Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Destruction: D.E.V.O.L.U.T.I.O.N.

eine Geburtstagstorte aus dem Hause Destruction
Wertung: 8.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 48:2
Release: 29.08.2008
Label: AFM Records

25 Jahre und kein bisschen leise, so könnte das Motto heißen, das auf der Geburtstagstorte von Destruction steht. Die Band beschenkt die Fans mit ihrem immerhin zehnten Studioalbum. Nachdem Schmier mit seinem wieder ins Leben gerufenen Sideprojekt Headhunter ja auch dieses Jahr mit einem Album glänzen durfte, steht nun mit „D.E.V.O.L.U.T.I.O.N.“ der neue Output seiner Hauptband Destruction auf dem Plan.

Ungewohnt melodisch, fast schon eher an Headhunter erinnernd, beginnt der Titeltrack mit verhaltenen akustischen Gitarren. Aber keine Sorge, diese kurze Einleitung hat nichts mit dem übrigen Material zu tun, denn nach den paar Sekunden bolzt Destruction kräftig und zügig los. Mit einem richtig fetten Sound wartet die neue Scheibe auf, irgendwie heavier als früher. Der Song besticht durch einige Gitarrenlinien, die sich einfach nur in das Gehirn fressen und dort wohl für lange Zeit verweilen werden. Kein Geringerer als Vinnie Moore von UFO soll hier einen Gastauftritt hingelegt haben. Starker Opener mit Suchtcharakter, schon allein wegen der gelungenen „Devolution“ Rufe.

„Elevator To Hell“ hämmert sich recht abgehackt durch die Lautsprecher, bis man normale Fahrt aufgenommen hat. Das Tempo siedelt sich im zügigen Midtempo an. Gelungene Arrangements und technisch versierte Breaks offenbaren die Klasse der Band. Aber mal ganz ehrlich: Man braucht über das Können von Schmier, Mike Siffringer und Marc Reign ja eigentlich auch nicht mehr nachzudenken. Das ist erwiesen.

„Vicious Circle - The Seven Deadly Sins” beginnt mit einem beschwörenden Chor, bevor dann die eigentliche Geschwindigkeit aufgenommen wird und Schmier sein Organ erklingen lässt. Drummer Marc Reign prügelt auf alles ein, was wie ein Schlagzeugbestandteil aussieht und sorgt trotz gemäßigterem Tempo für sehr positive Akzente. Cool, dass die Chöre zum Ende wiederkehren und langsam die Oberhand gewinnen.

„Offenders Of The Throne” besticht durch sein groovendes Midtempo und erinnert doch eher an Headhunter als an alte Destruction. Trotzdem, oder gerade deshalb eine kleine Hymne auf diesem starken Album. Der Refrain ist mehr als nur gelungen und das Solo von Mike Siffringer recht strange. Coole Kombination und definitiv ein weiteres Highlight.

„Last Desperate Scream” kann dann allerdings nicht so recht punkten, denn irgendwie rifft man sich hier dann doch ein wenig zu langsam durch die Spielzeit. Der Refrain kann nicht genug fesseln und dann hilft auch die stärkere Gitarrenausrichtung nicht mehr.

Das ändert sich dann aber schlagartig mit „Urge (The Greed Of Gain)“. Angereichert durch Soli von Gary Holt (das erste) und Jeff Waters (das dritte) widmet man sich hier sehr deutlich den Idolen der Thrashszene der damaligen Zeit. Metallica und Testament seien hier an erster Stelle genannt. Ein eingängiger Refrain, gepaart mit dem exzellenten, druckvollen Drumming sorgen für extrem hochgezogene Mundwinkel. Der Nacken ist auf Höchsttemperatur angeheizt und verrichtet präzise Arbeit wie die Musik selbst.

„The Violation Of Morality” besticht durch exzellentes Riffing, das einfach nur gehörig in den Allerwertesten tritt. Wenn man hier nur noch einen deutlich prägnanteren Refrain draufgesetzt hätte, wäre ein weiteres Highlight entstanden. So schleudert der Schädel vor und zurück, ohne allerdings zusätzlich die Mundwinkel bis an die Ohren hochgezogen zu haben.

Ein geiles Metallica-like Riff sorgt für mächtig Stimmung, auch wenn die Geschwindigkeit im Midtempo angelegt ist, so zündet der Track doch recht eindrucksvoll. „Inner Indulgence” schafft es nicht zuletzt wegen des Riffs und dem mal wieder exzellenten Drumming von Marc Reign sowie den zahllosen Breaks für ungezügelte Freude zu sorgen.

So richtig in die Vollen geht dann aber wieder „Odyssey Of Frustration“. Keine Ahnung, was passieren wird, wenn der Song live rausgehauen wird, allein schon wegen des prägnanten Refrains. Ja, da werden wohl einige Hallendecken gehörig ins Wackeln geraten.

„No One Shall Survive“ bildet dann leider schon den Abschluss dieser gelungenen CD. Hier wird noch mal richtig die gute alte Destruction Zeit zum Wiederaufleben gebracht. Ohne jegliche Kompromisse wird die Keule rausgeholt und kräftig geschwungen, auch wenn man nicht unbedingt das Gaspedal voll durchtritt.

Fazit: Anno 2008 wird der Geburtstag auch recht häufig im Midtempo zelebriert. Das stört allerdings keinesfalls, da die Kompositionen alle das Mittelmaß teilweise deutlich übersteigen. Die neue Scheibe macht richtig Spaß und schuld daran hat nicht zuletzt der exzellente Sound. Technisch hochwertiger Thrash Metal mit einigen Anleihen an die gute alte Zeit.

comments powered by Disqus

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging