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Devin Townsend (Project): Z²

Gut reinlaufende erste, weitaus anstrengendere zweite CD
Wertung: 8/10
Genre: Progressive/Alternative Metal
Spielzeit: 116:58
Release: 24.10.2014
Label: InsideOut

Es ist schon immer wieder faszinierend, wie produktiv Devin Townsend ist: Im letzten Mai erst veröffentlichte der Kanadier das Debüt seines Casualties Of Cool-Projekts, 2012 brachte er das durchaus starke „Epicloud“ unter dem Banner des Devin Townsend Projects heraus, und wiederum nur ein Jahr zuvor hatte er ein ähnliches Konzept wie beim vorliegenden Release verfolgt. Damals hatte er in Form von „Ghost“ und „Deconstruction“ zwei vollkommen unterschiedliche Alben am selben Tag auf die Menschheit losgelassen, diesmal handelt es sich gleich um ein Doppelalbum, dessen zwei Platten sich allerdings ähnlich frappierend voneinander unterscheiden.

Dass Townsend dank seines breitgefächerten Musikgeschmacks und des Ablehnens von Schubladendenken sehr vielseitig ist und keine Experimente scheut, dürfte jedem klar sein – dementsprechend kann sich allerdings auch jeder denken, dass mit „Z²“, das insgesamt fast zwei Stunden Musik beinhaltet, ein ganz schön harter Brocken vorliegt. Die erste Scheibe firmiert unter dem Devin-Townsend-Project-Banner und wurde nach einem Song in der Tracklist „Sky Blue“ getauft, während der zweite Rundling als Soloalbum von Devin Townsend aufgeführt und mit „Dark Matters“ tituliert wurde; dieser fungiert quasi als Fortsetzung der 2007er Platte „Ziltoid The Omniscient“.

Jenes Album gilt in Fankreisen als Kult; die putzige, koffeinsüchtige Alien-Puppe ist längst ein nicht wegzudenkender Teil von Devin Townsend und dass das Schlagzeug komplett programmiert wurde, findet man in diesem Fall zumeist auch eher unterhaltsam als dass man es als großen Kritikpunkt anführen würde. Insofern war es wohl nur eine Frage der Zeit, wann Devin Ziltoid wieder aus der Puppenkiste ausgraben würde.

Das Budget war diesmal offensichtlich ungleich höher, sodass der Nordamerikaner hier auf echte Drums setzt, die sich für den einen oder anderen dennoch recht klinisch und maschinell anhören mögen, doch zum alles in allem eher modernen Sound mit seinen crunchy Gitarren, den Townsend meist pflegt, passt dies zugegebenermaßen auch recht gut. Vom Material her ist gerade die zweite Scheibe streckenweise ziemlich anstrengend; Hevy Devy hat sich eine ausladende Science-Fiction-Story rund um den knuffigen Außerirdischen ausgedacht, die man wahlweise als lustig und kurzweilig oder als albern und schwachsinnig ansehen kann.

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie so oft in der Mitte. Es gibt definitiv witzige Momente, doch es wäre nicht unverständlich, wenn so manchem Hörer die vielen hörspielartigen gesprochenen Passagen schnell auf den Keks gehen – für all jene gibt es immerhin eine Edition von „Z²“, die noch eine dritte, von den Sprechsequenzen befreite CD, also eine alternative Version von „Dark Matters“, enthält. Musikalisch indes gibt es zweifellos einige starke Momente zu verzeichnen: „March Of The Poozers“ beispielsweise basiert auf einem eingängigen, sehr fett stampfenden Midtempo-Riff, „Ziltoidian Empire“ bildet eine coole, proggige Achterbahnfahrt, „Earth“ entpuppt sich als sehr vielschichtig und bei „Ziltoid Goes Home“ wird teilweise richtig schön aufs Gaspedal gedrückt.

Eine Nummer wie der Acht-Minuten-Klumpen „War Princess“ hingegen ist schon hartes Brot – die erste CD demnach weitaus leichter verdaulich. Wobei ich persönlich gestehen muss, Townsend ohnehin immer dann am besten gefunden zu haben, wenn er einen auf „Pop meets Metal“ gemacht hat. So sind auch auf „Sky Blue“ wieder einige erstklassige Hymnen in typischer Townsend-Manier zu finden, deren Machart an „Addicted“ erinnert: Poppige Refrains treffen auf sphärisch-spacige Keyboards und harte Gitarren, und mit Stücken wie dem gelungenen Eröffnungsdoppel „Rejoice“ und „Fallout“, dem sehr relaxten „Midnight Sun“, dem mit einem äußerst opulenten Refrain versehenem „Warrior“, dem Titeltrack oder dem feierlich-epischen Finale „Before We Die“ gibt es auf jeden Fall Höhepunkte en masse zu verzeichnen – häufig veredelt von Dauergastsängerin Anneke van Giersbergen. Einige werden ob der Omnipräsenz der Niederländerin auf Devins Alben sicherlich die Augen verdrehen, doch ich muss zumindest für mich persönlich feststellen, dass nach wie vor keine andere weibliche Stimme besser als Pendant zu Townsends Stimme und zu seiner Musik passt. Zum Ende hin geht das Ganze mittels Songs à la „Rain City“ und „Forever“ etwas mehr in die esoterisch angehauchte, sehr ruhige Richtung wie bei „Ghost“.

Zusammengefasst lässt sich hier kein leichtes Urteil fällen. „Sky Blue“ bietet gewohnt hochwertige Songwriting-Qualität, gepaart mit dem ebenfalls gewohnt feinen Gespür für tolle Arrangements (8,5). Die zweite Platte ist wesentlich sperriger, abgefahrener und braucht ganz klar mehr Durchläufe als die erste, kann diese im Endeffekt aber nicht überbieten (7). In Kombination bedeutet dies gerade so noch eine Acht.

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