Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Destruction: Under Attack

Frische Nichtrevolution
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 47:43
Release: 13.05.2016
Label: Nuclear Blast

Roh, brutal, urtümlich, etwas ungestüm, das sollte jedenfalls auf den Wunschzettel eines Destruction-Fans stehen, wenn er an ein neues Album der Süddeutschen denkt. Genau der rohe Ton ist bei den letzten Alben ja ein wenig bei dem Trio untergegangen, die zwar immer wieder eine hochklassige Scheibe nach der anderen veröffentlichen, dabei aber auch im engen Thrash-Korsett ein wenig im Kreise drehen. Die Erwartungen an das mittlerweile 14. Studioalbum dürften also auf der einen Seite auch wieder ganz hoch angesiedelt sein, doch Neuerungen wird der Fan der ersten Stunde sicherlich nicht wollen und auch nicht auf dem Radar haben – so ist das mit dem Strudel der Bekanntheit und der Erwartungen.

Und im Grunde machen Destruction genau da weiter, wo sie vor vier Jahren mit „Spiritual Genocide“ aufgehört haben – flirrende Soli, aggressiver Schmier-Gesang mit seinen identitätsstiftenden Schreien und der Null Toleranzlinie gegenüber Neuerungen. Schon schwierig, aus den „Mad Butcher“- und „Bestial Invasion“- Fesseln zu entwischen.

Frisch hört sich das Album an, was vielleicht auch damit zusammenhängen mag, dass das Trio immer mal wieder ein paar Aufnahmen absolvierte und nicht dauerhaft am Stück bis zum Erbrechen an den Songs feilte – ganz gleich, ob nun beim Martin in den Gernhart Studios  oder auch beim VO Pulver in seinen Littel Creek Studios – das Ergebnis kann sich hören lassen und wird wohl auch in Zukunft Schmier & Co. beeinflussen. Allein schon der Opener sorgt für ein wenig Verblüffung, setzen Destruction nicht auf den zackigen Überfall, auch wenn der Titel vielleicht noch etwas anderes suggerieren mag, doch die akustische Klampfe sorgt erst noch für einen bedächtigen Einstieg, bevor dann doch sich ein klassisch riffiger Thrashfetzer durchsetzt und die schrillen Schreie von Schmier auch heute noch mitten ins Fanmark treffen.

Mit „Getting Used To The Evil“ kommt sogar zögerlich ein wenig Balladenfeeling auf, denn erneut darf erst einmal die Akustikklampfe ein paar Akzente setzen und zwischendurch auch immer wieder aufblitzen, ansonsten macht die stampfende Nummer ordentlich Druck und wird mit fetten Screams locker auf den Anspieltippthron gehievt. Ein Fehler wäre es jetzt zu denken, die süddeutsche Thrashinstitution kommt nun mit leichteren Musen daher, doch ganz im Gegenteil, denn der Breitwand-Thrasher „Pathogenic“ peitscht mit schnell aggressivem Riffing nach vorn und kontert mit einem fetten Basslauf, „Stigmatized“ setzt auf eine Mischung aus stampenden und Up-Tempo-Kreuzzug und auch „Elegant Pigs“ mit seinem rasanten, leicht schrägen und absolut gekonnten Hochgeschwindigkeitsriffing, wo die Doublebass-Attacken auf eher rockige Drums treffen, richten einfach nur noch Schaden in des Kritikers Lauscher an – einfach nur der Wow-Effekt.

Aber auch die weiteren Songs sind nicht zu verachten. „Second To None“ gehört zu den Nummern, wegen der man Destruction einfach lieb haben muss, das mit kurzem und leichten orientalischem Flair angehauchte Solo in „Generation Nevermore“ ist einfach nicht von dieser Welt und auch die überragende Gitarrenarbeit durch Saitenhexer Mike lässt den Thrashanhänger vor Freude im Karree tanzen.

Im Grunde bieten Destruction auf „Under Attack“ also genauso das, was sie in ihren guten Songs schon immer zu bieten hatten: Kurze, flirrende Soli, leicht schiefes Riffing, eine Prügelattacke nach der anderen und nur wenig Aussichtspunkte für das große Luft holen. Natürlich werden sie einmal mehr wieder ein bisschen Schelte einstecken müssen, wo denn die Entwicklung bleibe, schließlich würden sich doch seit Jahren immer das Gleiche machen, der Fan aber wird sich auf das Album stürzen und erneut ein paar frische Thrashhappen zufrieden goutieren. Destruction müssen allerdings trotzdem aufpassen, nicht plötzlich von Bands aus der zweiten Garde überrollt zu werden, der Platz bei den „Teutonic 4“ wird nicht geschenkt.

comments powered by Disqus

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging