Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Dekadent: The Deliverance Of The Fall

Ganz großes Kino
Wertung: 9/10
Genre: Monumental Black/Gothic Metal
Spielzeit: 42:58
Release: 25.01.2008
Label: Pentacle Music

Eines vorweg: Dies ist kein Album, wie man es gemeinhin von vielerlei Bands in vielerlei Genres sonst so kennt. Dieses Album ist schon etwas Besonderes. Denn die Songs der Jungs aus Slowenien gehen eine Symbiose ein, ergeben zusammen ein Ganzes und sollten daher auch als ein großes Opus angesehen werden.

Die rein akustischen Stücke „Legions Of Blackness“, „Path Of Lamentation“ und „Last Valediction“ zeigen akustisch den tiefen Schmerz um den Verlust eines über alles geliebten Menschen auf, der hier einen Menschen tief geprägt hat und dessen schwere Bürde dieser Mensch nun zu tragen hat. Mit all den Tiefen, die man in einer solchen Situation durchmacht. Man fragt sich, warum es gerade einen selbst getroffen hat, man verliert sich in grenzenloser und nicht enden wollender Trauer und Bitterkeit, um den Verlust einer innig geliebten Person und man wird zornig, ob das alles so gerecht ist, wie der Allmächtige seinen Plan verfolgt. Oder ob es überhaupt einen solchen gibt.

Bei „A Cry Of Revolt“ ist man schließlich an dem Punkt, an dem man – bzw. der Sänger – seinen Schmerz hinaus schreit in die Welt – und das growlenderweise, untermalt von wunderschönen Melodien durch die Gitarren. Besonders beeindruckend sind hier auch die Streichereinsätze, die für eine intensivierte Stimmung sorgen. Diese Stimmung ist als eine solche als schon etwas bedrohlich einzuordnen. Opulent und bombastisch wird es dann durch die Einsätze von Blasinstrumenten, welche eine Melodie spielen, die sich im kompletten Material des Albums immer wieder findet.

Mit Streichern startet „Covet The Encounter“, begleitet von Flüstern … eine unendlich traurige Stimmung überkommt einen hier ganz leicht beim Anhören und vermag ganz eklig runter zu ziehen. „Breaking The Wall” ist ein flottes Stück, das sowohl Black Metal beinhaltet, als auch wieder diese wunderschönen Einsätze der Gitarre, besonders anmerkenswert ist das Gitarrensolo, das ein Stimmungshoch verursacht. Aber danach klingen wieder leisere Töne an, die wieder eine verhaltene Traurigkeit auf die Tagesordnung rufen.

„The Hand Of Truth“ erzeugt im Ganzen eine positivere Stimmung – der Protagonist hat seine Bestimmung gefunden und hat nun wieder ein Ziel vor Augen. Doch hier verlieren sich die Jungs dann gegen Ende ein wenig in den Welten ihrer Synthie- und Streicherklänge, was der ein oder andere Hörer mit Sicherheit langweilig finden wird. Der Moment, in dem die Gitarren und dann alle Bandmitglieder wieder mit einsteigen, entschädigt dann aber doch wieder etwas.

Die Gitarren und auch die komplette Melodieführung lassen einen Hoffnungsstreif am Horizont erscheinen, der Protagonist scheint in “Call Of Deliverance“ zurück aus dem tiefen Tal der Tränen, der Trauer und des Schmerzes, denn zunächst klingt alles hoffnungsvoll. Der instrumentale „Epilogue“ ist einfach nur stark gemacht. Es resümiert den Schmerz, den man durchgemacht hat, die Tiefs, die man durchwunden hat und den Zorn, den man ob seines Verlusts gefühlt hat. Und doch hat man es geschafft, damit fertig zu werden und seinen Weg dort auch wieder hinaus zu finden. Nur zu schade, dass den Jungs zum Abschluss dieses Stückes nichts besseres eingefallen ist, als es einfach auszufaden.

„The Renaissance Of Purity”, der Bonustrack auf der CD, startet als einziger Song des Albums am nahesten im Bereich des reinen Black Metal. Eine akustische Gitarre beendet das Ganze dann höchst stimmungsvoll.

Vielleicht kann man dieses Album eher verstehen, wenn man sich den Film anschaut, den es auf der Disc 2 zu dem Album dazu gibt. Denn einzig und allein der CD lauschend, gelang es mir zunächst nicht, vollends das Verständnis für die Musik zu bekommen. Denn der Film hält in wunderschönen Bildern fest, was mit dem kompletten Albenmaterial untermalt ist. Man könnte den Film auch als Mammut-Musikvideo für das komplette Album bezeichnen.

Als Kritikpunkt bleibt anzumerken, dass sich die Jungs leider des Öfteren doch in den Weiten ihrer Songstrukturen verfangen. Ist zwar ganz schön, wie dargestellt wird, wie man aus einem Tief der Trauer und des Schmerzes nur schwer, sehr schwer wieder hinaus findet, doch sollten es die Slowenen hiermit dann auch nicht noch mehr übertreiben. Denn damit würde die Gefahr der Langweiligkeit aufkeimen.

Fazit: Das ist mal was anderes. Auf jeden Fall ein Tipp, denn zu dem Album gibt es ja auch noch den Film. Die Jungs verstehen es wirklich erstklassig, Gefühle zu vertonen, meien Hochachtung dafür! Schon ein Kunstwerk für sich, auch wenn ich gewisse Abzüge in der B-Note vergeben muss.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna