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Diablo Swing Orchestra: The Butchers Ballroom

Ein wirklich teuflisch-gutes Machwerk mit viel Zündstoff
Wertung: 9/10
Genre: Avantgarde Metal
Spielzeit: 51:23
Release: 28.09.2007
Label: Candlelight Records

Auch wenn der Bandname zugegebenermaßen ziemlich skurril anmutet und zugleich auch der Albumtitel eher nach einem bluttriefenden B-Splattermovie klingt - setzt das innovative Sextett aus Stockholm dennoch auf alles andere als Belanglosigkeit! Oder wer kam schon vorher großmächtig auf die ausgefallene Idee, amerikanischen Swing-Jazz mit einem deutlichen mexikanischen Mariachi-Style(!) und symphonischen Metal-Eskapaden miteinander zu vereinen?!?

Wohl wahr... Was die Schweden hier auf “The Butcher´s Ballroom“ zu Stande gebracht haben, ist wahrlich mehr als nur ausgefallen und mutig. Zumal ich bis dato auch noch nicht erwähnt hatte, das Grand Madame Annloucie Lögdlund ein wirklich sagenhaftes Stimmorgan aufzubieten hat: Allerdings schreit und growlt Annloucie nicht, nein, sie schmettert mit einer mehr als beachtlichen Höchstleistung Arien durch die Reihen der komplexen Klangstrukturen, als sei sie ein schizophrenes Abbild von Ex- Nightwish Diva Tarja Turunen und der russisch-österreichischen Staropernsängerin Anna Netrebko!

Entsprechend gewannen Diablo Swing Orchestra nicht unverdient die begehrten Auszeichnungen als „Best Newcomer“ und dem „Best Debut Album“ bei den letzt jährlichen “Metal Storm Annual Awards“. So viel Mut gehört einfach belohnt - auch wenn jene bizarr anmutende Konstellation nicht unbedingt Jedermanns Sache sein dürfte. Aber wenn sich (rein umgangssprachlich) schon Devin Townsend, Primus und die frühen Nightwish zu einer musikalischen Liesson in einer Tako-Bar mit Jazz-Orchester verabreden, dürfte hier wohl nur den wenigsten NICHT das Wasser im Munde zusammenlaufen...

Entsprechend passt hier der Stempel „Avantgarde Metal“ wirklich wie die Faust aufs Auge: Tiefe und zeternde Cellos umgarnen liebevoll lateinamerikanische Trompetenswings und werden dann langsam - Stück für Stück - mit gnadenlos guten und straighten Gitarrenakkorden im pulsierenden Metal-Gewand fest untermauert. Und über allem thront diese engelsgleiche Stimme von Annloucie Lögdlung...

Die multikulturellen Einflüsse auf “The Butcher´s Ballroom“ sind zwar einerseits sehr extrem in ihrer reinen Theorie. Erweisen sich in der laufenden Praxis allerdings als heroisch stark, sowie als universelles Understatement der Spitzenklasse.

Einzelne Titel hervorzuheben sind auf Grund ihres verspielten und komplexen Aufbaus nahezu nicht möglich. Vielmehr sollten die 13 Kompositionen als untrennbare Einheit betrachtet werden.

Der gesamte Grundtenor von “The Butcher´s Ballroom“ ist weder besonders drückend, noch besonders aufreizend-tanzbar. Am ehesten schließt es viel mehr gekonnt eine heikle Lücke aus lebendigen Underground-Attitüden und massenpopulärer Radiotauglichkeit = Und genau DAS ist hier ein wirklich ganz großer und gelungener Kunstgriff, der seinesgleichen sucht!

Fazit: Wie zu Beginn schon erwähnt, tanzen Diablo Swing Orchestra mit ihrem Debüt auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig. Vollbringen aber dennoch den meisterlichen Geniestreich, als homogen-kompaktes Gesamtkonzept aufzulaufen.

Allerdings sollte man wirklich vor dem Kauf von “The Butcher´s Ballroom“ vorsichtshalber die Möglichkeiten von Hörproben wahrnehmen: Denn letztendlich sollte sich auch der Nightwish- und Townsend - Anhänger mit jenen „Gastspielen“ aus Jazz, Swing, Oper und mexikanisch-feuriger Leidenschaft anfreunden können... Doch wenn dies durchaus der Fall ist, erwartet einen mit “The Butcher´s Ballroom“ ein wirklich teuflisch-gutes Machwerk, mit viel Zündstoff für ein heißes Techtelmechtel unter freiem Sternenhimmel.

Aih, Caramba!!

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