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Deny The Urge: Black Box Of Human Sorrow

beeindruckender Mix aus Brutalität und Melodie
Wertung: 7.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 36:07
Release: 01.07.2008
Label: G.U.C. Records

Wow, ein amtliches Brett! Der Stil des Quartetts Deny The Urge aus Braunschweig, das mit „Black Box Of Human Sorrow“ sein zweites Album vorlegt, wird zwar mit Technical Death Metal angegeben, sodass man natürlich sofort an Death Metal aus Florida denken muss, aber die Jungs beweisen trotz aller technischer Finesse und Brutalität vom ersten Song an, dass dennoch jede Menge Platz für Melodien vorhanden ist.

Ganze vier Jahre werkelte die Band am Nachfolger zu „Subsequent Confrontation“ herum – man kann also davon ausgehen, dass die Braunschweiger sehr selbstkritisch sind und den Anspruch erheben, kein einziges durchschnittliches Riff auf ihren Platten zu dulden.

Diese Akribie merkt man dem Album an, so detailliert ist die Arbeit an den Gitarren und am Schlagzeug ausgefallen. Wenn man sich erst einmal mit den komplexen Strukturen der Stücke auseinandergesetzt hat, kommt man aus dem Staunen kaum noch heraus. Jedes Riff sitzt, jedes Fill ist genau durchdacht – hier haben wir es wirklich mit absoluten Feinmotorikern zu tun.

Wirklich stark ist aber vor allen Dingen eben, wie sich hier melodische Elemente, Härte und Geschwindigkeit die Waage halten; schon beeindruckend, wie die Band beweist, dass man all diese Elemente nachvollziehbar in nur jeweils einem Stück unterbringen kann. Während beim Quasi-Opener „Isolation" - bei dem das Main-Riff sehr schön von der Melodie des Streichensembles (!), welches das „Preludium“ und zwei weitere Zwischenstücke einspielte, übernommen wurde – vornehmlich gerifft wird, wird beim nachfolgenden „Open The Gates“ nach dem zunächst erklingenden Riff-lastigen Part schließlich genial auf einen melodischen Teil mit harmonischen Doppel-Lead-Gitarren hingearbeitet.    

Auch bei „Challenge Yourself“ wird mit Harmony-Soli gearbeitet; erwähnenswert ist hier besonders, wie nachvollziehbar man zwischen Blastbeat-Geknüppel und melodischem Filigran-Riffing wechselt

„Material God“ schließlich bietet ein eingängiges Main-Riff, zu dem man einfach die Rübe schütteln muss. Das Ding groovt bei aller Komplexität nämlich wie Sau und sehr geil auch hier wieder, wie man die Harmony-Soli eingebaut hat.

Nach der Verschnaufpause „The Veiling“, bei dem wieder das sich erstaunlich gut zwischen die Death-Metal-Attacken einfügende Streichensemble ertönt, geht es weiter mit „Father Of All“, „The Legacy Of War“ und „All Of Your Creation“, bei denen man ebenfalls vergeblich nach schwachen Riffs sucht und wo sich gleichfalls Melodik, spektakuläre Soli und Brutalität abwechseln. Bei allem Lob aber muss ich doch kritisch anmerken, wäre es vielleicht nicht schlecht gewesen, zwischendurch auch mal ein bisschen deutlicher vom Gaspedal herunterzugehen, um noch ein bisschen mehr Abwechslung zu schaffen.

Dies geschieht dann zwar schließlich in der zweiten Hälfte des finalen „The Mask Itself“, hätte aber ruhig vorher schon das ein oder andere Mal passieren können, um den geneigten Hörer ein wenig zu entlasten.

Aus diesem Grund sind auch die gerade mal 36 Minuten Gesamtspielzeit in Ordnung, denn so beeindruckend das Ganze sicherlich ist: Bekanntermaßen sind in diesem extremen Genre viel längere Spielzeiten eher die Ausnahme und würden einen wohl auch etwas überfordern.

Das jedoch ändert nichts daran, dass wir es hier mit einem wirklich starken Album zu tun haben, bei dem im Übrigen auch die Texte zur positiven Gesamtnote beitragen, denn statt auf Splatter-Klischees herumzureiten, setzt man sich lieber kritisch mit der Gesellschaft auseinander. Sehr löblich!

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