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Destruction: Day Of Reckoning

Destruction schaffen locker den Spagat zwischen „back to the roots“ und Moderne
Wertung: 9.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 45:23
Release: 18.02.2011
Label: Nuclear Blast

Drei Jahre sind seit dem deutlich experimentelleren “D.E.V.O.L.UT.I.O.N.“ nun vergangen, und Destruction mussten gehörig aufpassen, von der thrashenden Konkurrenz nicht abgehängt zu werden, sind doch in den letzten Monaten unglaublich starke Alben auf nationaler und internationaler Ebene (siehe nur die aktuellen Sodom- oder auch Tankard-Scheiben) veröffentlicht worden.

Offensichtlich hat nicht nur der Wechsel des Schlagzeugers – Marc Reign hatte sich im März 2010 verpieselt – den Teutonenthrashern gehörig in die Fott getreten, sondern auch der Gang nach Kan… äh… zu Nuclear Blast scheint Destruction dermaßen beflügelt zu haben, dass sie mit einer fetten Portion Wut und gehobenen Magensäurespiegel mit „Day Of Reckoning“ ein brutales und modernes Thrashalbum auspacken.

Auf Studioalbum elf haben sich elf Tracks versammelt (die limitierte Slipcase-Version beinhaltet noch den Bonus-Track „Stand Up And Shout), und die liegen hier auch als Promo vor. Oha... dumpfes bedrohliches Dröhnen zu Beginn, dann läuft die Uhr ab, und schon wenige Sekunden später steckt man tief drin im rassigen Thrashgemetzel von Destruction. Gleich der Opener „The Price“ zeigt in aller Herrlichkeit sämtliche Trademarks dieser Band auf, von der Stimme Schmiers in ungeschlagener Bestform bis zum Flitzefinger-Spiel Mikes. Trotz des modernen Sounds wird man geradezu in die achtziger Jahre zurückkatapultiert – Reminiszenzen an „Mad Butcher“ und „Eternal Devastation“-Zeiten tauchen immer wieder auf. Was für ein fetter Einstieg.

Gerade diese Zitate aus alten Destruction-Tagen kommen so frisch herüber, dass man gar nicht daran denkt, es sei nur ein Abklatsch vergangener Zeiten. So wummert in „Devil’s Advocate“ fast permanent die Doublebass, Mike fertigt alle anderen Thrasher mit einem hervorragenden Solo ab, und auch dieser Song hätte im Old-School-Sound auf die „Mad Butcher“-EP gepasst.

Tief vor der eigenen Vergangenheit verneigen sich Destruction auch in „Sorcerer Of Black Magic“, welcher auch anno 1985 zu den Meisterwerken gezählt hätte. Und auch „Misfit“ strotzt nur so mit alter Eleganz. Doch Destruction sind weit davon entfernt, lediglich eine Kopie alter Synergien abzuliefern, denn sie haben sich durchaus der aktuellen Studiotechnik bedient, um so die Hörgewohnheiten der immer zahlreicher anwachsenden Thrash-Generation zu sichern. Das mag den einen oder anderen Metalhead der alten Schule zwar verprellen, aber eindeutig ist in jedem Song mehr Destruction als noch beim Vorgänger.

Keine Ahnung, wer da Schmier in die Suppe gespuckt hat, aber wie er da mit Teilen der Gesellschaft abrechnet, zeugt schon von mächtigem Druck auf der Blase. Destruction treten nicht immer Vollgas, sondern ballern auch einmal für ihre Verhältnisse im Midtempo, und trotzdem spielen sie locker mit „Destroyer Or Creator“ drei Viertel der Mitbewerber um die Thrashkrone an die Wand.

Fazit: Mehr denn je wirken Destruction auch 2011 so richtig angepisst – förderlich war da sicher der Heimathafen NB und der Wechsel hinter den Kesseln. Dass sie aber 2011 eine monströse Thrashwalze nach der anderen heraushauen und so gar keine Gefangenen machen, war so nicht wirklich zu erwarten, auch wenn Schmier schon ein „back to the roots“ vor fast einem Jahr ankündigte. Destruction schaffen mit „Day Of Reckoning“ den Spagat, nicht nur die alten Zeiten nicht zu verleugnen, sondern dabei auch noch modern und interessant zu klingen. Gleich vom ersten Ton an erkennt man Destruction, und wer einmal diese Scheibe im Player stecken hat, wird es verdammt schwer haben, den Silberling wieder in die Schutzhülle zurückzufingern. Mit dem wohl besten Album seit der Reunion beweisen Destruction auch heute noch, dass der Platz im tankardschen Seniorendorf lange unbesetzt bleiben wird.

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