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Des Teufels Lockvögel: Carmina Mystica

Wer sich also gerne mit Corvus Corax und Consorten die Zeit vertreibt, wird auch schnell Zugang zur Musik der Lockvögel finden
Wertung: 5/10
Genre: Mittelalter Musik
Spielzeit: 54:21
Release: 27.05.2005
Label: Totentanz Records

Die Mittelalterszene wird immer religiöser. Nicht christlich, sondern bloß irgendwas anderes. So macht man nun Musik aus einer Zeit, in der das Christentum in höchster Blüte stand und erklärt dies dann einfach zu „heidnischer“ oder „mystischer“ Tradition. Wie gerne würde man solche Sachen glauben. Wie schön wäre es, ein bisschen von dieser alten Kultur bis in den heutigen Tag unverfälscht überliefert zu finden. Doch leider ist mit Beginn der Christianisierung (etwa im Jahre 800) ein stetes Bestreben der Kirche auszumachen, den heidnischen Bräuchen entgegenzuwirken.

Nichtsdestotrotz verschreibt sich die Mittelalterszene neuerdings sehr oft den alten Religionen, was sicherlich bei Leuten, die sich den Wikingern verschrieben haben, überaus verständlich ist. Wer sich jedoch, wie Marcus Van Langen etwa, offen im 13ten Jahrhundert zu nicht-christlicher Mystik bekannte und als Hexenmeister bezeichnete, war ein wunderbares Schauspiel für einen Abend, sprich: diente nur zur Belustigung auf dem Scheiterhaufen und nicht auf der Bühne.

Doch Van Langen und die Lockvögel machen ihren Job gut; so ebenso wie ein Zirkusclown. Sie kommen dem Trend entgegen, bedienen die erforderlichen Klischees und verkaufen sich selbst durch die Übertreibung einiger Ideale. Musikalisch sind sie sehr versiert, und das Studioalbum zeigt die Vielseitigkeit der Musiker. Ein Problem gibt es hier jedoch auch: Die Hälfte der Lieder sind altbekannte Standards, die nur wenig verändert instrumentiert werden. Aber eben dies ist ja auch Markenzeichen Van Langens, der einst dafür berühmt war, auf jeder Veröffentlichung das Palästinalied darzubieten; was ja letztendlich in dem Palästinalied-Projekt gipfelte. Ich weiß, welche Faszination dieses Lied besitzt, doch nach der 80ten Wiederholung relativiert sich das und nach einigen mehr ist man bald entschlossener Gegner dieses Stückes. Doch das ist ein anderes Kapitel, und die CD des Palästinalied-Projektes ist eine herausragende Sammlung der innovativsten Gestaltungsmöglichkeiten dieses Songs.

Bei den teuflischen Lockvögeln ist also ein zu großer Anteil Markt-Standards enthalten, dazu noch die pseudo-poetischen Ansagen in Raubein-Manier und die mystische Stimmung ist komplett. Leider nicht. Jedenfalls kommt bei mir keine mystische Stimmung auf, wenn ich die CD höre. Auch wenn der Gesang der „Mandragora“ Sabine Stelzer sehr hexenhaft wirkt, auf meine Ohren wirkt er eher belastend als erlösend. Die Stimmung, welche von den Lockvögeln erzeugt wird, ist also eher bedrückend und nicht so wirklich mystisch. Dies mag an der Prägung des Ausdrucks Mystik liegen. So betrachten wir eher Nebel, Drachen, sprechende Schwerter und Harfenklänge als mystisch, und verschließen unsere Ohren vor offensiven, fordernden Klängen und Handlungsweisen.

Wer sich also gerne mit Corvus Corax und Consorten die Zeit vertreibt, wird auch schnell Zugang zur Musik der Lockvögel finden. Wer jedoch sein Verlangen nach Mystischem mit Neofolk, wie etwa Hagalaz’ Runedance, stillt, der sollte sich nicht zu sehr auf die Sackpfeifer der Mittelalter-Szene stürzen, sondern seine Ohren in Richtung des weiten Bereichs Folk auf Wanderschaft schicken.

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