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Devil's Shepherd: Suck My Colt

Reihen sich leider nur im Mittelfeld ein
Wertung: 7/10
Genre: Stoner Rock
Spielzeit: 20:24
Release: 14.01.2017
Label: Eigenregie

Devil's Shepherd aus Herborn markieren die heimische Stoner-Rock-Szenerie mit ihrer ersten EP und dem fluffigen „Suck My Colt“-Titel – zumindest immer keine schlechte Idee, einfach mit einer paar knackigen Songs und übersichtlicher Spielzeit ein erstes Oha in den Vorhof zu mauern. Doch so ganz wollen die vier Songs nicht zünden, was schon bei der etwas dumpfen, nicht trockenen Produktion anfängt und bei den Songs selbst auch insofern hängen bleibt, denen so ein bisschen das letzte unaufdringlich eingängige Flair fehlt, um sich aus der Masse gerade mit Blick auf internationale Truppen herauszufiltern.

Klar, irgendwann muss man sich einfach auch trauen, die Bühnenbretter gegen den Studioteppich auszutauschen, Kostengründe werden unter anderem auch dafür gesorgt haben, dass sie in Eigenproduktion ihren ersten Output angegangen sind, so aber eben auch vielleicht auf ein vermehrt kritisches Ohr von außen verzichtet haben. Dabei geht der Opener und Titeltrack „Suck My Colt“ recht gleitgelig cool ins Ohr, lebt von seiner netten Hookline und dem schicken Stoner-Drive mit dem fein ausgefeilten Gitarrensolo zu Beginn des letzten Drittels – ein „so kann es doch ruhig weitergehen“ schießt da direkt in den Kopf.

Im Grunde knüpfen Devil's Shepherd dann auch mit „Flatliner“ an – warum nur haben sie eigentlich nicht zum Start tatsächlich schön schräg mit einer Mundharmonika gearbeitet? Zwischendurch nehmen sie allerdings auch Schwung raus, gehen in einen nicht rund wirkenden Stampfrhythmus und verlieren so auch ein wenig den Faden, können aber erneut mit einem schön griffigen Gitarrensolo wieder ein bisschen Boden gut machen. Unterm Strich würde die Nummer auch deutlich mehr funktionieren, wenn sie eine gute Minute eher auf den Punkt gekommen wäre – zu viel zeitlich gewollt, ohne ausreichend Substanz einzubringen.

Das deutlich nachdenklichere „Crying Pride“ beginnt sehr ruhig und thematisiert das sinnbefreite Massensterben von Soldaten – der leicht schwerfällig gewählte Rhythmus unterstreicht dabei schön die düstere Thematik, im Refrain denkt man, dass sie auch mal bei Andys Ferryman meets When Trees Leave Wolves zugehört haben und auch der leicht nölend nasale Gesang passt hier wie der Spaten zum Schützengraben. Beim Rausschmeißer „The Wrath Of Jim Jones“ bleiben sie erneut bei ihrer schleppenden Linie, man mag ihnen gerne ein „kommt mal mehr aus den Puschen“ zurufen, muss sich aber selber bremsen, haben Devil's Shepherd hier die vielleicht beste Gesangsleistung involviert und lockern das auch noch mit ein paar Samples gut auf.

Luft nach oben ist da noch auf jeden Fall, eben auch deutlich, dabei sind die Grundlagen gar nicht zu verkehrt. Ein bisschen mehr Abwechslung, ein bisschen mehr Vertrauen zum detailverliebten Blick und vor allem eine bessere, gerne auch furztrockene Produktion, dann ist auch mehr drin – so aber reihen sich Devil's Shepherd mit der Debüt-EP „Suck My Colt“ eben nur im Mittelfeld ein.

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