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Der Weg Einer Freiheit: Der Weg Einer Freiheit

Ein Weg durch erhabene Melodien und finstere Landschaften
Wertung: 8.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 48:55
Release: 07.05.2010
Label: Viva Hate Records

Die deutsche Black Metal-Szene hat ja bekanntlich einige Bands hervorgebracht, die komplett eigene Wege gingen und viele Klischees hinter sich ließen – man denke nur an Dornenreich, Nocte Obducta und Nagelfar. Ähnlich eigenständig und selbstbewusst zeigen sich Der Weg Einer Freiheit mit ihrem Debüt, obwohl bei der Musik nicht auf eine ganz so experimentelle Ausrichtung wie bei den genannten Bands vertraut wird. Gerade jedoch die musikalische Vergangenheit der Mitglieder lässt aufhorchen, denn Sänger Bär und Gitarrist Nikita waren zuvor in der Hardcore-Truppe Fuck Your Shadow From Behind aktiv.

Davon hört man bei dem neuen Projekt allerdings nichts, denn geboten wird atmosphärischer Black Metal der melodiösen Sorte. Zwar hämmert man sich fast ausschließlich durch Blastbeats und weicht nur selten vom eingeschlagenen Kurs ab, schüttelt sich aber mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit große Melodien aus dem Ärmel, die es in solcher Eindringlichkeit schon lange nicht mehr von Newcomern zu hören gab. Neben der filigranen Arbeit an der Gitarre überzeugt auch der keifende Gesang von Bär, der zwar relativ variationsarm, dafür aber sehr ausdrucksstark ist. Das Drumgewitter, das erst auf dieser neuen Version des Albums durch einen echten Schlagzeuger statt einem Drumcomputer eingespielt wurde, fügt sich zu Anfang noch recht gut in die Soundlandschaft ein, fällt aber nach einigen Stücken unangenehm durch Abwechslungsarmut und einen etwas klinischen Klang auf – letztendlich ist das aber nur ein minimaler Störfaktor, denn das Gesamtbild wird dadurch kaum getrübt.

„Ewigkeit“ legt rasant mit einem Blastbeat und häufigen Tempowechseln los, über alldem thronen majestätisch die schwermütigen Gitarrenmelodien - schon mit dieser Eröffnung kann die Band den Hörer vollkommen in ihre finsteren Soundsphären ziehen. Anschließend pausiert Bär bei „Spätsommer“ und lässt die Instrumente gänzlich ohne seinen Beistand ihre erhabenen Melodien entfalten, bevor er bei dem bombastischen Stück „Frei“ wieder in Erscheinung tritt. In dem mitreißenden Song ist das Gekreische des Sängers besonders intensiv und unterstützt hervorragend die melancholischen Melodien, die zwischenzeitlich auch mal in tiefe Depression verfallen. „Aurora“ präsentiert sich als weiteres Instrumental-Stück, kann allerdings nicht so sehr berühren wie die vorangegangen Songs, was „Zum Abschied“ dann aber problemlos wieder wettmacht: Der zähflüssige Anfang gibt erst einmal eine sehr trostlose Atmosphäre vor, jedoch gelingt es der Band mit ihrem Gespür für Melodien auf beeindruckende Weise immer wieder, einen hoffnungsvollen Unterton einzuflechten.

Zum Endspurt hin nimmt das Album noch einmal gewaltig an Fahrt auf und zeigt mit „Welk“ und „Neubeginn“ auf, zu welchen Großtaten diese Newcomer in der Lage sind: Bei erstgenanntem Stück locken sanft akustische Klänge erst einmal auf die falsche Fährte, denn nur wenig später prallt der Black Metal wieder in seiner vollen Wucht auf den Hörer und variiert in diesem Song zwischen erhabenen Melodien und kompromissloser Raserei. Der „Neubeginn“ überwältigt abschließend als zehnminütiges schwarzmetallisches Epos und fährt noch einmal alle Geschütze auf, die der kleinen Truppe zur Verfügung stehen. Die neue Version des Albums wird zudem noch durch den Bonustrack „Ruhe“ ergänzt, der noch einmal alle Trademarks der Band in sich vereint und einen hungrig auf mehr machenden Ausblick auf das, was noch kommen mag, gibt.

Ebenfalls nicht außer Acht lassen sollte man die Texte, die relativ ungewöhnlich für das Genre anmuten und weder auf pseudo-finstere Thematiken abzielen, noch zu hochgestochen wirken. Mit trotzdem noch recht poetischer Ausdrucksweise schreckt man nicht davor zurück, auch die Liebe thematisch unterzubringen, obwohl stets eine eher düstere Wortwahl bevorzugt wird.

„Der Weg Einer Freiheit“ ist dieses Jahr das bislang vielversprechendste Debüt im Black Metal und zeigt, dass diese Musikrichtung auch fast ausschließlich auf einprägsame Melodien reduziert begeistern kann. Ohne Ambient- oder Keyboard-Spielereien gelingt es der Band, eine dichte Atmosphäre zu erschaffen und den Hörer tief in den Bann der Musik zu ziehen. Trotz der emotionalen Ausrichtung wird auch die nötige Härte nicht vernachlässigt, auch wenn ein wenig Erholung, wie die großartige akustische Passage zu Beginn von „Welk“, zwischen den ständigen Blastbeats sicherlich nicht geschadet hätte. „Der Weg Einer Freiheit“ ist ein aus der breiten grauen Masse herausstechendes Werk geworden, das auf noch größere Taten in der Zukunft hoffen lässt. Wer atmosphärischen Black Metal mit mitreißenden Melodien sucht, findet hier viel Tiefe und kann sich auf ein hervorragendes Debüt aus diesem Bereich freuen.

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