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Destruction: A Savage Symphony - The History Of Annihilation

Pflichtkauf für jeden Fan
keine Wertung
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 210:00
Release: 29.01.2010
Label: AFM Records

Darauf dürften viele Fans der Thrash-Legende aus Süddeutschland gewartet haben: Den legendären Wacken-Auftritt aus dem Jahre 2007 zum 25-jährigen Jubiläum von Destruction in Gestalt eines audiovisuellen Dokuments endlich auch in den eigenen vier Wänden bestaunen zu dürfen.

Nun also ist es endlich so weit und um es gleich vorwegzunehmen: Kein Destruction-Fan oder überhaupt Freund teutonischen Thrash Metals kommt drum herum, diese DVD mit dem Titel „A Savage Symphony – The History Of Annihilation“ abzugreifen, ein Kauf ist geradezu Pflicht. Zwar dauert das eigentliche Konzert nur lediglich etwa 75 Minuten, doch allein die haben es schon in sich. Eine Band, die entsprechend dem Ereignis bestens in Form ist (gerade Schmier ist einfach eine tierische Rampensau und man kann sich beileibe nicht vorstellen, dass die Band unter dem gleichen Namen tatsächlich einige Jahre ohne ihn existierte) und eine ausgewogene Setlist präsentiert, die sowohl aus ganz alten Klassikern wie „Death Trap“, „Antichrist“, „Curse The Gods“ oder „Life Without Sense“ besteht, als auch aus Material um die Reunionszeit herum à la „Nailed To The Cross“, „Thrash Till Death“ oder „The Butcher Strikes Back“ (mit letztgenanntem wird die Show furios eröffnet), sowie neuerem Stoff der Marke „Alliance Of Hellhoundz“ und „Soul Collector“.

Klar wird der ein oder andere sagen, dass hier trotzdem noch Platz für ein paar weitere Hits gewesen wäre (Saxon durften beim letztjährigen Wacken anlässlich ihres Jubiläums schließlich auch gute zwei Stunden spielen), doch dafür hat dieses verhältnismäßig kurze Konzert eine Menge Gimmicks und Überraschungen zu bieten, die gleichermaßen den Künstlern und dem anwesenden Publikum unheimlich viel Spaß bereitet haben dürften. So treten bei „Alliance Of Hellhoundz“ Peavy von Rage, Oddleif Stensland von Communic, Sodoms Tom Angelripper und Blitz von Overkill als Gastsänger in Erscheinung – bereits auf der Studioaufnahme, die auf „Inventor Of Evil“ zu hören ist, sind eine Reihe Gastvokalisten am Start, von denen mit Peavy immerhin einer eben auch bei der Wacken-Show anwesend ist. Kultig übrigens, wie sie da mit ihren Zetteln in der Hand auf der Bühne stehen und ihre Texte ablesen.

Noch spektakulärer dürfte allerdings wohl das Auftreten von Ex-Zweitgitarrist Harry Wilkens (teilweise mit Gasmaske) und der beiden früheren Drummer Oliver Kaiser und Sven Vormann sein – bei einigen Stücken wird tatsächlich mit drei Drum-Sets auf den Brettern gezockt (!), was erwartungsgemäß Begeisterung beim Publikum hervorruft – so was erlebt man schließlich auch in Wacken nicht alle Tage. Auch der „Mad Butcher“ (sozusagen Destructions Eddie) darf hier natürlich nicht fehlen und stakst das ein oder andere Mal mit gezücktem Fleischermesser über die Bühne.

Das Ganze kommt mit ordentlichem Bild und Ton daher, nur bei den Schnitten wurde mal wieder maßlos übertrieben. Aber was ich davon halte, wissen unsere Leser ja inzwischen und deswegen sage ich nichts weiter dazu.

Das Herzstück der DVD bildet aber eigentlich nicht das gelungene Konzert, sondern die zirka 100-minütige Banddokumentation „The History Of Annihilation“. Chapeau, selten eine wirklich so interessante, ausführliche und unterhaltsame Doku über eine Musikgruppe gesehen. Hier wird kritisch mit der eigenen Vergangenheit umgegangen (Stichwort: Schmiers Rauswurf) und es werden etliche Details beleuchtet. Dabei kommen alle früheren Mitglieder zu Wort (wenn man mal von denen absieht, die lediglich bei „Neo-Destruction“ spielten) und erweisen sich einmal mehr allesamt als ehrliche, bodenständige Metalheads mit viel Sinn für Humor. Allein Mike Sifringers Aussage über die Zukunft Destructions ist einfach nur göttlich: „Ronnie James ist fast hundert, da müss’ ma auch noch ’n bisschen mitmachen.“

Doch mit dem sehenswerten Gig und dieser kleinen Geschichtsstunde, die jeder Fan gesehen haben muss, ist es noch nicht getan, selbst das Bonusmaterial hat, zumindest teilweise, durchaus seinen Reiz. Die Videoclips zu „Soul Collector“, „Alliance Of Hellhoundz“, „Total Desaster“ und „Vicious Circle“ sind zugegebenermaßen halt nicht mehr als eine Standard-Zugabe, aber das „Fans till Death“-Feature hat definitiv was für sich; die Raritäten-Sammlung von Fatal Embrace-Sänger Heiländer ist jedenfalls äußerst beeindruckend und der völlig durchgeknallte bulgarische Fan sowieso die Krönung.

So oder so kann ich hier nur noch einmal wiederholen, was ich schon eingangs erwähnte: Wer sich Destruction-Anhänger nennen will, sollte sich schleunigst zum Händler seines Vertrauens begeben, um sich diese gut dreieinhalbstündige Perle zu sichern, wahlweise auch in limitierter Auflage mit zusätzlicher Audio-CD.

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