Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Despise & Conquer: Invasion

Liefern ihr Meisterwerk gleich als Erstlingsalbum
Wertung: 9/10
Genre: Death/ Thrash Metal
Spielzeit: 39:58
Release: 31.03.2012
Label: Eigenproduktion

Schon länger hat The-Pit.de diese Truppe aus Herten im Visier, da war das vorliegende Debüt „Invasion“ noch in weiter Ferne. Der Kontakt zu den Death-Thrashern entstand wie so häufig durch einen puren Zufall, denn auf irgendeinem Konzert hatte man plötzlich die erste EP „Promo 2009“ in der Hand, deren Tracks auch komplett auf dem ersten Langspieler vorhanden sind und die schon damals für ein erstauntes „Oha“ sorgte. Ex-Keyboarder Sascha, der damals noch das Sounds in Essen leitete, traf man eh immer wieder, ist der Kerl doch auch regelmäßig für den Sound von Final Depravity, The Very End oder auch Exumer zuständig (gewesen), zur Band gehört er allerdings seit 2011 nicht mehr – hier sei auf den „Lauschrausch im Proberaum“ verwiesen, was damals schon beim Dong Open Air 2011 eingestielt wurde.

Es dauerte nicht lange, da wurde die Band dann auch mal live angecheckt, ob sie denn tatsächlich die hochgesteckten Erwartungen der EP erfüllen kann – als Gwar-Support lieferte sie anno 2010 dann auch eine ordentliche Leistung ab. Warum das hier explizit erwähnt wird? Schon damals bestand die komplette Setlist aus Songs, die es nun auf den Silberling geschafft haben – so schließt sich damit der Invasionskreis.

Nun, da Death Metal und Keyboards heutzutage nicht mehr dafür sorgen sollten, dass sich jeder in seinen geschwärzten Schrein zurückzieht und um Abhilfe bittet, dürfte diese Diskussion eben auch schnell passé sein, denn Despise & Conquer beweisen ein glückliches Händchen, wenn es darum geht, die starken Songs mit symphonischen Tastenlauten aufzuhübschen. So kommt schon, auch wenn der Vergleich zum sonstigen Death Thrash nicht passt, bei „Casting Skin“ King Diamond'sche Stimmung auf, doch spätestens wenn die Gitarren dominieren, dann setzt das Keyboard die ganze Spielzeit lediglich Akzente, ohne für eine verwaschen-verweichlichte Struktur zu sorgen. Überhaupt: Keyboard-elektronische Spielereien wie beim Intro „War Begins“ mögen zwar im ersten Moment ein wenig zurückschrecken lassen, verfehlen aber in ihrer Gesamtheit keineswegs das Ziel, für reichlich Abwechslung zu sorgen.

Besonders beeindruckend kommt auch das Organ von Frontmann Udo daher. In der Regel wirken die meisten Frontleute dieser Musikrichtung einfach viel zu eindimensional, bei Despise & Conquer allerdings lotet Udo durchaus die Grenzen des gurgelnden Death aus und wirkt dabei so entspannt wie sonst kaum einer. Dabei kommt dem guten Udo zugute, dass die Hertener nicht gerade wie irrsinnig durch die Songs prügeln, sondern lieber auch mal mit deutlich mehr Gefühl durch den Death-Thrash-Acker pflügen und geschickt ein paar Breaks setzen. Gut, „Skullfuck“ ist jetzt nicht gerade das beste Beispiel dafür, hämmern sie dort doch ein wenig geschwinder, wummert die Doublebass fast ohne Unterlass, nur die Keys wabern mit einem symphonischen Teppich im Hintergrund und geben den Songs einfach mehr Tiefe. Aber auch so steckt wie immer die teuflische Schönheit im Detail – hört euch das Leadgitarrenspiel zum Ende von „Fear My Thoughts“ an, das fast hypnotische Riffing in „Die For Something (Like That)“, die überraschenden Tempowechsel in „Amigos Del Ron“ – immer alles schön nachvollziehbar, brutal und locker.

Schon erstaunlich, wie sehr im wahrsten Sinne das Debüt der Hertener Death-Thrasher knallt, wie abwechslungsreich und dennoch eingängig die zum Quintett geschrumpften Despise & Conquer in Eigenregie auf „Invasion“ zu Werke gehen – da wird sicherlich Dan Swanö mit feistem Grinsen an seinen Mischer-Knöpfchen gefriemelt haben, wohl wissend, dass sich hier eine Band aus dem Pott aufmacht, ihr Meisterwerk gleich als Erstlingsalbum abzuliefern. Despise & Conquer sind einfach der Beweis dafür, dass hart riffende Gitarren, Death-Metal-Shouts und symphonische Keyboards sich nicht beißen, sondern wie auf „Invasion“ auf sehr harmonische Art ergänzen.

comments powered by Disqus

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen