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Devin Townsend: Ziltoid The Omniscient

Solch eine Konzeptstory habt ihr noch nie gehört!
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 53:46
Release: 18.05.2007
Label: Steamhammer/SPV

Devin Townsend ist auf eine sympathische Art und Weise völlig wahnsinnig, auch wenn er selbst das immer wieder dementiert. Fakt ist, dass der kanadische Workaholic ein unglaublich kreativer Kopf ist. Jeder, der schon einmal das Monumentalwerk „Terria“ seiner Soloband und das Massaker von Strapping Young Lad gehört hat, wird wissen, dass es das Wort „Limitierung“ im Wortschatz von Heavy Devy einfach nicht gibt. War das letzte Album seines Soloprojekts noch leicht beschwingt gehalten, versucht der Meister sich diesmal an einem Konzeptalbum. Und was für eine Story hat er sich da ausgedacht!

Die außerirdische Puppe (!) Ziltoid (zu sehen auf dem kongenialen Cover) verlangt nach der ultimativen Tasse Kaffe, die sie aber nicht zufrieden stellt und somit der Erde die Vernichtung androht. Das Ganze gipfelt dann in einer wahnsinnigen Story mit vielen Wendungen und etlichen herrlich kauzigen Charakteren. Unglaublicherweise hat das ganze sogar eine hintergründige Aussage, die ich aber niemanden vorweg nehmen möchte.

Wie setzt man sowas musikalisch um? Das wie aus einem Soundtrack klingende Intro „ZTO“ ist ein guter Start und wenn Ziltoid verkündet „You shall fetch me your universes ultimate cup of coffee. Black! You have five earth minutes – make it perfect!“ weiß man, dass man sich auf etwas Besonderes (und Wahnsinniges ?!) eingelassen hat. „By Your Command“ stampft mächtig und bombastisch aus den Boxen und Devin brilliert mal wieder gesanglich in diversen Tonlagen. Mal wird dem Hörer warm ums Herz, mal wird ihm selbiges brutal herausgerissen. „Ziltoid Atttaxx!!!“ bläst zum Sturmangriff und punktet mit einem Gitarrensolo (laut Story vom Titelhelden selbst gespielt), das auch die drogenvernebelten Gitarrengötter der 60er und 70er nicht besser hätten machen können.

„Solar Winds“ nimmt all den Spöttern den Wind aus den Segeln, die dieses Album als bloße Klamauk Platte abtun wollen. Wenn Ziltoids Gegenspieler Captain Spectacular vor dem Nichts steht, weil die gesamte Welt vernichtet wurde, kann man nur staunen, wie fantastisch Herr Townsend das umgesetzt hat. Das fast 10 minütige Stück plätschert mir aber im weiteren Verlauf zu sehr vor sich hin. „Hyperdrive“ führt vom Namen her in die Irre, klingt es doch vielmehr nach der letzten, ruhigen Platte „Synchestra“. Auch „N9“ schlägt in diese Kerbe und entführt uns immer tiefer ins All, bevor wir den „Planet Smasher“ erblicken, der sich bedrohlich aus der Schwärze schält. Die tiefe Gitarre und das Gespräch zwischen Ziltoid und dem „Planet Smasher“ (die Hörspiel Passagen nerven auch nach mehrmaligem Hören nicht) lassen einen Song entstehen, der beeindruckend schwer auf den Hörer prallt.

Hört Euch die Stimme des „Omnisdimensional creator“ an und sagt mir, was ihr davon haltet. Ich hab damit überhaupt nicht gerechnet und musste erstmal ziemlich lachen. Ja, der gute Devin ist immer für eine Überraschung gut. Der nachfolgende zweite Longtrack „Colour Your World“ vereint dann die Qualitäten, die der Fan an der Devin Townsend Band so schätzt. Ein wundervoller Klang Monolith, dessen Art einfach nicht zu kopieren ist. „The Greys“ ist in der Hinsicht auch nichts weiteres als eine Fortführung des vorherigen Songs. Das Outro „Tall Latte“ passt seltsamerweise perfekt zur Geschichte und schließt diese auf eine unerwartete, aber passende Weise ab.

Fazit: Ich hoffe wirklich, dass dieser kreative Kopf sich nicht aus der Musikwelt zurückzieht, wie er es ankündigte. Solche Farbkleckse braucht die Metalszene einfach! Wenn man sich mal überlegt, mit welchem Aufwand dieses Album entstanden ist, kann man nur den Hut ziehen. Townsend hat sich nicht nur eine vielschichtige Geschichte ausgedacht, er hat auch als Produzent einen super Job hingelegt und so ganz nebenbei das ganze Ding alleine (!) eingespielt. Lediglich die Drums kommen vom Computer, der aber so gut programmiert ist, dass das gar nicht auffällt. Also Devi: Bitte bleib uns erhalten!

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