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Dee Calhoun: Presents Edgar Allan Poe‘s A Dream Within A Dream EP

Eine schöne EP, die mit düsteren Momenten spielt
Wertung: 8/10
Genre: Singer/Songwriter, Acoustic
Spielzeit: 20:54
Release: 31.03.2020
Label: Sireen Records

Dee Calhoun, ex-Iron Man- und derzeitiger Spiral Grave-Fronter, kann nur schwer stillsitzen. Um die Wartezeit zum kommenden Soloalbum „Godless“ und eines hoffentlich bald erscheinenden Debüts seiner aktuellen Band zu überbrücken, hat der Mann aus Maryland sich deshalb recht kurzfristig dazu entschlossen, in Eigenregie eine EP zu veröffentlichen. War Calhoun doch zuletzt vor allem wieder literarisch aufgetreten, schlägt das Scheibchen jetzt irgendwie eine Brücke, wie sich schon am Titel erkennen lässt; ursprünglich war der Titelsong nämlich eine Einreichung zum Edgar Allan Poe Fest International. Das Festival wurde verschoben, der Song hatte aber gar nicht erst die Zeit, um in der Schublade einzustauben.

Die Sechs-Track-EP beschäftigt sich aber nur im Titelsong mit dem Großmeister der frühen Schauergeschichten; zusätzlich hat Calhoun noch einige Schmankerl für Fans in der Hinterhand, handelt es sich doch teilweise um Songs aus der Frühphase der Musikers – allen voran das melancholische „Thunder And Gray Skies“, das bis 1987 zurückdatiert und nach eigenen Angaben den allerersten selbstgeschriebenen Song darstellt. Bereits auf einem früheren Album veröffentlicht, klang der Track für Calhoun mittlerweile zu sehr nach „Power Ballade“, also wurde er kurzerhand abgewandelt und auf die neue EP gepackt – ein ruhiger, aber eindringlicher Song, dem man keineswegs anmerkt, dass er seinerzeit von einem 19-Jährigen geschrieben wurde.

Während „At The Altar Of Venus“ eher ein bisschen doomiger aus den Boxen rollt und sich entspannt ausbreitet, schwingt beim titelgebenden Song ein fast schon unheilschwangerer Unterton mit, der dem Altmeister Poe sicherlich gefallen hätte, stünde er auf Singer/Songwriter-Music. Mit dem kurzen Instrumentalstück „Isolation“ bezieht Calhoun dann gleich noch die aktuelle Corona-Situation mit ein – geschuldet ist der Song allein der Tatsache, dass beim Abmischen noch Platz frei war; nichtsdestoweniger fügt sich das düstere Stück, das in einer gefühlten Stunde entstanden ist, erstaunlich gut ins EP-Gesamtbild ein.

Mit dem treibenden „Arm In Arm With The Angels Of Madness“ hat es dann sogar ein regelrecht wütender Track auf das Scheibchen geschafft, der allein durch seine Folk-lastige Gitarre und den rauen Gesangston heraussticht und noch mal eine andere Seite des Musikers beleuchtet als die übrigen Stücke der Scheibe. Das abschließende „Facebook Prison Blues“ hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht, zumal der Song so gar nicht zum Rest passt; drei Tage auf Facebook gesperrt, hat der Chef sich mit dem Cash-Track einen Spaß erlaubt. Man muss den Song schon als Bonus sehen, sonst zerstört er ein bisschen das Feeling der EP.

Insgesamt bildet das Scheibchen, das nächste Woche digital erscheinen wird, einen saftigen Zwischensnack, der die Wartezeit zur nächsten Scheibe sicherlich gut überbrücken wird. Songs wie „Thunder And Gray Skies“ oder „At The Altar Of Venus“ fühlen sich an wie alte Bekannte, nur mit „Facebook Prison Blues“ wird man schwerer warm. Macht aber nichts: Technisch gesehen gibt es keine Ausfälle auf den knapp 21 Minuten Spielzeit. Jetzt wird‘s aber auch dringend Zeit für die nächste Solo-Scheibe!

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