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Deep Trip: Deep Trip

Moderner Rock mit klassischer Instrumentierung
Wertung: 7.5/10
Genre: Alternative Rock/Post-Grunge/Akustik
Spielzeit: 53:22
Release: 13.03.2009
Label: Strong Reaction Music

Deep Trip nennt sich das Trio aus der Schweiz, das mit der gleichnamigen CD gerade sein Debut-Album veröffentlichte. Ein äußerst passender Name, denn was hier geboten wird, kann man tatsächlich als intensive Reise bezeichnen.
Deep Trip haben es sich zum Ziel gemacht, Rock mit einigen Streichinstrumenten zu verbinden und so ein einzigartiges Album zu kreieren – was ihnen auch tatsächlich gelingt. Wer nämlich vermutet, Deep Trip bewegen sich im Fahrwasser von Apocalyptica ist eindeutig auf der falschen Fährte.

Vielmehr werden auf dem Album Violine, Kontrabass und Cello mit einer sehr viel moderneren Ausrichtung kombiniert als dies bei Apocalyptica der Fall ist. Auffällig hierbei ist, dass komplett auf verstärkte oder gar verzerrte Instrumente verzichtet wird, sogar die Gitarren kommen gänzlich akustisch daher. Trotzdem gelingt es Deep Trip problemlos, die Rock-Elemente nicht in den Hintergrund treten zu lassen, denn die Band bringt das Kunststück zustande, energiegeladene Rock-Nummern so zu arrangieren, dass die Streicher als gleichwertige Instrumente neben Gitarre und Schlagzeug stehen.

Auf der Platte befinden sich ungewöhnlicherweise gleich zwei Intros, wobei das zweite dieser äußerst atmosphärischen und hauptsächlich von den Streichern getragenen Instrumental-Stücke erst nach einigen regulären Songs folgt. Die melancholischen Melodien stimmen einen hierbei wunderbar auf das Album ein, denn nur wenige Lieder legen die Schwermut ab, welche die komplette CD wie ein roter Faden durchzieht.

Ob nun ruhigere Nummern wie das wunderschöne „Carry On“ oder schnelle und teilweise sehr stark gespielte Songs wie „Soldier“: das Konzept von Deep Trip geht in fast jedem Song auf.

Leider offenbaren einige Tracks Schwächen bei den Refrains, denn manche klingen doch relativ belanglos und bleiben nicht wirklich hängen. Andererseits gibt es auch mindestens genauso viele Gegenbeispiele wie etwa das wütende „Hate“, in dem Sänger Claudio Moser, dessen Stimme häufig an alte Grunge-Helden erinnert, eine großartige Gesangsleistung abliefert, oder das sehnsüchtige „Nevermind“. Ab und zu legt die Band aber auch ihre Schwermut ab und rockt mit spaßigen Songs wie dem mit dem wunderbar zynischen Refrain „Fuck yourself, you stupid human“ versehene „Fuck Yourself“, das vor allem live für Begeisterung sorgen dürfte.

Auf technischer Ebene vermögen Deep Trip durchweg zu begeistern, insbesondere der Violinist Khin Hong Yip beherrscht sein Instrument grandios und überrascht auf „Masters Of The Earth“ mit einem virtuosen Geigen-Solo.

Deep Trip haben ohne Frage großes Potenzial und sind äußerst kompetente Musiker, doch auf Songwriting-technischer Ebene bleibt Raum für Verbesserung, denn neben den gelungenen Liedern stehen leider auch ab und zu eher belanglose Tracks, die man nach dem Hören sofort wieder vergisst. Trotzdem sollten alle, die etwas mit dem ambitionierten Konzept anfangen können, Deep Trip unbedingt eine Chance geben, denn hier wird tatsächlich einmal etwas wirklich Neues geboten und insgesamt hinterlässt das Album einen durchaus positiven Eindruck.

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