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Denight: Human Reflections

Solider Gothic Rock mit Potential
Wertung: 8/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 51:09
Release: 07.05.2010
Label: Echozone

Guter Gothic Rock muss nicht unbedingt aus Finnland oder Skandinavien generell kommen – auch Deutschland hat seine Talente in dieser Richtung. Zu den aufstrebenden Bands unter diesen zählen mit Sicherheit auch Denight aus Mönchengladbach. Die sechs Jungs um Komponist Tim (Ex-Diary Of Dreams) und Sänger und Texter Stephan legen mit „Human Reflections“ bereits ihr zweites Album vor – und versuchen damit, dem Düster-Rock ihren eigenen Stempel aufzudrücken.

Tatsächlich präsentieren sich die zehn Songs (inklusive Bonustrack) auf „Human Reflections“ als stimmungsvolle Mischung aus Gothic Rock und Metal, die auf Albumlänge durch Abwechslungsreichtum glänzen kann.

Unverwechselbar durch die Songs zieht sich die dunkle, teilweise – etwa beim Song „The Core“ - schon fast geisterhaft wirkende Stimme von Sänger Stephan, sowie die in Refrains des Öfteren angewendete Kombination aus hohem und tiefem Männergesang. Diese übernimmt in solchen Momenten, begleitet von einer weiteren Melodielinie, das musikalische Kommando und wird auf der instrumentalen Seite von eher unwichtigeren Schrammelriffs der Gitarre begleitet – mehr braucht es auch gar nicht, um den gewünschten Stimmungseffekt zu erzielen.

Ein weiteres Stilmittel, dass sich durch alle Songs zieht, ist die Art des Anfangs – Schreddernde Gitarren? Fehlanzeige. Die Songs von Denight sind generell schon, mit wenigen Ausnahmen, wie bei Düster-Rock nicht unüblich eher gemäßigt gehalten, was das Tempo sowie den Drang zum Mitgehen beim Hörer angeht. Aber sämtliche Songs beginnen ruhig – mit einem keyboardunterstützen Intropart, der sich einmal durch eine traurige Klavierepisode wie in „The Flame“ und ein anderes Mal durch sphärische E-Piano-Klänge äußert, was man zum Beispiel in „Psycho Ways“ beobachten kann.

Die Stärke der Band liegt genau in diesen ruhigen Intromelodien wie auch in denen, die folgen sollen. Die bereits angesprochenen soundtechnisch (wohl bewusst) eher roh wirkenden Gitarrenriffs wirken lediglich als Füllmaterial zwischen den Parts von Leadgitarre, den Keyboardmelodien und, allem voran, den Gesangslinien – sei es nun die einzelne düstere Stimme oder die aus hell und dunkel zusammengesetzten Gesangsparts.

Doch eine solche Stärke kann auch eine Schwäche mit sich bringen: Zwar sind die Songs auf „Human Reflections“ nicht einseitig - gruppieren sie sich doch zwischen den vergleichweise harten Titeltrack und die sanfte Ballade „The Core“ herum -, doch es gibt nichts, was den Hörer wirklich wachrütteln könnte. Man kann sich ohne Probleme von den Melodien einlullen lassen und das Album an sich vorbeiziehen lassen – aufgeweckt wird man nicht und einzelne Songs bleiben schwer hängen.

So bleibt einem manchmal nur der Gesamteindruck des Albums, um es zu beurteilen – doch im Falle von „Human Reflections“ von Denight ist dieser gut. Gute Melodien, eine charakteristische Stimme und 51 Minuten gute Musik sprechen für sich – diese Band hat eindeutig Potential.

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