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Demians: Building An Empire

Ein gutes bis sehr gutes Album
Wertung: 8.5/10
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 56:43
Release: 16.05.2008
Label: InsideOut Music GmbH

Das Label InsideOut ist hinreichend bekannt für eine ganze Riege an fantastischen Bands, gerade im progressiven Metal und Rock – Bereich. Nun hat man sich mit Demians eine neue vielversprechende Band angeln können, die uns mit ihrem mal progressiveren, mal eingängigeren Rock begeistern möchte. Wobei der Name „Band“ auf Demians nur unter Einschränkungen anwendbar ist. So ist Demians doch das Projekt des Franzosen Nicolas Chapel, der auf dem Debütwerk „Building An Empire“ nicht nur seine Stimme zum besten gibt, sondern auch noch für alle Instrumente verantwortlich ist. Live allerdings musizieren Demians in einer ganz klassischen Viererbesetzung und werden somit zu einer echten „Band“.

Mit dem über neun Minuten langen „The Perfect Symmetry“ startet Nicolas in sein Debütalbum „Building An Empire“. Wer nun bei Demians gähnend langweiligen Progressive Rock erwartet, den die Welt nicht braucht, der liegt ziemlich weit weg von der wesentlich spannenderen Realität. So bemüht sich Nicolas in „The Perfect Symmetry“, um einen unfassbaren Abwechslungsreichtum, wodurch die neun Minuten im Fluge vergehen. Während das Grundgerüst des Songs eher ruhig und minimalistisch anmutet, sind es doch die gut aufgebauten musikalischen Ausbrüche aus diesem Konstrukt, die die große Versuchung des Songs darstellen. Sehr schön auch die Streicher, die die Stimmung des Songs antreiben und perfekt mit den zum Teil auch kräftigeren E-Gitarren harmonieren. Ganz im Gegensatz zu den virtuosen Instrumentalarrangements steht die Stimme von Nicolas, die eher distanziert wirkt und weniger darauf bedacht ist unheimlich aufzufallen sondern sich gleichwertig zum musikalischen Rest gesellt.

Während sich „The Perfect Symmetry“ noch als ein wenig sperrig erweist, ist das anschließende „Shine“ nicht nur aufgrund seiner Kürze wesentlich zugänglicher. Auch hier beginnt der Song eher ruhig, bis es im Mittelteil zu einem deutlichen musikalischen Bruch kommt. Harte E-Gitarren versetzt mit symphonischen Klängen dominieren jetzt das Geschehen. Ein insgesamt sehr gelungener Song.

Das über sieben Minuten lange „Sapphire“ macht es seinen Hörern nicht so schwer, wie man vielleicht denken könnte, denn „Sapphire“ ist ab Minute Zwei die personifizierte Eingängigkeit. Hier zeigt sich zum ersten Mal deutlich, wie überragend Nicolas' Stimme eigentlich ist, denn diese thront nun einmal erhaben über den restlichen Instrumenten. Die Gesangsmelodien erinnern mich gar etwas an die US – Rocker von 3 Doors Down und diese Referenz ist sicherlich nicht die allerschlechteste. Packend, eingängig, intensiv, einfach perfekt. Mit „Naive“ führt man den mit „Sapphire“ eingeschlagenen Weg gekonnt weiter und auch dieser Song ist ein wunderbar eingängiger, nahezu unprogressiver Song mit deutlich erkennbarer Radiotauglichkeit.

Ziemlich langatmig ist allerdings die Ballade „Unspoken“ ausgefallen. Eine nette Atmosphäre lässt sich festhalten, ebenso ein paar gute Gesangspassagen. Aber wirklich zu verzaubern vermag mich „Unspoken“ nicht. Auch balladesk gehalten ist „Temple“. Hierbei punktet Nicolas aber mit einem schönen Spannungsaufbau, so dass das Ergebnis deutlich besser ist als noch beim Vorgänger. Dennoch bleiben beide Songs hinter den ersten vier musikalischen Ergüssen zurück.

Warum man dann mit „Empire“ ausgerechnet die dritte Ballade hintereinander abfeuern muss, kann ich nicht so ganz verstehen. Qualitativ ist das (gerade zum Ende des Songs hin) wirklich wunderschöne „Empire“ zwar noch höher zu bewerten als „Temple“ und „Unspoken“, aber warum musste man „Building An Empire“ derart den Wind aus den Segeln nehmen. Für mich wirklich der größte Fehler des Albums.

Furios ist allerdings das große Finale in Form von „Sand“, dass mit einer stattlichen Länge von über 16 Minuten daherkommt. Zwar begibt sich Nicolas wieder in deutlich progressivere Gefilde, was nicht nur leicht an die US – Amerikaner von Dream Theater erinnert, doch von der ersten Sekunde an ist „Sand“ unfassbar spannend und lädt zu einem ausschweifenden Kopfkino ein.

Und was dann nach siebeneinhalb Minuten von der Leine gelassen wird, ist wohl der großartigste Moment der ganzen Platte, was allerdings auch daran liegen könnte, dass es nach dem Balladen – Trio endlich wieder rockiger zugeht. Progressive – Fans wird bei „Sand“ jedenfalls das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Fazit: „Building An Empire“ ist ein gutes bis sehr gutes Album, dass den Namen Demians schnell in der Welt verbreiten sollte. Wer sich für progressivere Klänge interessiert, begeht mit dem Antesten von „Building An Empire“ sicherlich keinen Fehler.

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