vermitteln. Dieses Vorhaben gelingt verhältnismäßig gut. Die 48 Minuten Spielzeit vergehen wie im Fluge, hinterlassen allerdings auch erst nach mehrmaligem Hören ernsthafte Spuren im Gedächtnis. Das ist nicht weiter tragisch, denn die Briten spielen ja keine Disco-Hops-Mucke, sondern ernsthaften Heavy Metal, der schon mehr Aufmerksamkeit abverlangt, als das tägliche Radiogedudele.

Highlights auf der Scheibe sind sicherlich die ganzen gut arrangierten Breaks und Bridges, die coolen Gitarrenriffs, und durchaus auch Frontröhre Rasmus. Auch den wirklich fetten Schlagzeugsound sollte man hier nochmals erwähnen (weil er eben so realistisch ist).

Punktabzug muss man trotzdem erteilen. Diamond Head vermarkten die Langrille als Brückenschlag zwischen alten und neuen Alben der Formation. Das macht wenig Sinn. Natürlich können die Briten auf eine glorreiche Vergangenheit zurückblicken und ebenso natürlich finden sich auch Elemente dieser Platten auf „Diamond Head“ wieder. Betrachtet man die Medaille mal von der anderen Seite, dann wertet man die neue Schöpfung aber dadurch ab, dass man sie mit Situationen vergleicht die nun schlicht nicht mehr herstellbar sind. Deshalb wäre es einfacher, einfach nur nach vorne zu blicken. Dann könnte man sich diese blöde Vergleicherei mit alten Scheiben ein bisschen mehr sparen.

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