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Defloration: Created To Kill

Böse wie eh und je, aber mit einem Abschiedstränchen im Auge
Wertung: 8/10
Genre: Brutal Death Metal
Spielzeit: 40:07
Release: 29.05.2015
Label: Remission Records

Seit gut zwölf Jahren werfen die Thüringer Defloration geballten Brutal Death Metal unter’s Volk und sind mittlerweile zu einer Institution im deutschen Metal geworden. Vorstellen muss man die Herren wahrscheinlich nicht mehr, andererseits gibt es sicherlich noch zögerliche Zeitgenossen, die mit dem knackigen Sound der Truppe bisher noch nicht allzu viel anfangen konnten.

Ob sich das mit der neuen Scheibe „Created To Kill“ ändern wird, ist aber fraglich, denn Defloration bleiben ihrem Kurs treu und verbeugen sich in bester Todesmanier vor US-Bands wie Suffocation – tief gestimmte, Magensaft umwälzende, Knochen zermahlende 40 Minuten lang schreddern die Fünf alles in Grund und Boden, da bleibt keine Kopf ungekreist, kein Bier unverschüttet und kein Stein auf dem anderen.

Ein kleines Tränchen muss allerdings verdrückt werden, handelt es sich bei „Created To Kill“ doch um die letzte Veröffentlichung mit Originalsänger Uwe Rödel – aus privaten Gründen kann und will der gute Mann seinen Verpflichtungen bei Defloration nicht mehr nachkommen, Ersatz ist bereits in Rogash-Sänger Erik Oßwald gefunden und kann bei Liveauftritten und hoffentlich auf der nächsten Platte in Ohrenschein genommen werden.

Lehnen wir uns also zurück und genießen das finstere Organ von Herrn Rödel noch ein letztes Mal, das bereits seit dem ersten selbst betitelten Demo im Jahr 2003 den Sound der Band mit prägte. Hier und heute beschert uns der Mann gemeinsam mit den beiden Gitarristen Bertram Tischendorf und Sebastian Lau, Bassist Maik Pätzold und Drummer Christian Förster das immerhin fünfte Full-Length-Album und füllt damit den Backkatalog ein wenig auf.

Gestartet wird schon in bester Defloration-Attitüde mit dem ultrabösen „By Brutal Hate“, in das sich tatsächlich die ein oder andere leise Melodie verirrt hat. Nichtsdestotrotz ist der Track aber ein wahrer Dampfhammer, da nutzt es auch nichts, dass zwischendurch ein bisschen auf die Bremse getreten wird, die Ohren schlackern trotzdem.

Songs wie „Family Gore“ oder „Brutal Stalking“ zeigen dann aber auch auf, wie variantenreich man ein eng gestecktes Genre wie US Brutal Death Metal gestalten kann, wenn man sich ein bisschen Mühe macht: Ersteres ist ein schneller Track mit fast schwarzmetallischen, bösen Gitarrenläufen, zweiteres ist eine Walze von einem Song, der sich zuerst bedrohlich vorwärts schiebt und sich wesentlich im Midtempo abspielt, bevor ordentlich Gas gegeben wird und sich ein Instrumentalgewitter über Sänger Uwe ergießt, der stoisch dagegen angrowlt. Schön.

Mit knapp zwei Minuten und einem abstrus anmutenden Titel (mit einem recht gruseligen, wenn auch kurzen Text) stellt „Pure Pork Party“ dann den kürzesten Track der Platte da, der sich gut auch im Deathgrind ansiedeln ließe, wenn die ausgefeilten Gitarrenparts nicht wären. Erstaunlich groovig dann auch „Exorcism“, richtig geil kommt das Bass-Solo in „Necromantic Lunch“ daher, das den Song ordentlich auflockert, und mit dem im Vergleich eher etwas unspektakulären „Game Of Gods“ schließt sich der Kreis dann schon wieder und die Platte geht ihrem Ende entgegen.

Nach zwölf Jahren haben Defloration nichts an Saft und Kraft eingebüßt, „Created To Kill“ ist wahrlich ein würdiger Abschied für den Sänger Uwe Rödel geworden. Bleibt zu hoffen, dass „der Neue“ den Posten adäquat ausfüllen kann. Wir wünschen Uwe das allerbeste für die Zukunft! 

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