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Devin Townsend Project: Ki

Ein drogenfreier "Heavy Devy" auf Selbstfindungstour
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 66:51
Release: 22.05.2009
Label: InsideOut Music/SPV

Wo will Devin Townsend hin? Das weiß wohl niemand so genau, am allerwenigsten vielleicht er selber. Sei es mit Strapping Young Lad oder mit seinen zahlreichen Solowerken – massenkonform war das Kanadier noch nie. Sein neuestes Vorhaben sind vier Alben, die unter dem Banner „Devin Townsend Project“ das Licht der Welt erblicken werden. Dabei verspricht er bei jedem Album „eine unterschiedliche Band, die meine Stücke spielt“ und auch vom Stil her soll es wild durch seine Karriere gehen. „Ki“ ist nun also der erste Streich des mittlerweile völlig drogen- und haupthaarfreien Masterminds, dessen größte Überraschung im Line-Up mit Sicherheit die Besetzung hinter der „Schießbude“ ist. Duris Maxwell heißt der Mann, bringt es auf jugendliche 62 Lenze und kann auf eine musikalische Karriere zurückblicken, die ihn u.a. zu Heart, Jefferson Airplane und sogar zu einer Jam-Session mit dem legendären Jimi Hendrix brachte.

„Ki“ ist völlig anders als die anderen Veröffentlichungen, die bisher auf das Konto das „Mad Professor of Metal“ gehen. Eins ist aber gleich geblieben – man benötigt Aufmerksamkeit, um „Ki“ gerecht zu werden. Auf den ersten Blick wirkt das Album geradezu spartanisch und völlig unspektakulär. Ruhige, entspannte Klänge umschmeicheln die Ohren und kommen dabei sogar mit einem Minimum an Melodien aus. Klingt so ein Devin Townsend, wenn er clean ist? Kann er die ergreifenden Epen der Vergangenheit nur dann schreiben, wenn diverse künstliche Stoffe sein Gehirn vernebeln? Nun, um das zu beurteilen, sollte man die nächsten drei Alben abwarten. Fakt ist aber, dass „Ki“ wohl kein Alltime Fave der Fangemeinde werden wird.

Was nicht heißen soll, dass es nichts zu entdecken gäbe. „Ki“ ist einfach nur eine Abkehr vom Bombast der letzten Alben, mit denen sich Townsend langsam in eine Sackgasse zu manövrieren schien. „Terminal“ beispielsweise ist eine knöcheltiefe Verbeugung vor den besonders verträumten Momenten der Prog Rock-Götter Pink Floyd und ein gutes Sinnbild des gesamten Albums. Verzerrte Gitarren gibt es nahezu keine, aber dennoch hört...nein, besser, fühlt man immer, dass da etwas unter der Oberfläche lautert, aber (noch) nicht zum Vorschein kommt. Man höre nur einmal „Coast“ oder das mit tollem weiblichen Gesang ausgestattete „Gato“.

Was diese Platte allerdings mit allen anderen Alben des Kanadiers gemein hat, ist der durchgehende rote Faden, der es fast schon zwingend erforderlich macht, alles am Stück zu hören. Hier liegt aber gleichzeitig auch das Problem, denn im Gegensatz zu den fantastischen Werken „Infinity“, „Physicist“ und „Terria“ haben sich auf „Ki“ einige Durchhänger eingeschlichen, die, man mag es kaum sagen, wirklich langweilig sind. „Ain't Never Gonna Win“ mit seinen Jazz-Einflüssen taugt im besten Fall als Hintergrundmusik und „Lady Helen“ gelingt nicht einmal das.

Aber glücklicherweise hat Devin immer wieder einige Ideen in der Hinterhand, die wohl nur in seinem Kopf entstehen können. Man höre und staune über den Titeltrack, der erst ab der Hälfte Fahrt aufnimmt. Stellt sich der Hörer zunächst auf einen weiteren entspannt-spartanischen Trip ein, ertönen dann doch endlich die typischen Townsend'schen Chöre, die man auf diesem Album gar nicht mehr erwartet hätte. Es ist fast so, als ginge plötzlich die Sonne auf, weswegen das nachfolgende „Quiet Riot“ perfekt passt. Hier wird wie auch schon bei „Let It Roll“ vom „Synchestra“ Album den Beatles gehuldigt, bevor „Demon League“ den Hörer mit nur einer Frage zurück lässt.

Quo vadis, Devin Townsend? (Ja, ich weiß, eine billige Phrase!). Was erwartet uns auf den weiteren drei Alben des Devin Towsend Projects? Man darf gespannt sein, denn nach „Ki“ ist zumindest eines klar: Devin Townsend ist wieder ein gutes Stück unberechenbarer geworden.

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