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DevilDriver: Outlaws 'Til The End Vol. 1

Ein spannendes Projekt
Wertung: 8,5/10
Genre: Metal
Spielzeit: 45:40
Release: 06.07.2018
Label: Napalm Records

DevilDriver-Fronter Dez Fafara ist nicht unbedingt für seine harmonische Seite bekannt, startet immer wieder kleinere und größere Streitereien mit Genrekollegen und darüber hinaus und auch sonst schert der Mann sich herzlich wenig um die Meinung anderer. Welche andere Band könnte also sonst so weit gehen, mit einem Country-Coveralbum die Genregrenzen ad absurdum zu führen?

Anfang des Monats erschien nun die „Outlaws ‘Til The End Vol. 1“-Platte, der Titel impliziert schon ein größeres Projekt, und das macht Sinn – schaut man nämlich auf die Tracklist, sind zwar Größen wie Johnny Cash, George Jones oder auch Willie Nelson vertreten, aber Country hätte doch noch einige Songs in petto, die von den Amis sicherlich interessant umarrangiert werden könnten. Eine Version von „The Devil Went Down To Georgia“ mit Fafara in der Hauptrolle könnte man sich nur allzu gut vorstellen. Andererseits spricht es aber natürlich für die US-Amerikaner, dass sie sich so gut wie keine „Mainstream-Countrysongs“ ausgesucht haben, um ihr neues Projekt zu verwirklichen.

Neben Song-Klassikern wie „The Man Comes Around“ sorgte aber vor allem die Liste der musikalischen Gäste schon im Voraus für einige Neugier: Lamb Of Gods Randy Blythe ist hier ebenso vertreten wie einige von Cashs Kindern höchstpersönlich, und auch Hank Williams III lässt es sich nicht nehmen, bei seinem eigenen Song mit von der Partie zu sein. Ein bunter Reigen also, auf den man definitiv gespannt sein konnte.

Es macht Sinn, sich die Songs im Vorfeld im Original anzuhören, gerade weil doch einige unbekanntere Stücke dabei sind. Besonders überzeugend kommt ein Brocken wie „Copperhead Road“ durch die Boxen, vor allem weil hier die Diskrepanz zwischen Dez‘ Stimme und der des Gastsängers doch sehr frappierend ist – ausgerechnet 36 Crazyfists-Sänger Brock Lindow haben sich die Jungs hier zum Spielen eingeladen, bekanntermaßen ein Mann mit sehr gewöhnungsbedürftiger, aber saustarker Stimme. Entsprechend gerät das groovige Duell zwischen den beiden Metalmonstern zu einem der absoluten Anspieltipps der Scheibe.

Allerdings startet die Platte auch schon stark, denn mit „Country Heroes“ wird nicht nur irgendwie die Platte zusammengefasst, sondern Hank Williams III persönlich steuert seine fies-gemeinen Vocals zu seinem eigenen Song bei und sorgt dabei fast für so etwas wie Gänsehaut, zumindest aber für ein breites Grinsen. „Ghost Riders In The Sky“ bietet dann ein weiteres Highlight; mit Randy Blythe haben sich Devildriver hier einen absoluten Garant für brutale Vocals ins Boot geholt, der schon Willie Nelsons „Whiskey River“ zu einer echten Dampfwalze und auch vor dem Cash-Song nicht Halt macht – zumal hier mit John Carter Cash auch ein Sohn des man in black involviert ist, der gleich noch seine Frau mit ins Boot geholt hat.

Man kann hier schon mal überfordert sein, von der Fülle an Musikhistorie, die einem auf „Outlaws ‘Til The End Vol. 1“ entgegenspringt, aber allen Unkenrufen zum Trotz haben sich Devildriver hier keinen peinlichen Seitensprung gegönnt, sondern ein ziemlich cooles Album fabriziert, das sicherlich für alle Beteiligten ein Riesenspaß war. Wer sich die Platte zu Gemüte führt, sollte sich aber zumindest ein bisschen mit Country beschäftigen oder auskennen, sonst geht der Witz verloren.

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