Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Dezperadoz: Dead Man’s Hand

Tödliche Mischung
Wertung: 8/10
Genre: Western Metal
Spielzeit: 58:11
Release: 27.04.2012
Label: Drakkar Entertainment GmbH

Fühle ich mich gewappnet? Sind die Stiefel gewichst, breitet der Whiskey bereits seinen angenehmen wohligen Duft in der Stube aus, ist die Winchester noch nicht im Korn gelandet? Und überhaupt: Sitzt der Skalp noch? Natürlich sollte man nicht allzu fest im Genre-Sattel kleben, denn auch das vierte Dezperadoz-Album „Dead Man’s Hand“ nötigt einen weiten Blick über den Steppenrand hinaus ab. Die Band aus Kentucky, äh Heidelberg mischt da einmal mehr wieder Stilarten zusammen, die vermeintlich nicht zusammen passen.

Und während man sich noch beim pfeifenden Intro Fluppe rauchend durch die Prärie trabend wähnt, so zerballern die Jungs schnell mit hart bretternden Gitarren jegliche aufkeimende Western-Romantik – „Under The Gun“ macht also schon früh deutlich, dass man hier nicht auf metallisch klingende Riffarbeit verzichten muss. Auch das anschließende, manchmal etwas von The Cult eingefärbte „Yippie Ya Yeah“, was mittlerweile auch zu Videoehren gekommen ist, verzichtet nicht auf hart-moderne Gitarrenarbeit, so dass sich wohl jede Rothaut freiwillig ins Reservat zurückziehen würde.

Man muss sich aber auch auf einige soundtechnische Experimente einstellen und vor allem dem Klang metal-untypischer Instrumente gegenüber aufgeschlossen sein, denn die Dezperadoz setzen auch auf Banjo, Western-Gitarre, Trompeten, Saxofon sowie weitere Spielereien und mit Tom Angelripper, der ursprünglich diesem Projekt seine Stimme verlieh, haben sie sich einen Gastsänger gekrallt, der einige derbe Vocals bei „Showdown“ beigesteuert hat und locker herauszuhören ist. Nicht umsonst haben die Heidelberg-Cowboys bei diesem Track auf die Sodom-Stimme gesetzt, wummern sie doch hier massiv mit frech aggressiv aus der Hüfte geschossenen, leicht thrashigen Riffs munter in die Vollen.

Natürlich sind aber auch komplett andere Klänge zu vernehmen. Hört sich „Last Man Standing“ in der Eröffnungssequenz nach Volbeat an, so wechselt das schnell in ein bekanntes AC/DC-Riff, „My Ol’Rebel Heart“ folgt dagegen eher der Truck-Stop-Tradition und versetzt einen unmittelbar nach Nashville. Viele kleine Spielereien mit reichlich Western-Flair lockern auch gerne die Szenerie auf: So wird „Saloon No. 10“ natürlich mit einem klassischen Pianopart eröffnet, beim sehr ruhigen „Train Of Souls“ dröhnt selbstverständlich das Dampfross aus den Boxen und mit „My Gun And Me“ legen Dezperadoz noch die für Lagerfeuer-Atmosphäre geeignete Südstolz-Version des Debüttracks nach.

Ein wenig konsterniert muss man feststellen: Die Mischung macht es, denn die Dezperadoz schaffen auf ihrem vierten Album genau die harmonische Verschmelzung zweier Musikstile, die sich eigentlich klapperschlagengleich beißen sollten: Country und Metal. Allein schon der Titel „Dead Man’s Hand“, ein tödliches Blatt beim Poker, lässt darauf schließen: Ein tödliche Mischung – viele Ohrwürmer tummeln sich auf der vierten Scheibe. Jetzt müssen nur noch die Stiefel für den nächsten Square Dance poliert werden, der Soundtrack dafür liegt jetzt endlich auch den Metallern vor.

comments powered by Disqus

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend

Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann