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Deliverance: As Above - So Below

Schlagzeugdominierter Power Prog Metal mit positiver Botschaft
Wertung: 8.5/10
Genre: Power Prog Metal
Spielzeit: 51:2
Release: 25.01.2008
Label: Retroactive Records

White Metal ist bei Deliverance angesagt. Wer jetzt aber an zuckersüße Stryper Melodien denkt, ist sicher auf dem Holzweg, denn die vier Amerikaner haben sich dem progressiven Power Metal verschrieben. Die Band besteht nun schon seit fast 19 Jahren und veröffentlicht nun über Retroactive Records ihr dreizehntes Album. Das alles spricht nicht wirklich für die Band, denn man kann nicht gerade sagen, dass die Band hierzulande bekannt ist. Man sollte sie jetzt auch auf keinen Fall mit der italienischen Combo verwechseln. Keine guten Vorzeichen, welche in diesem Fall aber trügen.

Los geht`s mit „Legum Servi Sumus Ut Liberi Esse Possimus“. Ein eigentlich sehr gelungenes, dramaturgisch gut aufgebautes Intro. Klavierklänge werden nach kurzer Zeit von Keyboards umwoben, bevor etwas Unheilvolles recht flott daher stampft. Cool gemacht, aber deutlich zu lang. Dazu gesellen sich noch Spielereien wie ein etwas spieluhrartiges Keyboardgeplänkel bzw. etwas fanfarenartiges. Als Intro für das startende Konzert sehr gut geeignet, zumal musikalisch eine deutliche Spannung aufgebaut wird. Live dürfte man in Erwartung auf das Konzert auch die Länge von 3:39 verzeihen.

Dann geht`s endlich richtig los mit „Cause & Effect“. Die christlichen Botschaften werden gekonnt heavy unter das Volk gebracht, dies aber nicht dumm oder engstirnig, sondern geschickt mit genügend Anregung für den Schädel. Bei der Musik fällt auf, dass speziell die Drums recht dominierend sind, hier bildet Mike Reed ganz deutlich den Grund für diese Scheibe. Schön kräftig wird mit einem hohen technischen Charme, allerdings ohne permanentes Gefrickel auf den Gitarren dem Metal gefrönt.

„Return To Form“ startet recht modern und heavy durch. Tim Kronyak`s Bass und Mike Phillip´s Gitarre sorgen für einigen Druck, auch wenn man von einer Dampfwalze entfernt bleibt. Dafür sind zu viele Tempowechsel vorhanden und das obligatorische Gitarrensolo ist dafür auch zu sehr in den höheren Tönen angesiedelt. Der Gesang ist nicht herausragend, sondern grundsolide. Der Song zeigt erste Aktivitäten im Gedächtniszentrum.

Dann wird`s Zeit für den Titeltrack. Ein fast schon ein wenig sonor wirkender Refrain brennt sich unweigerlich in die Hirnrinde, mit groovenden Parts über heavy rockende Riffs bis hin zu den gelungenen, nie überkandidelt wirkenden Gitarrensoli ist der Song eine Einheit, die von den schon genannten Drums mit Leben erfüllt werden.

Und es wird stetig besser, wie bei einem Konzert, bei der die Band sich erst langsam warm spielt. „Screaming“ gelingt zu einem ersten richtigen Highlight. Die tolle Gitarre, die hier mal die dominante Stellung vor den Drums einnimmt und wie selbstverständlich den Song führt, sowie auch Sänger und Gitarrist Jimmy P. Brown II, der öfter die Tonlagen wechselt, verleihen dem Song fast schon etwas melancholisch Magisches.

„Should We Cross Paths“ beginnt wie ein wütender Metallica Song mit leicht angezogener Handbremse der Metalheroes aus den 80er Jahren. Ja, leicht geprägter Speed Metal mit einem rauhen Anstrich, wie ihn damals zum Beispiel Meliah Rage hinbekommen haben. Okay, die Gitarrensoli muss ich nicht mehr erwähnen, denn sie gelingen in jedem einzelnen Song, außer beim ersten, da es dort kein Solo gibt.

„Contempt“ groovt für Deliverance etwas schwerfällig daher. Eine sehr gelungene Abwechslung, die hier richtig gut zum Headbangen einlädt. Nur stellenweise wird das Riffing durch schnellere Passagen abgelöst, welche hier aber eine deutlich untergeordnete Rolle spielen. Dazu Doublebassdrums, die ruhig noch ein wenig mehr Tiefton vertragen hätten, um fetter zu wirken. Jawohl, richtig stark.

„Thistles“ ist dann ein Instrumental, welches sich gewaschen hat. Recht langsam und entspannt beginnt es, bevor die Gitarren richtig loslegen und für Stimmung sorgen. Über elf Minuten geht der Song und wird nie langweilig. Etwas erschreckend ist vielleicht, dass man Jimmy P. Brown II `s Stimme gar nicht vermisst. Zu gelungen ist der Song, der trotz seiner Länge den Kopf nicht ruhen lässt.

„My Love“ ist danach dann auch wirklich keine Ballade, wie man es vielleicht vermuten könnte. Guter Song, aber nach dem bisher gebotenen fällt er leider etwas ab. Oder liegt das nun an dem überragenden Vorgänger, dem Instrumental? Immer wieder schwere Parts, gekreuzt mit munteren oder auch vorpreschenden Teilstücken, bleibt dies trotzdem ein gefälliger Song, der ein wenig Nevermore Charme besitzt.

Den Abschluss bildet dann „Enlightened“. Mit etwas abgehacktem Gitarren gräbt sich der Sound fast unbemerkt im Gedächtnis ein. Lediglich der Refrain geht ein wenig zu sehr ins Normale über. Das Haupthaar schnuppert fliegender weise Luft und das Solo verzaubert mal wieder. Ein überaus gelungener Abschluss.

Fazit: Ein richtig gelungenes Stück White Power Prog Metal. Sehr gelungen instrumentiert und ohne jeglichen Lückenfüller. Zwar wird die Band es schwer haben, sich durchzusetzen, da es, wie eingangs erwähnt, einige vorschnelle Reaktionen aus dem Weg zu räumen gilt, aber verdient hätte sie es. Wenn man den Gesang noch etwas ausdrucksstärker präsentieren könnte und die Drums manchmal fetter klingen würden, dann hätte diese Band sicher schon längst einen Kultstatus. Interessant finde ich, dass trotz der anderen genialen Musiker die Drums irgendwie permanent eine Vorreiterrolle einzunehmen scheinen.

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