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Defuse: Bangkok Addiction

Nicht das Gelbe vom Ei
Wertung: 4.5/10
Genre: Hard Rock, Alternative
Spielzeit: 39:21
Release: 16.03.2011
Label: Fastball Music

Defuse aus Finnland sind trotz zweier Studioalben noch ein recht unbeschriebendes Blatt, dabei spielt sich die Combo bereits seit 2000 die Finger wund. Ganz Neugierige könnten eventuell durch den Gastauftritt von Nightwish-Bassist Marco Hietala auf dem ersten, selbstbetitelten Album auf das Quintett aufmerksam geworden sein, zu viel mehr Ruhm und Ehre dürfte die Band bisher aber zumindest hierzulande noch nicht gekommen sein.

Erste Verwirrung entsteht beim Blick auf die Labelseite von Fastball Music. Dort werden Defuse nämlich ganz frech als Nu Metal angepriesen – und wenn diese Band eins nicht ist, dann Nu Metal. Was den Hörer auf „Bangkok Addiction“ erwartet, ist Hard Rock, mit zwei zugedrückten Augen vielleicht auch Heavy Metal, aber sicherlich kein Nu Metal. Leider agieren Defuse teilweise ähnlich abgeschmackt wie die wohl verhassteste aller Metal-Richtungen. Von Innovation kann man hier kaum reden, aber immerhin beherrschen die Musiker ihre Instrumente. Wirklich nervig ist der Gesang von Jani „Hylsy“ Hyvärinen – der Mann klingt wahlweise wie eine ganz fiese Version von Dave Wyndorf von Monster Magnet oder wie ein Ochsenfrosch. Mal näselt er, mal quäkt er, aber fast nie trifft er die Töne so, dass sie einigermaßen schmeichelhaft ans Innenohr gelangen.

Darüber könnte man fast hinwegsehen – oder besser hinweghören – wenn musikalisch sonst alles stimmen würde, aber leider kommt auch der Rest der Platte relativ dünn daher. Klar, hier und da gibt es ein paar Gitarrensoli, aber die wirken eher halbherzig und unausgegoren. Einen Lichtblick bildet das etwas Crossover-mäßige „Flying Colours“, bei dem Hylsys Stimme zwar in den Strophen immer noch tierisch nervt, im Refrain bilden die leicht sphärischen Gitarren aber einen guten Kontrast dazu.

Warum Defuse nicht in dieser Richtung weiter agiert haben, bleibt ein Rätsel, hätten noch ein paar mehr solcher Tracks das Album doch sicherlich aufgewertet. So sieht es aber eher mau aus: Das fängt mit dem halbgaren Opener „Overtake“ an, der zwar einigermaßen rasant startet, im Verlauf aber deutlich an Fahrt verliert, und zieht sich bis zum vorletzten Track „Done My Time“, dessen Refrain eigentlich recht vielversprechend startet, dann aber doch nur seicht dahindümpelt. Erst der Rausschmeißer „Deep Red Dead End“ knallt erstaunlicherweise wieder etwas mehr, auch wenn das Gitarrensolo nicht so recht passen mag.

Ähnlich ergeht es Tracks wie dem Bass-lastigen „Cross The Line“ – ganz nett, was da geboten wird, aber so richtig vom Hocker reißen kann es nicht. Vor allem die stimmliche Seite lässt einen wieder einmal daran zweifeln, dass es irgendwo im Hard-Rock-Bereich auch nur einen Sänger gibt, der wie ein ganz normaler Mann klingt. Und bevor die Frage aufkommt: Besser wird es nicht. „Melting Sky“ startet derartig kitschig, dass man fast damit rechnet, wildes Keyboard-Geplänkel zu hören, und wird dermaßen lahmarschig mit sehr nerviger Bassspur weitergeführt, dass die Skiptaste als der einzige Ausweg erscheint. Bei „Grace The Devil“ wird ganz pseudoböse das Gaspedal noch mal durchgetreten und der Frosch, pardon, der Sänger legt sich eine leichte Kratzigkeit auf den Stimmbändern zu, aber Stimmung kommt dadurch trotzdem nicht auf, im Gegenteil – selten war die Auswurf-Taste der Stereoanlage so willkommen.

Defuse sind sicherlich eine Entdeckung für Leute, die auf Hard Rock stehen, den man nebenher hören kann, ohne sich allzu sehr auf Texte und/oder intelligente Arrangements konzentrieren zu müssen. Saufen kann man mit „Bangkok Addiction“ sicherlich ganz gut, obwohl da Platten von J.B.O. empfehlenswerter wären. Die Schreiberin dieser Zeilen konnten die Finnen leider nicht überzeugen, obwohl man nach dem vierten oder fünften Durchlauf durchaus die ein oder andere gute Idee entdecken kann.

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