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Deportivo: Deportivo

Ein erfrischendes, lebhaftes Album der Franzosen
Wertung: 8/10
Genre: Indie-Rock
Spielzeit: 30:18
Release: 14.08.2008
Label: Village Vert

„Deportivo“ heißt das neue Album des gleichnamigen Trios aus Frankreich, welches schon mit ihren vorhergehenden Studiowerken ihr Heimatland kräftig aufmischte. Nun erscheint bald ihr neuster Longplayer, mit dem sie im Sommer auch nach Deutschland kommen möchten.

Deportivo spielen eine Mischung aus Alternative und Indie-Rock, gepaart mit ein paar Punk-Anleihen. Textlich spielt sich vieles in französischer, teils auch in englischer Sprache ab.

Ihre Wurzeln kann die Band nicht leugnen. In Songs wie „Excorde Baratté?“ und „En Ouvrant La Porte“ klingt deutlich der französische Flair mit, was dem Ganzen eine besondere Note verleiht. Beide Tracks liegen im mid-tempo Bereich, wobei „En Ouvrant La Porte“ etwas rockiger ist. Jedoch besitzen beide viel Groove und eine gewisse Tanzbarkeit. Am Gesang von Jérôme ist ebenfalls nichts zu meckern. Dieser tönt für den Hörer sehr angenehm und harmonisch aus den Boxen und hat in beiden Sprachen einen klaren Klang. Bei „Exorde Baratté?“ sollt man gegen Ende hin mal genau aufpassen, denn dort wurde in die Musik noch ein Pfeifen integriert, was die fröhliche Ausstrahlung des Titels noch einmal unterstreicht.

„Ne Le Dis A Personne Et Personne Ne Le Saura“ und „Blue Lights“ sind die einzigen beiden Songs des Albums, die leider qualitativ abfallen. „Ne Le Dis…“ startet sehr ruhig und leise und obwohl es immer wieder einen Wechsel zu lebhafteren Parts gibt, scheint der Track stehen zu bleiben und kann somit seine Power nicht entwickeln. Ähnlich ist es auch bei „Blue Lights“. Man bekommt man den Eindruck, dass alles sehr schleppend abläuft, nur der Schluss kommt unerwartet, sodass man dann doch noch aus der Melancholie, Trauer aufwacht.

„Clásico“, „Les Bières Aujourd’hui S’ouvrent Manuellement“, „La Brise“ und „La Colline“ ziehen das Tempo an und es geht in Richtung Punk. „Clásico“ überrascht zuerst einmal mit verzerrten hohen Gitarren, die allerdings nur kurz eingestreut werden, sowie unklarem Gesang. Das Klangbild ist allgemein rau, nur ab und zu aufgehellt durch Backingvocals. Trotz des Grooves verbreitet sich hier immer noch eine bedrückte Stimmung. Im Gegensatz dazu geht „Les Bières…“ deutlich rockiger an den Start. Die Punk-Anleihen sind vor allem in den Instrumental-Teilen wiederzufinden, die zudem etwas staccato-haftes an sich haben. Leider fällt hier der Klang noch einmal kurz ab, so tönt das Schlagzeug doch für ein paar Takte ungewohnt aus den Boxen. „La Brise“ startet mit einer „Ankündigungsmelodie“, was vor allem durch den marschierenden Rhythmus der Drums unterstützt wird. Verwirrend ist das Break am Ende, welches eine so starke Schlusswirkung zeigt, das man beim erneuten Einsetzten der Band das Gefühl hat, man sei schon beim nächsten Song, beim Blick auf den Player jedoch etwas anderem belehrt wird. Bei „La Colline“ schraubt sich der Gesang kurzweilig recht hoch, allerdings ohne dabei schief zu klingen, jedoch wird man dann mit einem abrupten Ende konfrontiert.

„I Might Be Late“ und der letzte Song „Suicide Sunday“ basieren auf der Akustik-Gitarre. „I Might Be Late“ versetzt den Hörer dabei klanglich auf einen Balkon in ein etwas älteres, verschlafenes, typisch französisches Dorf. Bei „Suicide Sunday“ ertönt das Pfeifen, welches schon in den Opener integriert war. Allerdings ist der Song von der Komposition her gewöhnungsbedürftig. Interessant gemacht ist der Gegensatz zwischen der Musik, welche fröhlich und hüpfend ist und dem eher traurigen, ernsten Vocals. Jedoch setzt bei 2:10 ein Break ein. Nach einiger Zeit und einem irritierten Blick auf das Booklet, welches eine Spielzeit von 7:06 anzeigt, fragt man sich dann doch, was hier los ist. Denn erst bei 4:13 wird durch Vögel das Stück wieder eingeleitet, nur diesmal in einem leicht elektronisch bearbeiteten Klangbild.

Fazit: „Deportivo“ ist ein erfrischendes, lebhaftes Album der Franzosen, das mit Kreativität und Spielfreude überzeugen kann. Die einzigen negativen Punkte sind die beiden qualitativ leider etwas abfallenden Songs, sowie die langen, verwirrenden Breaks. Auch die sprachlichen Wechsel sind gut gemacht, sodass sie kaum auffallen und sich gut in das Gesamtkonzept einfügen. Man kann die Band wirklich empfehlen und sollte sich auf kommende Konzerte freuen, wo sie mit ihrer Musik bestimmt auch viel Aufmerksamkeit bekommen werden.

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