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DevilDriver: Winter Kills

Das hätte mehr sein können
Wertung: 5,5/10
Genre: Groove Metal / Melodic Death Metal
Spielzeit: 49:16
Release: 21.08.2013
Label: Napalm Records

Platte Nummer sechs für die Amis von DevilDriver. Die Truppe hat sich nach dem letzten Album „Beast“ ganz schön ins Zeug gelegt und innerhalb von zwei Jahren (das scheint der natürliche Zyklus der Band zu sein) die neue Platte eingehämmert. „Beast“ war ein recht starkes Album und somit ist das Hauptaugenmerk auf das Songwriting und die Qualität der neuen Scheibe gerichtet.

Da fällt sofort auf, dass die Band ihrem Stil zwar sehr treu geblieben ist, die Songs aber dennoch (wenn auch oft nur marginal) komplexer geworden sind. Leider verlieren viele Passagen auch mit steigender Arrangement-Dichte auch ihre Eingängigkeit. Die brutale "direkt-auf-die-Fresse-Attitüde" leidet zunehmend. Ein weiterer Faktor erschwert dem Hörer einen guten Start in die Platte: Die ersten beiden Songs sind wirklich nicht die besten des Albums. „Oath Of The Abyss“ donnert zwar fies vor sich hin und wirkt auch bandtypisch unglaublich sauer und angepisst, aber der „Gesang“ ist einfach sehr monoton und die Gitarristen haben hier zwar ein tolles Leitriff, aber alle anderen Arrangements für die Sechssaiter können nicht wirklich für Aufsehen sorgen.

Ganz ähnliches gilt für „Ruthless“, auch wenn diese Nummer schon leichter im Gehör hängen bleibt. Hier liegt der Kernpunkt auch deutlich näher am Groove, was DevilDriver schon sehr gut zu Gesicht steht. Auch der Titelsong ist eine gekeifte Kampfansage an die ganze Welt. Die passt zwar auch ganz toll zur Band, aber die Nerven der Zuhörer werden nur weiter beansprucht. Bis hierher ist die Scheibe einfach nur sehr monoton und dünn. Es gibt jede Menge Aggressionen, toxische Riffs und einen Frontmann, der sich die Lunge aus dem Hals brüllt. Für die Charts scheint das wohl zu reichen, denn die Platte ist in den USA auf Platz 32 und in Deutschland sogar bis auf Platz 24 gekommen.

Vielleicht haben sich die Käufer auch die Mühe gemacht und sich bis zur zweiten Hälfte der Scheibe durchgehört. Dort steigt das Songpotential dann nämlich doch. „The Appetite“ ist eine klasse Nummer mit einem geilen Riff, coolen Sologitarren und einem verhältnismäßig abwechslungsreichen Sänger. Hier lässt Dez Fafara endlich mal die Sau raus, und das nicht nur in einem einspurigen Monolog, sondern mit Einsatz und in verschiedenen Tönen. Diese Aussage lässt sich auch ohne Abstriche für die nächsten Lieder treffen.

Eines ist aber auch klar: DevilDriver haben sich mit „Winter Kills“ keinesfalls selbst übertroffen. Die großen Momente der Scheibe lassen sich nur sehr zögerlich entdecken und sind noch dazu sehr spärlich gesät. Handwerklich darf man der Formation nichts vorwerfen. Vor allem die Klampfer erweisen sich abermals als Virtuosen an ihren Instrumenten. Das alleine reicht aber heute bei weitem nicht mehr. Der beste Song auf der Platte ist übrigens das vorletzte Stück, „Tripping Over Tombstones“. Aggression pur, ein roter Faden , tolle Riffs und ein einigermaßen abwechslungsreicher Gesang – DevilDriver können schon noch, wenn sie wollen.  

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