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Despite: Clenched

Ideenlos, groovelos, aber mit genialem Rausschmeißer
Wertung: 5.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 37:05
Release: 25.02.2011
Label: Dozer Records

Despite sind die großen Newcomer aus Schweden. Heißt es. Die Nachfolger von In Flames, Dark Tranquillity und Konsorten, die Überbringer des Göteborg-Sounds – sagt man. Beziehungsweise das sagen neben dem Infoblatt auch unzählige CD-Rezensionen in den Tiefen des weltweiten Netzes. Gemeinhin sollte man aber nicht alles glauben, was im Internet steht: Das Zweitgeborene der Schweden, „Clenched“, bollert zwar ordentlich nach den Maßstäben der Göteborger Schule drauflos, technisch ist also wenig bis gar nichts auszusetzen – aber am Feeling fehlt’s an allen Ecken und Enden.

Sehr schade ist das vor allem deswegen, weil hier wirklich talentierte Musiker zu hören sind – allen voran natürlich das lärmige Organ von Alex Lösback, das aber leider über weite Strecken der Monotonie anheim fällt, und Timmy Lengs zeitweise rettende Lead Gitarre, die den teils doch sehr ähnlich anmutenden Songs den nötigen Arschtritt gibt.

Müsste man den Stil der Schweden einigermaßen sinnvoll beschreiben, kämen einem aus rhythmischer Sicht direkt die oben bereits erwähnten Kollegen von Dark Tranquillity in den Sinn, stimmlich erinnert das Ganze eher an die Dänen von Mnemic. Man findet sich also irgendwo zwischen Melodic Death und Groove Metal wieder, nur dass hier leider herzlich wenig gegroovt wird und auch melodietechnisch lässt „Clenched“ zu wünschen übrig. Dabei lässt der Opener „Scars“ die Nackenmuskulatur schon mal ordentlich warmlaufen: rasante Gitarren, gepaart mit tightem Drumming und dem leicht heiseren Organ von Sänger Alex; eigentlich eine gute Mischung, die aber schon im Refrain an Druck verliert.

Selbst ein Song wie „All The Eights“ kann nicht auf ganzer Länge überzeugen, obwohl hier wirklich nicht an Groove gespart wird – nach einem schön einprägsamen Gitarrenlick darf sich Alex wieder ordentlich auskeifen, im Refrain werden die Nackenmuskeln dann noch mal ordentlich überstrapaziert und dieser Part veranlasst einen auch dazu, den Track als Anspieltipp zu markieren. Auf Platte mag das noch etwas gewollt klingen, live geht der Song aber sicherlich ab wie Schmitts Katze.

Höchstens Katzenjammer gibt’s dann bei „God Of Flies“, das so auch von jeder anderen x-beliebigen Melodic-Death-Kellercombo hätte stammen können. Innovation? Fehlanzeige, und auch die eingestreute Gitarrenmelodie klingt gar zu bekannt. Auch der folgende Titeltrack kann das Steuer nicht mehr wirklich herumreißen, obwohl hier zumindest noch mit Breaks gearbeitet wird, was das Stück einigermaßen auflockert und zumindest zum Bewegen animiert. Außerdem greift hier wieder Timmy Leng rettend ins Geschehen ein – eine wunderbar sehnsüchtige Gitarrenmelodie wird eingestreut und hievt das Stück zumindest über den 08/15-Durchschnitt.

Ausgerechnet das letzte, fast sieben Minuten lange Stück „The Cause And Solution“ fesselt dann den Hörer: Hier sind von den Gitarren bis hin zum Gesang zu Beginn deutliche Post-Hardcore-Anleihen zu erkennen, die dem Sound von Despite wirklich gut zu Gesicht stehen. Überraschend klinken sich weibliche, klare Vocals ein, die dem Track einen leicht gotischen Ansatz geben, ohne irgendwie kitschig zu wirken oder die sonstige Härte zu schmälern. Sehr schöner Track, aber wie heißt es so schön? Zu wenig, zu spät. Obwohl „The Cause And Solution“ den absoluten Höhepunkt der Scheibe darstellt, bleibt ein fader Beigeschmack – warum haben die Schweden nicht schon vorher zu dieser Form gefunden? So pendelt sich „Clenched“ im Mittelfeld ein – schade, bei solch talentierten Musikern.

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