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Deus Inversus: Mastery Over The World

Belangloses Todmetall aus Essen
Wertung: 5.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 46:28
Release: 17.09.2010
Label: Nihilistic Empire

Setzt man sich gelegentlich mit dem deutschen Untergrund der Death Metal-Szene auseinander, so kann es gut sein, dass man auf vier Musiker aus Essen stößt, die sich momentan als Deus Inversus ihren Weg durch besagte Gemäuer bahnen. Viel gab es, außer der vor etwa zwei Jahren Anno 2008 erschienenen CD „Legion Is Our Name“ und der vorausgegangenen MCD „The Downfall“ aus dem Jahr 2006, noch nicht zu hören von der hiesigen Combo. Wobei man noch hinzufügen muss, dass auch hier die Rezeptionen eher gemischt ausfielen.

Mit „Mastery Over The World“ wurde nun wieder ein Langspieler aufs Parkett geführt und der soll nun die Band weiter voran bringen. Damit das auch gelingt, hat man sich einem Labelwechsel unterzogen und steht nun bei Nihilistic Empire unter Vertrag, welche ihrerseits auch direkt die neue Scheibe für Fans von Immolation und Morbid Angel anpreisen. Das klingt natürlich erstmal gut, schafft aber auch eine gewisse Erwartungshaltung.

 

Schon der Titeltrack „Mastery Over The World“ der das Album eröffnet, kann hier nur enttäuschen. Die Jungs fahren zwar eine richtig deftige Todmetall-Dampfwalze mit tiefergelegten Gitarren, bösem Gegrunze und hyperaktiven Drums auf, erreichen aber, abgesehen vom Brutalitätsgrad, in keiner Weise die Klasse der genannten Bands. Hier gibt es keinen Groove, keine verschachtelten Songstrukturen und auch keine Gänsehaut fordernden Leads. Melodie ist für die Ruhrpottler wohl nur ein notwendiges Übel. Auch über die nächste Handvoll Stücke dominieren hauptsächlich uninspirierte Riffs und unbeholfene Leads, zu denen sich dann 0-8-15-Drumbeats und ein durchschnittlicher Growler gesellen. Zu allem Überfluss ist die Produktion dann auch noch weit davon entfernt, definiert und wuchtig zu klingen, so ist der Sound einfach irgendwie matschig. Ein Song wie „Call Me The Devil“, der sich über sechseinhalb unnötige Minuten streckt und von dem einfach nichts im Gehörgang hängen bleibt, ist für die Scheibe leider das Maß der Dinge.

Klar, im Death Metal geht es um Brutalität, aber ganz ohne Groove oder den Hauch von finsteren Melodien fehlt dann doch die Würze. Die Essener beherrschen mit Sicherheit ihre Instrumente, doch das Fabrizierte ist leider einfach zu langweilig. Bei der schieren Masse an Death-Metal-Bands muss man sich schon was einfallen lassen um sich abzuheben, doch bei Deus Inversus gibt es Riffs im Überfluss, die so oder so ähnlich schon von Bands wie Deicide qualitativ besser vorgemacht wurden. Bei aller Kritik muss man aber dann auch ein, zwei Lichtblicke zugestehen, denn ab und zu blitzt auch mal Talent auf und hier und dort gibt es ein paar nette Ideen, wie beispielsweise das Akustik-Interlude „Goatpriest“ oder auch das Outro „Into The Abyss“, jedoch gehen diese leider in der Durchschnittsware unter.

 

Alles in allem bietet „Mastery Over The World“ nichts, was nicht schon in besserer Form von besseren Bands eingespielt worden ist. Es ist zwar kein musikalischer Totalausfall, aber es fehlen einfach Elemente, die aus dem stumpfen Dargebotenen etwas Außergewöhnliches machen. Die Grundlage ist zwar vorhanden, aber am Ideenreichtum und am Feinschliff muss noch eine Menge getan werden, bis Deus Inversus zu einem distinktivem Sound findet. Auf dem aktuellem Stand gibt es hier deshalb nur halbgares Material zu finden.

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