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Delain: We Are The Others

Noch zu wenig eigenständig, aber ein gutes drittes Album
Wertung: 7/10
Genre: Gothic Rock, Symphonic Metal
Spielzeit: 47:43
Release: 01.06.2012
Label: Roadrunner Records Germany/Warner Music

Liebe Promofirmen: Es macht keinen Spaß, wenn man eine wunderschön bedruckte CD au seiner labberigen PVC-Plastikhülle ziehen muss, die in etwa dieselbe Sicherheit gegen Kratzer auf der CD-Rückseite bietet wie eine Staubschicht. Das nur am Rande; es ist halt doch immer schöner, wenn man am Ende eventuell noch ein halbes Pünktchen für ein außergewöhnliches Artwork auf die Bewertung draufpacken kann.

Nun geht es hier aber nicht um Zeichen- oder Verpackungskunst, sondern um die Musik der Niederländer Delain, die mit „We Are The Others“ ihr mittlerweile drittes Album auf den europäischen Markt loslassen. Das erste Mal überhaupt in der Bandgeschichte wurde mit einem externen Produzenten gearbeitet, Keyboarder Martijn gab die Aufgaben eher schweren Herzens aus der Hand – obwohl mir die Vorgängeralben nicht bekannt sind, die aber immerhin von Ex-Kollege Frank mit neun respektive acht Punkten betitelt wurden, war das zumindest keine schlechte Entscheidung, denn „We Are The Others“ verfügt über einen kristallklaren, perlenden Sound, der eine sehr schöne Basis für den symphonisch angehauchten Gothic Rock der Truppe bietet. So macht das Hören dann auch Spaß – dabei hat allerdings gerade der Titeltrack einen mehr als ernsten Hintergrund. Steht der Song für eine Art Outsider-Hymne, liegt dem Track der Mordfall an einer jungen Britin zugrunde, die aufgrund ihres auffallenden Gothicoutfits von einer Jugendbande ins Koma geprügelt wurde und ihren Verletzungen bald darauf erlag. Dass Intoleranz und schiere Dummheit schon unzählige Opfer gefordert haben, ist nichts Neues, aber irgendwie tut es doch immer gut zu sehen, dass solche Dinge auch in der Musik angesprochen werden. Im Geiste gibt das einen dicken Pluspunkt für Delain.

Pluspunkte kann auch Sängerin Charlotte einheimsen, die sich wohltuend durch eine angenehme und meist recht warme Stimme von vielen Genrekolleginnen abhebt. Ein bisschen zwischen Lacuna Coils Cristina Scabbia und Amy Lee von Evanescence könnte man die Dame einordnen – durchaus zu Oktaven-Höhenflügen fähig, aber ohne nerviges Gefiepse. Dafür pendelt der Fünfer zwischen teils recht romantischen Tracks wie dem Opener „Mother Machine“, der durch seine Keyboards sehr stark an Nightwish erinnert, und härteren Nummern wie „Where Is The Blood“, zu dem die Truppe sich sogar Fear Factory-Fronter Burton C. Bell zum Vorsingen eingeladen hat. Zugegebenermaßen hat nicht mal die Schreiberin dieser Zeilen die Stimme erkannt, was an und für sich schon eine Schande ist, aber nur zeigt, wie wenig Platz dem Amerikaner auf dem Track eingeräumt wird. Eine wirklich gelungene Kooperation sieht anders aus.

Kennt man die oben beschriebenen Hintergründe zum Titelsong, überkommt einen durchaus mal eine fette Gänsehaut bei Zeilen wie „I can’t get it out of my mind how you were left to bleed“ – man merkt schon, dass Sängerin Charlotte sich mit dem verstorbenen Mädchen identifiziert, so klischeehaft es auch klingen mag. „Hit Me With Your Best Shot“ ist dann an und für sich so ein typischer Female-Fronted-Gothic-Rock-Song, aber nicht übel gemacht und ohne Fremdschämpotenzial. Vor allem der Refrain kommt natürlich mit der gebührenden Portion Sexappeal in der Stimme rüber, um den Track zu einem Ohrwurm zu machen.

In der The-Pit.de-Redaktion wurde die ansteigende Charttauglichkeit von „Lucidity“ zum Zweitwerk „April Rain“ bemängelt und wirklich, auch bei „We Are The Others“ kann man ein gewisses Radioappeal nicht abstreiten. Erstaunlicherweise schaffen es Delain aber dennoch, über weite Strecken zu gefallen und auch die Skiptaste wird erstaunlich selten eingesetzt. Sieben Punkte kann man der Scheibe allemal geben, zumal gerade Charlotte eine gute Show abliefert und „We Are The Others“ trotz massivem Keyboardeinsatz nicht überladen wirkt. Ein bisschen mehr muss die Truppe sich aber noch von Bands wie Within Temptation und Co. absondern, um einen wirklich eigenständigen Sound zu erreichen.

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