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Diabolos Dust: Ruins Of Mankind

Metal für Fortgeschrittene
Wertung: 7.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 44:32
Release: 28.10.2011
Label: Massacre Records

„Ruins Of Mankind“ ist keine Neuerscheinung, so viel gleich vorweg. Es handelt sich um eine Neuauflage der bereits letztes Jahr erschienenen Platte. Das Debüt der deutschen Thrash Metaller konnte in der ersten Auflage bereits für einige Aufregung sorgen, was zu einem Plattendeal mit Massacre Records führte. Diese legen jetzt das Album neu auf.

Die Band hat es sich zum Ziel gemacht im Brei der unzähligen Thrash Metal Gruppen einen einzigartigen und wieder erkennbaren Sound und Stil zu erschaffen. Ob das gelungen ist, das kann man schlecht sagen. Auffällig ist die Scheibe jedenfalls. Besonders ins Augenmerk sticht das Songwriting der Combo. Völlig untypisch für eine eigentliche Thrashkapelle kombinieren Diabolos Dust vielerlei Stile. Das geht soweit, das inmitten ihrer recht speedigen Songs balladeske Elemente verbaut werden. Dadurch ändert sich der Charakter des Songs grundlegend. Dafür schlägt der Hammer um so stärker wieder zu, als es in die gewohnte Thrash-Metal-Rhythmik zurückgeht. Die Band tummelt sich oft an den Genregrenzen und scheut auch nicht davor zurück, ab und an darüber zu springen. Das klingt jetzt alles recht gut. Ist es auch. Eines kann man der Gruppe sicherlich nicht vorwerfen, und das wäre Langeweile.

Damit ist aber längst nicht alles gesagt. Untereinander ähneln sich die Lieder nämlich trotzdem. Es entsteht zwar keine Langeweile, weil die Gesamtstruktur recht ungewöhnlich ist, allerdings wird es auch nach mehrmaligem Durchhören der CD noch recht schwierig sein, die einzelnen Songs auseinander zu halten. Einige Ausnahmen wie der Titelsong oder „Never Surrender“ bestätigen die Regel. Es ist eine verzwickte Situation, in der sich Diabolos Dust befinden. Auf Dauer wird es kaum möglich sein, nicht aus dem eigenen Stil auszubrechen oder diesen zumindest erheblich zu erweitern. Auf „Ruins Of Mankind“ hält sich diese Problematik noch dezent im Hintergrund und grinst schon einmal verdächtig.

Eines ist aber logischerweise auch ein Fazit aus dieser Beständigkeit: die Scheibe polarisiert. Entweder man mag das Album oder eben nicht. Um eine Entscheidung zu fällen genügt es eigentlich, ein Lied aufmerksam zu hören. Gefällt dieses, so kann man das Album getrost einpacken. Einen richtigen Ausreißer haben die Künstler dann doch noch ganz zuletzt auf den Rundling gepackt. Das rockige „Never Surrender“ fällt komplett aus dem restlichen Rahmen und sorgt dadurch für eine ungemeine Auflockerung der Scheibe.

Für ein Debüt haben Diabolos Dust hier eine richtig ordentliche Arbeit abgeliefert. Man merkt, dass die Musiker ihr Handwerk beherrschen und dass Songwriting für die Bandmitglieder nicht nur irgend ein Wort ist. „Ruins Of Mankind“ ist ein schön und mit viel Schmuckwerk ausgearbeitetes Album, dass es Wert ist, angehört zu werden. Und damit sollten sich nicht nur die Thrasher angesprochen fühlen. Auch Fans des raueren Heavy Metal dürften Gefallen an dem Silberling finden.

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