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Dementia: Dreaming In Monochrome

Lange Songs mit neuen, progressiven Zügen
Wertung: 7,5/10
Genre: Progressive / Melodic Death Metal
Spielzeit: 54:19
Release: 17.06.2016
Label: MDD Records

Die 1993 gegründeten Dementia haben nun nach dem 2011 veröffentlichtem „Beyond The Pale“ ihr fünftes Album am Start und haben dabei einige neue Stile mit einfließen lassen. Was gleich am Anfang auffällt ist die Überlänge der Songs: fünf Titel bei gut 54 Minuten Spielzeit.

Die Scheibe beginnt mit zähen, schleppenden Sludge-Melodien, geht aber gleich zu relativ treibendem Opeth-Riffing und röchelnden Growls über, im Wechsel mit einer tanzenden, von Flöten untermauerten Melodie (könnte aber auch ein Gitarreneffekt sein). Nach der Hälfte wird dann etwas die Bremse gezogen und man kommt in den Genuss von einem netten Akustikpart mit romantischen Soli und sanftem, zweistimmigen Klargesang. Nach einem anschließenden klassischen Rocksolo geht es nochmal ins Treibende über, unterstützt von Streichern und kommt dann zum Ende.

Der darauffolgende Track klingt dann im Vergleich schon sehr stark nach Opeth zu Zeiten von „Still Life“. Die leitende Melodie, die gleich zu Anfang schon ertön,t erinnert ein bisschen zu stark an „The Moor“ auf eben genanntem Album, gefolgt von stampfenden Riffs und sich wiederholenden Parts mit Cleangesang. Nach kurzer Stille, aber immer noch im selben Lied, bricht plötzlich eine dicke Portion Doom herein, getürmt aus tiefen, düsteren Akkorden, finsterer Streichmusik, eiskalten Growls und einem unheilvollen Chor. Ein etwas unerwarteter Umbruch, aber durchaus gekonnt.

Ab hier wird klar, dass die Band hier versucht hat, viel Verschiedenes auf einmal unter zu bringen. Was allerdings wirklich gut zündet, sind die akustischen bzw. cleanen Stellen. Diese klingen wirklich vielschichtig und sind feinfühlig ausgearbeitet worden, während man bei den Death-Metal-lastigeren Stellen ein bisschen das Gefühl hat, der Song kommt nicht so richtig auf den Punkt.

Mit dem schnellen „Abyssal Fall“, das mit gut sechs Minuten das kürzeste Stück des Albums ist, gibt es dann wieder Abwechslung durch das treibende Riffing zwischen einem Zusammenspiel mehrerer Melodien und thrashigen sowie schwarzmetallischen Passagen.

Mit „Monolouge“ hat man fast schon eine knapp zehnminütige Ballade mit rein genommen. Bis auf ein paar kurze Ausnahmen wird ausschließlich klar gesungen bei durchgehend mäßigem Tempo. Die klaren Stimmen, gesungen von Gitarrist Jörg Rupp und Bassist Tobias Christ, kommen hier besonders gut zur Geltung, klingen atmosphärisch und harmonisch.

Das Albumcover, auf dem ein altertümlicher Kinosaal zu sehen ist, wird dann am Anfang und Ende des fast 20-minütigen Titelsongs aufgegriffen in dem die Geräusche eines alten Filmprojektors eingespielt werden. Auch hier hat man wieder den Wechsel von tiefen Growls, langsamen Melodien und schweren Riffs, dann mal wieder Klargesang und Cleanparts. Besonders letztere wurden hier nochmal ordentlich ausgebaut und lassen sich viel Zeit. Durchzogen von überwiegend dramatischer Stimmung wurde zusätzlich mit Chören, Streichmusik, Synthesizern und herzerwärmenden Klavierpassagen wirklich viel untergebracht, sodass die Länge des Stücks durchaus Sinn macht, auch wenn an manchen Stellen die Stimmung so schnell umbricht, dass man auch gut zwei oder vielleicht drei eigene Titel daraus hätte machen können.

„Dreaming In Monochrome“ ist insgesamt ein interessantes und sicherlich lange durchdachtes Album, auf dem die Band dezent neue Pfade beschreitet, sich nicht scheut, Einflüsse an die Oberfläche zu bringen und wirklich hörenswerte Feinheiten mit eingearbeitet hat. Das Arrangement der verschiedenen Stimmungsschichten in den Songs ist noch etwas ausbaufähig, dennoch hat man hier ein ordentliches Prog-/Melodeath-Album und kann als Fan des Genres getrost zugreifen.  

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