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Denial: Trail Of Devastation

Äußerst gelungenes Debütalbum mit In Flames- und Dark Tranquillity-Referenzen
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Death Metal / Thrash Metal
Spielzeit: 55:08
Release: 14.11.2008
Label: Eigenproduktion

Riffs, die zwischen melodischem Schwedentod und modernem Thrash Metal pendeln? Viele Keyboardeinsätze, welche mit einem Industrial-Touch versehen sind, eine Menge Harmonieläufe und Wechsel zwischen Klargesang und Growls? Klingt nicht so wirklich neu und erinnert ziemlich an Bands wie In Flames oder Dark Tranquillity.

Demzufolge scheint das Hagener Quintett nicht unbedingt superoriginelle Mucke zu fabrizieren – allerdings muss man dazu erwähnen, dass die Combo bereits 2003 gegründet wurde und nach einer EP und dem Erscheinen auf etlichen Samplern erst 2008 das vorliegende Debütalbum aufnahm. Und bei allen Reminiszenzen an oben genannte Gruppen ist es trotzdem gar nicht so einfach, Denial in ein bestimmtes Genre einzuordnen. Wie erwähnt mixt man munter Melodic Death und Thrash Metal, die Keyboardeinsätze muten größtenteils Industrial-mäßig, an manchen Stellen jedoch auch leicht Gothic-artig an – und das alles, ohne jemals zu nerven –, und sogar ein Cembalo bekommt einen Kurzeinsatz („Life Till Death“).

Es gibt also eine ganze Reihe cooler Einfälle, doch in erster Linie weiß die Platte durch im Prinzip durch die Bank gelungenes Songwriting zu gefallen. Stücke wie „Prophet Of Disgust“, „Start To Live“ oder „Dimension 666“ zeichnen sich allesamt durch eingängige Main-Riffs und Refrains aus; „Out Of Control“ glänzt durch sehr melancholische Gesangslinien, die gelungen mit Growls und Streicher-artigen Sounds vermischt wurden und der Titelsong oder auch „Life Till Death“ überzeugen durch sehr gut eingesetzte Tempo- und Rhythmuswechsel. 

Des weiteren versteht die Band es hervorragend, durch vielfältige Arrangements und jede Menge Dynamik die Songs spannend und differenziert zu gestalten. Keyboards und Effekte wurden sehr durchdacht eingesetzt und erst nach mehreren Durchgängen fallen versteckte Details wie im Hintergrund auftauchende, zusätzlich eingebaute Gitarrenläufe auf. 

Und handwerklich sind die Jungs ohnehin auf einem ziemlich hohen Niveau; da müssen internationale Vergleiche nicht gescheut werden. Das Drumming ist äußerst präzise, das Riffing tight, die Soli filigran und auch der Gesang kommt insgesamt gut artikuliert und anders als bei vielen Genre-Kollegen recht vielseitig herüber. Gavin-Dennis Merten brüllt nicht einfach nur uninspiriert ins Mikro, sondern weiß seine Stimme effektiv und die Wechsel zwischen cleanen Passagen und Growls nachvollziehbar einzusetzen.

Den einzigen wirklichen Ausfall markiert eigentlich nur „Salvation“. Was die Jungs bei der Idee, hier deutschen und englischen Text durcheinander zu mixen, geritten hat, bleibt wohl auf ewig ihr Geheimnis. Vielleicht soll das einfach nur witzig sein, aber Textzeilen wie „Der Druck lastet schwer on your shoulders“ oder „Ist das wirklich der Weg that you wanna go?“ hören sich irgendwie doch ziemlich blöde an.

Das ändert jedoch nichts daran, dass Denial hier mit einem beeindruckenden Debütalbum aufwarten – noch dazu, wenn man bedenkt, dass die Westfalen alles in Eigenregie aufgenommen haben. Wenn sie so weitermachen, sollte es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, wann ein Label auf die Band aufmerksam wird. 

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann