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Demons And Wizards: Touched By the Crimson King

Basierend auf Kings "Der dunkle Turm"
Wertung: 9/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 49:20
Release: 27.06.2005
Label: Steamhammer/SPV

Nach langen sechs Jahren Wartezeit haben es John Schaffer (Iced Earth) und Hansi Kürsch (Blind Guardian) endlich geschafft, sich erneut im Studio zu treffen, um den Nachfolger des Debüts „Demons And Wizards“ von 1999 einzuspielen. Die Erwartungen und Hoffnungen waren groß, wie der Nachfolger nun ausfallen würde, besonders für Fans von Stephen Kings Dunklen Turm war es interessant, da einige Songs genau diesen thematisieren. Auch ich war natürlich gespannt, wie das Album nun ausfallen würde und ich muss zugeben, ich bin sehr positiv überrascht.

Neben John Schaffer (Rythm, Bass, Lead & Acoustic-Guitars) und Hansi Kürsch (Vocals) sind zahlreiche Gastmusiker vertreten, u.a. der Produzent Jim Morris, der die Soli beisteuerte und Bobby Jarzombek, der die Drums bediente. Das Songwriting übernahmen jedoch nur Schaffer und Kürsch.

Die Songs auf dem Album sind wieder einmal die perfekte Mischung aus Iced Earth und Blind Guardian, das markante Riffing von Schaffer und die Stimme von Kürsch verzaubern einen regelrecht, was schon auf dem Debüt der Fall war. Doch es fällt auf, dass auf diesem Album nicht so harte Nummern das Gesamtbild ausmachen. „Touched By The Crimson King“ hat zwar auch schnelle Stücke, doch Midtempo-Songs, Halbballaden und eine reine Akustik-Nummer überwiegen. Natürlich kommt einem da der Gedanke von weniger Abwechslung und Langeweile, doch Schaffer ist in der Lage, wunderschöne Balladen zu schreiben und Kürsch ist in der Lage, sie wunderschön zu singen, von daher begrüße ich sogar die etwas ruhigere Gesamtstimmung. Dass Morris die Soli eingespielt hat, verleiht dem Ganzen zusätzlich einen eigenen Sound. An der Produktion gibt es auch nichts zu meckern, denn die ist druckvoll und klar, wie man es von Iced Earth und Blind Guardian gewohnt ist.

Mit „Crimson King“ startet das Album und bei den ersten Tönen kommt der Gedanke auf, ob man versehentlich seine Nightwish-CD in den Player geworfen hat, da mit typischen Nightwish-Chören begonnen wird. Doch dann ertönt schließlich Schaffers Riffing und sämtliche Zweifel sind dahin.

Der Song hat einen sehr eingängigen Refrain (bei diesem Album keine Seltenheit) und wird chorartig gesungen. Der Song bietet auch noch einen typischen, ruhigen Iced Earth Zwischenpart, bevor der er im schnellen Tempo zum Ende rast. Ein würdiger Opener.

„Crimson King“ ist eines der vier Songs, die vom Dunklen Turm handeln. Die anderen drei wären zum einen „Terror Train“, ein sehr schneller Song mit einem sehr coolen Riff gegen Mitte des Songs, das ein Solo einleitet und einem unglaublich schnellen Gitarrenanschlag von Schaffer, der ziemlich beeindruckend ist. Ein weiterer „Turm“-Song wäre das darauf folgende „Seize The Day“, die erste Ballade auf dem Album. Ein schöner Track mit einer tollen Gesangsmelodie und einer einfühlsamen Gesangsstimme von Kürsch, später mehrstimmig wie ein Chor. Auch die Soli sind verhältnismäßig langsam gespielt und passen perfekt zum Song.

Der letzte Song, der dem Dunklen Turm gewidmet ist, lautet „The Gunslinger“ und stellt für mich den ersten schwächeren Song dar. Er kommt erst nach knapp 1,5 Minuten in Fahrt und der Einstieg ist nicht so gelungen. Dennoch kann der Song danach durchaus gefallen. Auch hier sind Bombast und mehrstimmiger Gesang angesagt.

Ein weiterer kleiner Störfaktor ist der Zwischenteil bei „Dorian“. Am Anfang ein Hammerriff, Hammerrhythmus und ein Hammersong, doch der dreiminütige Part in der Mitte passt nicht recht zum Rest und nimmt ihm jegliche Power und Schnelligkeit.

Der Rest der Songs kann dafür aber durchgehend überzeugen. Mit „Beneath These Waves“, “Love´s Tragedy Asunder” und “Down Where I Am” werden einem klasse Midtempo-Songs und Halbballaden geboten, die mit guten Riffs, Refrains und Aufbau zu gefallen wissen. Besonders „Down Where I Am“ ist so dermaßen gefühlvoll gesungen, dass bei diesem Song immer noch eine Gänsehaut bekomme. Kürsch singt hier echt klasse. Wenn es auf diesem Album einen Nachfolger von „Fiddler On The Green“ gibt, dann ist es „Down Where I Am“.

"Wicked Witch“ ist eine reine Akustiknummer und eignet sich perfekt zum Entspannen, da am Ende auch noch ein Klavier zu hören ist. Der letzte Titel „Immigrant Song“ ist ein Led Zeppelin Cover. Natürlich hat ein Hansi Kürsch nicht dieselbe Stimme wie ein Robert Plant, doch ich muss sagen, dass mir dieses Cover doch sehr gefällt. Der Song ist identisch mit dem Original, nur mit einer knallenden Produktion. Die Gesangslinie, samt allen Eigenartigkeiten (Betonung, Halleinsatt etc.), ist exakt dieselbe. Das kommt dem Song nur zu Gute und vollendet ein durchaus gelungenes Album.

Neben der regulären CD ist ebenfalls ein Digipack erhältlich. Dieses enthält eine zweite CD, auf denen sich zwei Bonussongs, eine Edit-Version von „Beneath These Waves“ und eine Slow-Version von „Wicked Witch“, befinden. Auch das Cover ist anders, dunkel gehalten mit einem Augenmotiv, also nicht so bunt wie das Original.

Zusammengefasst kann man sagen, dass es sich bei „Touched By The Crimson King“ um eine wirklich gelungene Fortsetzung handelt. Wem die erste Demons And Wizards CD schon nicht zugesagt hat, dem wird dieses Album wohl auch nicht zusagen, zumal hier zusätzlich öfter sanftere Töne angeschlagen werden. Aber vielleicht ist auch genau das der Grund, doch noch ein „Ohr“ zu riskieren. Denn die Songs gestalten sich bis auf kleine Ausnahmen abwechslungsreich, besitzen tolle Refrains, haben sehr gute Gesangsarrangements und klasse Gitarrenläufe samt Soli. Besonders der Gesang verleiht den Songs eine schöne Atmosphäre.

Auf jeden Fall ein großartiges Album, aber ob es besser als der Vorgänger ist, ist schwer zu sagen. Beide Alben haben natürlich dieselbe musikalische Art, doch die Schwerpunkte sind anders gesetzt. Daher muss sich jeder sein eigenes Bild machen, ob er die schnellere oder langsamere Scheibe bevorzugt. Aber eines ist sicher, die Mischung aus Iced Earth und Blind Guardian ist wieder einmal ein Erfolg.

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