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Deftones: Ohms

Deftones präsentieren eine großartige Scheibe, auf die man lange warten musste
Wertung: 9,5/10
Genre: Alternative Metal, Crossover
Spielzeit: 46:21
Release: 25.09.2020
Label: Reprise Records

Deftones werden sich wohl bis ans Ende aller Tage Vergleiche zu ihrem erfolgreichsten Album „White Pony“ (mittlerweile immerhin 20 Jahre alt!!) gefallen lassen müssen. Dass bei der neuen, gerade erschienenen Scheibe „Ohms“ nicht nur grafisch, sondern auch produzententechnisch mit Frank Maddocks beziehungsweise Terry Date wieder die gleichen Kollegen am Werke waren wie beim weißen Pony, macht die Sache nun nicht gerade einfacher. Dabei sind Hammertracks wie „Be Quiet And Drive (Far Away)“, der Monstergroover „My Own Summer (Shove It)“, „Minerva“ oder „7 Words“ nicht mal auf der „White Pony“-Scheibe enthalten, der unter Fans anhaltende Hype also eher auf unsicherem Boden gebaut.

Zurück zur neuen Scheibe „Ohms“: Zeit wurde es, ist die letzte Scheibe „Gore“ doch schon vier Jahre her und schaffte es im Gegensatz zum 2012er Output „Koi No Yokan“ zwar ins heimische CD-Regal, viele Umdrehungen konnte das gute Stück aber bis dato nicht absolvieren. Im Licht der neuen Songs wird aber auch dieser Scheibe nochmal eine Runde gegönnt – und die Sammlung um fehlende Outputs erweitert, denn „Ohms“ entfacht die alte Leidenschaft zu den kruden Crossover-Nu-Metallern aufs Neue, die sich zwischenzeitlich nach einem deutlichen Abstecher in progressivere Gefilde wieder ein bisschen heimischer im Alternative-Metal-Terrain zu fühlen scheinen.

Bereits seit 2017 hatte Fronter Chino Moreno auf Presseanfragen angegeben, an neuem Material zu arbeiten – er habe die Bandkollegen wieder mehr in den Songwritingprozess eingebunden und man werde sich deutlich heavier präsentieren als auf „Gore“. Den Titeltrack der neuen Scheibe als erste Single auszukoppeln, war da nicht unbedingt der folgerichtige Schritt: Der Song kommt nicht so richtig auf den Punkt, bietet aber allemal bekannte Strukturen.

Deutlich mehr Spaß bringt da das wütende „Genesis“, das den Opener und zugleich die zweite Single markiert; ein vertrackter Wutbolzen mit einem kreischenden Moreno an vorderster Front und düsterem Instrumentalteppich – ein leichtes Nostalgiegefühl flimmert da durch die Boxen, zumal Deftones ihre noisigen Wurzeln lange genug eher bedeckt gehalten hatten.

„Uranita“ ballert dem Hörer gleich zu Beginn die Gehörgänge frei, pendelt dann zwischen sphärisch untermaltem Gesang, schreddernden Gitarren und epischen Melodiebögen und kann so eine ganz stabile Brücke bauen zwischen den ersten und letzten Releases. Gerade „The Spell Of Mathematics“ verbreitet dann den Atem alter Deftones-Großtaten: lärmig, rotzig, verwoben mit dem überraschend sanften Gesang, zu dem der Fronter ja auch fähig ist, versehen mit einem ätherischen Refrain – es tut gut, die Amerikaner wieder in solch großartiger Form zu sehen.

„This Link Is Dead“ poltert dann mit ordentlicher Verzerrung aus den Boxen und erinnert mal schnell an „Adrenaline“-Zeiten, schafft es dabei aber auch noch, ziemlich heftig zu grooven und präsentiert sicherlich eine der coolsten Gesangsperformances des gesamten Backkatalogs, während „Headless“ soundtechnisch eher wieder an die etwas sphärischeren Zeiten des selbstbetitelten Albums anknüpft und einen dicken Kloß im Hals zu produzieren vermag.

Eigentlich nur der Vollständigkeit halber vorbestellt, entpuppt sich „Ohms“ als eines der bewegendsten Deftones-Alben des letzten Jahrzehnts mit einer ganzen Handvoll genialer Songs im Gepäck. Eine ausgedehnte Listening Session empfiehlt sich hier allemal – mit zweimal Hören ist „Ohms“ Unrecht getan, obwohl sich gottlob viele beeindruckende Facetten der Scheibe schon beim ersten Durchgang erschließen. Der nächste freie Tag muss definitiv herhalten, um sich zur Auffrischung nochmals den Backkatalog der Amis zu Gemüte zu führen...

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