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Diabolical: The Gallery Of Bleeding Art

Zu wenig nach all den Jahren
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 42:47
Release: 03.11.2008
Label: ViciSolum Productions

Seit nunmehr sage und schreibe zwölf Jahren schon existiert die schwedische Band Diabolical. Jedoch haben es die Herren in all den Jahren mit dem aktuellen Longplayer „The Gallery Of Bleeding Art“ gerade mal zu ihrem dritten Full Length-Release geschafft. Das mag zum einen bedeuten, dass die Schweden ihre Songs immer gut reifen lassen, bevor sie diese auf die Hörerschaft loslassen. Andererseits zeugt es allerdings nicht gerade von einem zielstrebigen Handeln.

Die Songs auf „The Gallery Of Bleeding Art“ verbreiten eine bedrückende, man möchte fast sagen, unheimlich und bedrohliche Stimmung samt höllischem Drive. Dieser Höllenritt geschieht ohne Synthiegewabere, will heißen lediglich die Saiteninstrumente erschaffen eine düstere Gefühlswelt beim Hörer.

Ein stimmungsvolles Intro ist den Schweden mit „Caedes Profana“ gelungen, nur ist dieses Stück mit Streichern und Cello viel zu kurz, als dass es seine Wirkung auf den Hörer übertragen könnte, was doch ziemlich schade ist. Was folgt, ist der Titeltrack „The Gallery Of Bleeding Art“, der mit düsterer Stimmung unbarmherzige Härte auf Virtuosität der Gitarrenfraktion prallen lässt. Diese Virtuosität hört man erstens unschwer in dem Gitarrensolo heraus, aber auch im Songverlauf kann man sich davon überzeugen.

Infernalische Chöre im Hintergrund vernimmt man im groovigen „Extinction“. Die Schweden haben hier einen Part zwischen der Raserei eingebaut, in dem Streicher die Stimmung noch mehr Richtung „unheimlich" lenken, was sehr gelungen klingt und diesen Song zudem aus den restlichen Stücken auf diesem Album herausstechen lässt.

Als ob nach diesem zum Ende hin ruhigen Stück dann alle Höllenhunde des Quartetts gleichzeitig losgelassen worden wären, prügelt sich das ziemlich thrash-lastige „Pavor Nocturnus“ gleich danach bitterböse und rasend vor Wut temporeich aus den Boxen. In dem vom Tempo her eher gemäßigten „Vertigo“ verwenden die Jungs auch wieder Streicherklänge, um klangliche Alternativen zu bieten und auch um die gewünschte Stimmung zu erreichen.

Doch trotzdem ist dieses Stück wie auch das folgende „The One Who Bleeds“ ein bisschen farblos geraten, denn wenn man die Scheibe einmal weggelegt hat, überkommt einen nicht gerade der unwiderstehliche Drang, dem zuvor Gehörten noch mal und immer wieder zu lauschen. Schade, denn handwerklich arbeiten die Jungs auf einem beachtlich hohen Niveau.

Über den eingangs erwähnten höllischen Groove verfügt auch „Religionism“ und spricht mit den Worten „…Face Our Ignorance…“ die aktuellen Gesellschaftsprobleme an. Erwähnenswert wäre hier das Gitarrensolo hervorzuheben, da es einfach Spaß macht, diesem zu folgen.

Das achte und leider auch schon letzte Stück des Albums „Ashes IV“ verfügt eindeutig über Überlänge, denn das Teil hämmert sich seinen Weg Richtung Hörorgane inklusive ganz langsamem Fade-Out auf einer Länge von knapp über zehn Minuten. Allerdings ist der komplette Teil ab Minuten siebeneinhalb mehr oder weniger überflüssig, denn das Folgende wirkt wie ein Zeitschinden und wenn man dieses Faktum aus diesem Blickwinkel betrachtet, dann relativiert das auch wieder die Spielzeit der Scheibe, die bei 42 Minuten angesiedelt ist. Wäre man jetzt böse veranlagt, dann würde man die an diesen Song geklöppelten drei Minuten abziehen, ja, und was bliebe dann noch? Eine Full-Length-CD mit ca. 39 Minuten. Und diese dann ganze sechs Jahre nach ihrem Vorgänger-Album “A Thousand Deaths” veröffentlicht? Dieses Faktum schmälert den größtenteils positiven Gesamtweindruck dann doch schon stark.

Fazit: Nach sechs Jahren ein Album auf den Markt zu bringen, dessen „echte“ Spielzeit ohne Flunkerei gerade mal 39 Minuten zum Besten gibt, verschlechtert den Gesamteindruck der Scheibe. Zudem mangelt es an der finalen Durchschlagskraft der Songs, sodass es Diabolical mit dieser Scheibe nicht schaffen, aus der Masse heraus zu stechen.

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