Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Deuteronomium: From The Midst Of The Battle

Solides Death-Metal-Album mit überlangem Titelstück
Wertung: 7/10
Genre: Death/Thrash Metal
Spielzeit: 47:19
Release: 13.08.2008
Label: Bullroser Records

Dieses finnische Quartett ist kein unbeschriebenes Blatt mehr in der Szene und legt mit „From The Midst Of The Battle“ bereits sein drittes, vollwertiges Album vor, wobei die letzte Platte „Here To Stay“ allerdings bereits neun Jahre zurückliegt.

Zugegeben, mir sind beide Vorgänger unbekannt, ich kann also schlecht Vergleiche mit den früheren Alben ziehen, und dementsprechend nicht sagen, ob Deuteronomium die wahrscheinlich hohe Erwartungshaltung ihrer Anhänger nach so vielen Jahren erfüllen können, aber zumindest soll sich das Debüt „Street Corner Queen“ ziemlich deutlich vom letzten Release „Here To Stay“ unterscheiden, da sich bei letzterem der eigene Stil – den die Band selbst als „Death ’n’ Roll“ bezeichnet – herauskristallisiert haben soll.

Wie immer man dies nennen mag, die Finnen spielen eine durchaus gefällige Mischung aus melodischem Death Metal mit thrashigen Einschüben, die mal etwas moderner anmuten und fast schon ein wenig an Metalcore erinnern, und mal Old-Schooliger wirken. 
So erinnert zum Beispiel der Opener „Fields Of War“ an neuere Bands aus dem Thrash-Bereich wie Trivium, während beim kurzen „Song Of The Saved“ recht klassisch in bester Slayer-Manier gerifft wird. 

Genauso allerdings versteht es die Combo, sich ordentliche Grooves aus dem Ärmel zu schütteln, wie das zum Headbangen auffordernde „A Thorn Through Your Flesh“ beweist. Ebenso ist sie in der Lage, eingängiges, gut ins Ohr gehendes Material zu schreiben, wie man anhand des mit formidablem Single-Note-Riffing ausgestatteten „Hail To The King“ erkennen kann, das schon fast ein wenig an Amon Amarth denken lässt. Was im Übrigen eine ziemliche Ironie darstellt, wenn man bedenkt, dass Deuteronomium eine christliche Band ist.

Jedenfalls lässt sich daraus erkennen, dass die Gruppe sehr darum bemüht ist, Abwechslungsreichtum an den Tag zu legen: Es gibt vereinzelte Blastbeats, den erwähnten Wechsel zwischen Groove und Geschwindigkeit und zwischen den tiefen Growls sehr sporadisch eingesetzte cleane Vocals.

Auch songschreiberisch können Deuteronomium durchaus überzeugen: „Fields Of War“ klingt in meinen Ohren zwar irgendwie uninspiriert (abgesehen vom ruhigen Mittelteil) und auch „Defending The Faith“ langweilt trotz eines nett ausgearbeiteten cleanen Intros und Harmony-Voicings größtenteils, aber auf der anderen Seite stehen dafür gelungene Stücke wie der solide Melodic-Death-Track „Lost Indeed“, der mit coolen Breaks angereicherte „3:16“ oder das schon genannte „Hail To The King“. 
Äußerst respektabel und ganz klar das Highlight der Platte ist jedoch das 17-minütige Titelstück. Naturgemäß bewegen sich die Finnen bei diesem Song sehr in die progressive Richtung: Von einem ruhigen Keyboard-Intro geht es über melodische Parts, Akustiksequenzen mit Frauenstimmen, klassische Death- und Thrash-Metal-Riff-Gewitter bis hin zu einem epischen Finale. Hier wird dem Hörer wirklich die ganze Palette geboten, wobei die Breaks insgesamt ziemlich stimmig gesetzt wurden. 

Zusammengefasst also eine solide und hörenswerte CD, die uns die Christen-Deather aus Finnland hier vorlegen. Über Texte werde ich mich hier nicht auslassen, da sie nicht beigelegt sind; ob man also auf einem peinlich-missionarischen Trip ist wie manche Genre-Kollegen weiß ich nicht, musikalisch jedenfalls gibt es nicht viel zu meckern.

comments powered by Disqus

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend