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Descending: New Death Celebrity

Überraschend eigenständig
Wertung: 8/10
Genre: Modern Thrash Metal, Melodic Death Metal
Spielzeit: 45:30
Release: 28.10.2011
Label: Massacre Records

Descending mögen hierzulande noch so unbekannt sein, bei einer Sache dürften sich viele einig sein, wenn sie den Sound zum ersten Mal hören: Sänger Jon Simvonis klingt erstaunlicherweise wie eine Kombination aus Anders Fridén (In Flames) und Jonathan Davis von KoRn. Mit letzterem könnte man ihn stellenweise wirklich verwechseln, wenn da nicht ein gewisser Unterton wäre, den der Grieche ab und an anschlägt. Für KoRn-Fans, die standhaft behaupten, Davis’ Stimme wäre einzigartig, ist das dennoch fast wie die Entdeckung von Leben außerhalb der Erde – man mag es nicht so recht glauben, muss sich aber damit abfinden.

Musikalisch kann man Descending mit keiner der beiden Bands großartig vergleichen, höchstens was die Gitarren angeht, die teilweise ein wenig an In Flames erinnern. Wenn man jetzt aber einen billigen Abklatsch erwartet, kann man gleich seine Entschuldigungsmail an die Jungs schreiben, denn auf ihrem Zweitling „New Death Celebrity“ wird gegroovt, was die Saiten hergeben. Die beeindruckendste Performance liefert hier aber definitiv Jon am Mikro ab; der Mann könnte mutterseelenallein und ohne Instrumente vor sich hin brüllen und würde trotzdem noch genial klingen.

Ganz selbstbewusst startet das Quintett mit „No Gods Before Me“ und einer reichlich explosiven Mischung aus modernem Thrash Metal im Stile von Trivium und Co., und einer Prise Melodic Death Metal, die sich vornehmlich in Gitarren und Gesang ausmachen lässt. Natürlich verstehen die Herren nicht nur etwas vom Wild-Drauflos-Preschen, sondern auch von Melodieführung, das beweist allein schon „How Much Life Weights?“, das tatsächlich einen Hauch Schweden in die Bude bringt, ohne dabei abgekupfert zu wirken. Nur kommt man irgendwie von dem KoRn-Vergleich nicht mehr weg; die Stimmen klingen aber in bestimmten Passagen einfach zu ähnlich. Ob Jon der verschollene (griechische) Halbbruder des Amis ist? Man munkelt, man munkelt…

Man munkelt außerdem (oder könnte es zumindest), dass mit Descending hier ein neuer Stern am Modern-Thrash-Himmel aufgeht - natürlich nicht brandneu, immerhin gibt es die Truppe schon seit 2007, aber frisch und knackig kommen sie allemal daher und wirbeln ordentlich Staub auf im vergreisten CD-Schränkchen. Ob man sich nun das leicht sphärische „The Energy“ mit dem absolut genialen Shouts anhört, oder das direkt nachfolgende, ohrwurmige „Shared Planet“, fast alle Tracks auf „New Death Celebrity“ eignen sich als Anspieltipp. Das hätte man im Voraus gar nicht gedacht, wo der Albumtitel doch eher nach tuckigen Glam-Death-Rockern klang - noch mal Glück gehabt.

Zum Finale legen Descending noch einmal einen rasanten Song vor, der zumindest tempomäßig einige Schlagzeuger vor Neid erblassen lassen dürfte. So richtig kann man sich bei „Path To Healing“ aber immer noch nicht entscheiden, ob man es eher in die Modern-Thrash- oder Melodic-Death-Ecke stecken soll, immer spielt auch ein leichter Cyber-Touch mit in die Musik der Jungs, der entfernt an Blood Stain Child erinnert – auf eines kann man sich aber sicherlich einigen: Von den Griechen möchte und sollte man noch einiges hören. In der Versenkung verschwinden wird die Truppe zumindest nach diesem Album sicherlich nicht, auch wenn der Sound sicherlich noch ein klein bisschen ausbaufähig ist – zwar herrscht hier der typisch kristallklare Melo-Death-Sound, den man vor allem von vielen schwedischen Kapellen gewöhnt ist, allerdings darf beim nächsten Album ruhig noch etwas mehr Tiefe und Druck seitens der Bassfraktion eingebaut werden. Ansonsten kann man sich aber entspannt zurücklehnen und der Scheibe weitere 20 Umdrehungen gönnen.

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