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Der Weg Einer Freiheit: Unstille

Mit dem Blick nach vorne an die Spitze
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 46:20
Release: 29.06.2012
Label: Viva Hate Records

Über die häufig etwas zwiespältigen Reaktionen auf Der Weg Einer Freiheit speziell von Black-Metal-Traditionalisten müssen inzwischen nicht mehr allzu viele Worte verloren werden – nicht nur deshalb, weil dies für all jene, die mit der Band vertraut sind, keine Neuigkeit mehr ist, sondern auch, weil sich die Truppe um Gitarrist und Songwriter Nikita Kamprad inzwischen eine feste und stetig wachsende Fanschar erspielt hat, die sie in relativ kurzer Zeit enorm an Bekanntheit gewinnen lassen hat. Mit „Unstille“ hält die Band nach der EP „Agonie“ nun das zweite Album in voller Länge bereit und verfeinert ihren Sound weiterhin.

Ihren melodischen, aber Blastbeat-lastigen Black-Metal-Sound beibehaltend, hat die Formation auf dem zweiten Longplayer die auf der EP dezent hinzugefügten neuen Elemente nicht etwa schlicht ausgebaut, sondern bereits auf solche Weise in das Klangbild integriert, dass sie wie ein natürlicher Teil von diesem erscheinen. Nikitas nach wie vor prägendes Gitarrenspiel nimmt nun des Öfteren die tobenden und überraschend nordisch anmutenden Formen des Riffings an, das schon in „Die Welt in mir“ für Erstaunen sorgte, ohne dass dabei die eigene Signatur in Vergessenheit gerät. Ebenso sind die Post-Rock-artigen Interludes und Lead-Melodien nun fester Teil der Musik, fließen jedoch vollkommen unaufgesetzt in diese ein und distanzieren Der Weg Einer Freiheit von der Post-Black-Metal-Welle.

Die Tendenz, die Songstrukturen dabei stetig komplexer zu gestalten, hält auch auf „Unstille“ an und bringt gleich zwei überlange Stücke mit sich, wobei auch die restlichen Spielzeiten verhältnismäßig leicht über dem Durchschnitt liegen – der Qualität der Songs tut dies jedoch nur gut, denn das Songwriting verliert auch bei dieser Länge nichts von seiner Raffinesse. Beispielhaft geht „Zeichen“ so gleich zu Beginn des Albums voran und baut über zwölf Minuten ohne Einbrüche eine dichte Atmosphäre auf, deren Durchgängigkeit trotz der Dynamik des Songs nicht bröckelt: Entfernte, Ambient-artige Klänge bilden die stimmige Einleitung, bevor die typische DWEF-Melodieführung einsetzt und durchdringende Melancholie zelebriert, natürlich konsequent untermauert von den präzisen Blastbeats von Drummer Tobias Schuler. Raum bleibt so auch für cleane Zwischenspiele, die sich reibungslos in den Songverlauf einfügen und zu einem mittlerweile gewohnt starken Finale überleiten.

Gerade weil Der Weg Einer Freiheit so trotz kleinerer Änderungen relativ eng an ihrer Linie festhalten, fallen Songs wie „Lichtmensch“ oder „Zu Grunde“ umso mehr auf, wenn sie den Sound der Band stärker in eine bestimmte Richtung modifizieren. Beide Tracks, wobei vor allem ersterer hervorgehoben werden muss, hätten mit ihrem tiefschwarzen, rasenden Riffing, von der modernen Produktion einmal abgesehen, auch aus Norwegen stammen können und stellen einen willkommenen Kontrast zu dem restlichen Material dar. Für Abwechslung sorgen ebenfalls das instrumentale, in schummeriges Licht getaucht startende „Nachtsam“, das schlussendlich in Gitarrenspiel mündet, das man so auch im Depressive Black Metal finden könnte, und „Zerfall“, das in rund zehn Minuten mit seinem beschwörenden Rhythmus eine abgründige Stimmung aufbaut, die in einem brachialen Tempowechsel in Doom-/Drone-Sphären ihren Klimax findet.

Letztendlich sorgen Der Weg Einer Freiheit aber vor allem mit Songs wie „Vergängnis“ für Gänsehaut, in denen alle inzwischen etablierten Markenzeichen der Band in perfekter Symbiose zueinander finden und von Anfang bis Ende berühren, was auch nicht zuletzt den von Tobias Jaschinsky inbrünstig gekreischten Lyrics zuzuschreiben ist, die ein weiteres Mal einen Blick ins stilvoll aufgemachte Booklet äußerst empfehlenswert machen, da sich die Truppe auch in diesem Bereich weit über dem Durchschnitt bewegt. So ist es dem Trio schließlich ein weiteres Mal gelungen, alle kritischen Stimmen Lügen zu strafen und die starke EP „Agonie“ noch zu übertreffen – wer die Band noch nicht kennt und auf wuchtigen, aber doch melodischen Black Metal mit progressiven Aspekten schwört, sollte sich dieses Album auf keinen Fall entgehen lassen.

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