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Deep Purple: Rapture Of The Deep

Schwächer als „Bananas“, aber immer noch gut
Wertung: 7,5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 55:53
Release: 24.10.2005
Label: EMI

Nach einer Fünf-Jahres-Lücke zwischen den Veröffentlichungen von „Abandon“ (1998) und „Bananas“ (2003), folgte das nunmehr 18. Deep Purple-Album „Rapture Of The Deep“ bereits zwei Jahre später. Die Zusammenarbeit mit Michael Bradford lief offensichtlich so gut, dass man den Produzenten auch für diese Platte konsultierte, der der Band erneut ein kraftvoll tönendes Soundgerüst lieferte. Im Vergleich zum Vorgänger geht man weniger experimentell zur Sache und besinnt sich mehr auf die typischen Classic-Rock-Wurzeln. Dadurch wirkt die Scheibe nicht ganz so farbenfroh und etwas statischer als „Bananas“, ist jedoch nicht so schlecht wie sie von manchem Anhänger gemacht wird.

Dabei fällt der Start tatsächlich eher holprig aus – „Money Talks“ ist kein schlechter Opener, kommt jedoch nicht recht aus dem Knick und mutet (gerade für den ersten Track, der einen in Wallung bringen soll und bei der sonstigen schwindelerregenden Qualität von DP-Openern) leicht sperrig an. Und „Girls Like That“ ist gar ein ziemlicher Stinker, denn der penetrante Chorus geht einem ziemlich schnell auf die Nerven. Das heavy wummernde „Wrong Man“ ist da schon eine deutliche Verbesserung, dennoch wird hier bereits klar, dass „Rapture Of The Deep“ nicht die Leichtigkeit und Hitdichte seines Vorgängers besitzt.

Immerhin treten die Highlights so deutlicher zutage und diese sind vor allem in der Mitte des Albums auszumachen: Insbesondere der orientalisch geprägte Titelsong (übrigens im gesamten Purple-Katalog erst das siebte von bis dato 18 Mal, dass es zum Albumnamen auch einen Titelsong gibt) ist zweifellos eine ganz feine Komposition, die allein aufgrund der schnörkeligen, eingängigen Gitarrenmelodie, die sich schnell in der Hirnrinde festsetzt, hervorsticht. Dass Purple diese Ausflüge in orientalische Gefilde lieben, ist kein Geheimnis und mit dieser großartigen Nummer ist ihnen in der Hinsicht ein weiterer Volltreffer geglückt.

Auch die bewegende Ballade „Clearly Quite Absurd“ gehört zu den definitiven Anspieltipps: Wunderbar gefühlvolle Gitarrenlicks von Steve Morse treffen auf eine warme Gesangsperformance seitens Ian Gillan, darunter breitet Don Airey einen sanften Keyboardteppich aus, der zum Ende hin in ein sakrales Orgelsolo mündet. Ohne Frage ein Gänsehautstück par excellence, dessen Text ebenfalls sehr unter die Haut geht, und wieder einmal der Beweis, dass Hard Rocker die schönsten Balladen schreiben.

Ansonsten ist es in erster Linie noch das über sechsminütige Finale „Before Time Began“, das als einer der Albumhöhepunkte genannt werden muss – ruhig beginnend und mit viel Atmosphäre versehen, steigert sich der Track zu einem dramatischen Epos, das sich lyrisch klug mit der ewigen Frage nach der eigenen Existenz, der Rolle von Religion und Spiritualismus beschäftigt.

Zwischen diesen drei überragenden Sahneschnitten droht das restliche Material ein bisschen zu verblassen, doch nach ein paar Durchläufen kristallisieren sich ein paar weitere zumindest gutklassige Songs heraus: „Don’t Let Go“ hat einen funkigen Groove und macht Laune (das E-Pianosolo erinnert ein wenig an den eigenen Klassiker „Never Before“), das lässige „Back To Back“ wird von ein paar Synthesizern aufgelockert, „Kiss Tomorrow Goodbye“ lebt von Ian Paices Power-Drumbeat und „MTV“ ist allein wegen des lustigen Textes und der fantastischen Soli unterhaltsam.  

Alles in allem kann „Rapture Of The Deep“ zwar nicht mit den vorigen Alben der Morse-Ära mithalten, hier und da fehlt der berühmte Funke und besonders der Beginn des Albums ist relativ schwach, weswegen die Platte unter Fans sehr unterschiedlich bewertet wird. Drei überragende Nummern, ein Ausfall und ansonsten okayes bis gutes Material machen die Scheibe ganz bestimmt nicht zu einem Klassiker, aber zu einem mehr als brauchbaren Tonträger, der einem Großteil der Konkurrenz immer noch zeigt, wer die Könige des Hard Rock sind.

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