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Dethrone: State Of Decay

Zu stumpf, zu wenig Finesse
Wertung: 6/10
Genre: Thrash Metal, Death Metal
Spielzeit: 13:53
Release: 13.10.2020
Label: Massacre Records

Wenn man sich ein bisschen in der Metalszene auskennt, knüpft man bestimmte Erwartungen an die Herkunft einer Band, im Falle der schwedischen Death-Thrasher Dethrone fallen einem da sicherlich ganze Wagenladungen an stilistischen Merkmalen ein, allen voran der Göteborg-Sound. Man erwartet zumindest ein My an Finesse, Fragilität, gepaart mit ausbrechenden Aggressionen, die dem Hörer das Gebiss raushauen.

Dethrone halten es da ein wenig simpler, um nicht zu sagen eher stumpf. Die Truppe, die bereits seit zehn Jahren aktiv im schwedischen Underground und mit Massacre Records‘ Hilfe auch darüber hinaus vor sich hin werkelt, hat den Spagat zwischen Spannung und Entspannung entweder übersehen oder direkt in die Tonne gekloppt, was sicherlich auch dem Thrash-Anteil geschuldet sein mag – zumindest auf der aktuellen, im Oktober erschienenen EP „State Of Decay“ räumt die Band old schooligen Thrash-Soli zwar ihren Platz ein, lässt aber deutlich todesmetallische Raffinesse vermissen.

Das mag beim Opener „Divine Supremacy“ mit seinem hochdramatischen (und schon zigmal anderswo gehörten) Intro und dem recht düsteren Refrain noch ganz gut funktionieren, zumal Sänger Matthias Vestlund wirklich ein wunderbar wütendes Organ zur Schau stellt; unterm Strich muss man aber sagen, dass die Vocals – wie auch der Rest der Scheiblette – bereits nach wenigen Umdrehungen ihre Anziehungskraft verlieren.

Bei „Revolt“ ballern die Drums recht stumpf nach vorne, während die Gitarre eher uninspiriert (und nach einer Weile sogar recht nervig) vor sich hinnudelt. Schade, denn technisch sind die vier Schweden sicherlich ganz solide ausgebildet, allerdings scheint von Eigeninitiative oder Varianten noch keiner der Musiker etwas gehört zu haben. Es ist zwar nicht so, dass man entnervt aufgeben will – zum Haare schütteln kann die EP mit ihren vier Songs allemal herhalten –, aber so richtig Spaß kommt hier auch nicht auf. Da freut man sich dann schon über den kurzen Ausreißer seitens des Fronters in Form eines ordentlichen Schreis.

Lediglich beim schön betitelten „Flesh Harvest“ kommt ein bisschen Bewegung in die Bude, man orientiert sich eher am Death Metal der alten Schule, kann ein bisschen an Cannibal Corpse‘schen Einflüssen kratzen und vor allem Vestlund gibt sich mit tiefen Growls Mühe, dem Genre gerecht zu werden. Kombiniert mit einem ordentlichen Groove haben Dethrone hier zumindest einen Anspieltipp in petto.

Damit hat es sich dann aber leider auch schon, denn das finale „Room 101“ ist zwar recht flott unterwegs, kann aber auch das Steuer nicht mehr so richtig herumreißen. „State Of Decay“ ist beileibe keine schlechte, sondern eher eine uninspirierte Platte geworden, die auf Nummer sicher zu gehen scheint – zu schade, denn gerade Gitarrenfahrten wie im finalen „Room 101“ und auch das brachiale „Flesh Harvest“ zeigen deutlich mehr Potential.

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