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Devil: Time To Repent

Der versprochene teuflische Spaßritt Richtung Hölle lässt sehr viel Authentizität vermissen
Wertung: 6.5/10
Genre: Blues’n’Heavy’n’Doom
Spielzeit: 35:08
Release: 09.09.2011
Label: Soulseller Records

Retro ist anscheinend chic. Immer häufiger tauchen obskure Bands auf, die auf dem Retro-Trip (mit-)schwimmen und mit ihren Scheiben um Aufmerksamkeit haschen. Das ist natürlich bei den okkulten Doom Metallern Devil nicht anders, die mit ihrem Full-Length-Debut „Time To Repent“ ihren dritten Output insgesamt veröffentlichen. Im November 2010 stand das Demo „Magister Mundi Xum“ (als CD, Tape und 10“) als Appetitanreger an, im Juni 2011 folgte dann die Vorspeise in Form der „The Noble Savage/Blood Is Boiling“-7“ (limitiert auf 500 Einheiten), und quasi als Hauptgang nun die komplette Scheibe, wobei sich die B-Seite der 7“ auch auf diesem Longplayer wiederfindet.

Die Vorschusslorbeeren für Devil sind ja nun auch nicht so ganz von schlechten Eltern, avancierte „Magister Mundi Xum“ doch als Demo des Monats im Rock Hard 4/2011, allerdings liegen auch diese „Experten“ regelmäßig daneben. Vergleiche mit The Devil's Blood, Ghost oder auch Blood Ceremony treffen da auf Pentagram, Witchfinder General und vor allem Black Sabbath und dürften bei Genrefans sicherlich schon das Blut in Wallung bringen.

Tony Iommi scheint tatsächlich kein unwichtiger Einfluss zu sein, denn ein Track wie „Blood Is Boiling“ könnte glatt aus einer Sabbath-Riffsammlung stammen. Fast hypnotisch doomen die Gitarren von Stian Fossum und Kai Wanderås daher, legen zwischendurch auch etwas Tempo zu, um dann doch wieder allzu gerne im doomigen Trott den Song zu beenden. Die Gitarrenarbeit sammelt so schon schnell Pluspunkte, doch der Gesang von Joakim Trangsrud gehört in die Kategorie zwiespältig. Gehört z.B. „Break The Curse“ ganz sicher der Instrumente wegen zu den Highlights des Albums, so gehören der mit reichlich Hall unterlegte Gesang und vor allem die Vocallines noch nicht einmal in die zweite Liga. Kult, werden jetzt viele aufschreien, und ja, so ganz Unrecht werden sie alle nicht haben, wenn sie die oben genannten Bands verehren wie sonst kaum etwas anderes. Und das gleiche gilt auch für den Titeltrack „Time To Repent“: Sabbath-artige Riffs, ein stark pumpender Bass, die Drums scheppern wie bei Grand Magus, doch der Gesang scheidet einmal mehr die Gemüter und schmeißt den Titeltrack gleich wieder vom Podest.

Ganz anders gehen Devil bei „Death Of A Sorcerer” zu Werke. Der Anfang ist von Bass und Gesang geprägt, die Gitarren werden nur spartanisch und akustisch in den Hintergrund gesetzt, das Schlagzeug besteht fast nur aus der Hi-Hat und wirkt manchmal so, als ob es sich nicht dem Takt gebenden Metrum beugen will. Die Gitarren gesellen sich dann doch noch in doomiger Laune dazu und liefern einmal mehr eine langsame, alles überspülende Welle.

Wirklich große Retro-Gefühle kommen auf, wenn sich Bass, Drums und vor allem die Gitarren zu einem Gebräu aus Blues'n'Heavy'n'Doom zusammenschweißen und sich in bester Retro-Manier langsam aus den Membranen quälen. Mit dem Gesang haben sich Devil allerdings definitiv keinen Gefallen getan und fallen trotz der Vorschusslorbeeren durch; starker Hall und Vocallines Marke I-Dötzchen vertragen sich nicht wirklich gut und reichen „Time To Repent“ schnell auf die Anstiegsplätze durch. Der versprochene teuflische Spaßritt Richtung Hölle lässt so zumindest auf CD sehr viel Authentizität vermissen, eine entsprechend in kleinen Clubs vorgetragene Teufelsaustreibung dürfte allerdings sehr reizvoll sein. Erst antesten und dem Rundling mehr als einen Durchgang gönnen, dann bei Begeisterung zuschlagen. Wer Retro eh überflüssig findet braucht gar nicht erst unter ‚D’ nachzuschauen. Devil werden es verkraften, der Teufel holt sich sowieso eure Seelen.

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