Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Destructor: Back In Bondage

Vorsicht, nur für die Dauerrotation geeignet
Wertung: 9/10
Genre: US Metal/ Thrash Metal
Spielzeit: 55:11
Release: 26.02.2016
Label: Pure Steel Records

Kann man die Zeit eigentlich wieder einholen? Destructor versuchen es zumindest, soviel steht fest, wenn sich „Back In Bondage“ wie ein US-Metal-Geschoss seine Bahn durch die Gehörgänge sucht, wenn die brutal gute Riffarbeit zu einem Belastungstest für die Nackenmuskulatur mutiert. Eigentlich, deswegen das auch mit der Zeit, sollte dieser Longplayer damals anno 1999 erscheinen und das so famose „Maximum Destruction“-Debüt von 1985, welches noch immer bei  vg-erhaltenen Platten für durchschnittlich 35 Euro über die virtuelle Ladentheke geht, endlich nach den ganzen Schicksalsschlägen ablösen, doch hätte, hätte, Fahrradkette.

Beinharte Destructor-Fans werden natürlich schon beim Blick auf die Tracklist erkannt haben, dass sich da die eine oder andere bekannte Nummer versteckt. Und trotzdem, wer jetzt nicht gerade ein Faible für neuartige Sound- und Songideen verinnerlicht hat, bekommt hier ein bärenstarkes Old-School-Paket abgeliefert. Gehört „Final Solution“, damals schon auf der 99er Demo zu finden und wohl nur einem kleinen Kreis bekannt, mit drückenden Gitarrenriffs, aggressiv schrägen Gitarrensoli, spontanen Tempiwechseln und auch mit dem thrashigen Finale schon zu den kaum schlagbaren Midtempo-Nummern, so lassen sie es in „Tornado“ dann gleich in bester Thrash-Manier krachen und liefern das perfekte Headbanger-Nackenfutter.

Mmmmh, mit „The Shedding Of Blood And Tears“ - ebenfalls schon 99 auf der Demo gelandet - geht es dann sogar erst einmal in die balladeske Ecke, aber jedweder Panik wird dann dadurch der Garaus gemacht, dass sich doch immer wieder reichlich Melodie mogelt, bärenstarke Riffwände dazustoßen und gerade der hymnischen Gesang für absolute Gänsehautmomente, die keineswegs Weichei-orientiert sind, sorgt. „N.B.K.“ macht dann unmissverständlich klar: Ich bin ein Anspieltipp – erst das Radiointro, am Anfang diese bassdominierte Abgeklärtheit, dann das schwere Riffing, wodurch man nur zu dem Schluss kommen kann, dass der Song einfach alles hat, was man von einem Destructor-Song erwartet - Melodie, Power, Aggression, aber auch ruhige Momente. „G-Force“, mittlerweile Dauerlivegast schon seit fast zwei Dekaden, ist der pure Raketentreibstoff, lebt vom flirrenden Anfang genauso wie vom hymnischen Gesang eines Dave Overkill, trifft aber auch mit den harmonisch abgeschmeckten Riffattacken auf jeden US-Old-School-Nerv.

Keep It True, Headbangers Open Air oder auch das Swordbrothers Festival sind keine Fremdworte? Die dort live gebotene Mucke läuft auch Zuhause rauf und runter? Nun denn, dann gehören auch Destructor dazu, denn qualitätsorientierte US Metaller mit gelegentlichem Hang zu thrashigen Ausflügen sind bei „Back In Bondage“ bestens aufgehoben. Fesselnd von der ersten Sekunde an, null Ausfälle, mit dem auch mit ruhigeren Momenten aufwartenden „N.B.K.“ und dem sehr Thrash-lastigen „Tornado“ auch zwei Übersongs im Gepäck – für Sammler nicht geeignet, denn diese CD gehört ab sofort in die persönliche Dauerrotation.

comments powered by Disqus

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands